Mittwoch, 22. Februar 2012

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Alles wird teurer!

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Alles, wird, teurerWie tief müssen wir in die Tasche greifen? Wie sehr schränken Sie sich ein?

BAYER. UNTERMAIN. Wenn man an den Tankstellen hält, am Monatsende auf Rechnungen schaut und Bahn- oder Bustickets ziehen will, kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Preise klettern in die Höhe. Vor allem Sprit ist mittlerweile ein Hochpreis-Dauerbrenner. Aber es gibt auch Preiserhöhungen, mit denen kaum jemand gerechnet hat. Vor allem Naschkatzen müssen dieses Jahr den Gürtel enger schnallen.

Schifffahren
Für einen Ausflug nach Aschaffenburg oder Miltenberg über den Main müssen Touristen seit Januar tiefer in die Tasche greifen. Die Primus Line, die Tagesfahrten von Frankfurt nach Aschaffenburg anbietet, hat ihre Preise erhöht. „Die Ermäßigungen in der Mehrwertsteuer von 7 Prozent sind von der Regierung aufgehoben worden“, so Pressesprecher Christoph Ecken, „jetzt müssen die Reedereien eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent zahlen, einen Teil der Kosten müssen wir auf den Kunden übertragen.“ Eine Tagesfahrt von Frankfurt nach Aschaffenburg für einen Erwachsenen kostet deshalb jetzt 29,90 Euro und damit drei Euro mehr als vorher. Auch die Reederei Glenneberger, die Rund- und Linienfahrten zwischen Aschaffenburg und dem Kreis Miltenberg anbietet, kostet pro einfache Fahrt 50 Cent mehr.

Autoversicherung
Seit dem 1. Januar sind die Kfz-Versicherungen deutlich angehoben worden. Und der Trend zeigt, dass die Preise weiter nach oben klettern. 10 bis 15 Jahre lang hätten die Versicherer kaum auf preisliche Veränderungen reagiert, so Georg Leimeister, Fachmann für Kfz-Versicherungen. Dadurch hätten die Versicherer erhebliche Verluste einbüßen müssen, Schäden seien teurer gewesen und dadurch auch die Reparaturen. Immerhin trifft die Preiserhöhungen jeden Mann und jede Frau durch alle Alters- und Autoklassen hinweg.

Süßigkeiten
Naschen geht nicht nur auf die Hüfte, sondern auch auf den Geldbeutel. Neben Zucker haben sich vor allem die Preise für Kakao massiv erhöht. Florian Löwer, Geschäftsführer von der „Süßen Löwer“ Patisserie in Aschaffenburg, kann ein Lied davon singen. „Die Schokoladenpreise haben sich seit dem vergangenen Jahr um fast 70 Prozent erhöht.“ Die Patisserie hat ohnehin nur hochwertige Schokolade in ihren Produkten, da trifft eine so deutliche Preiserhöhung besonders stark. „Natürlich müssen wir dadurch auch die Preise unserer Produkte erhöhen, aber bisher hat sich noch keiner unserer Kunden beschwert.“ Grund für die Preiserhöhungen für das schwarze Gold sind laut Löwer die in den letzten Jahren rasant gestiegenen Energiekosten. Die heben automatisch auch die Kosten für den Transport der Süßigkeit.

Miete
„Aschaffenburg entwickelt sich zu einem beliebten, aber preislich hochwertigem Gebiet“, meint Georg Leimeister von Leimeister Immobilien in Aschaffenburg. Insbesondere der Zuwachs an Studenten lasse die Preise für kleine Wohnungen im „Bayerischen Nizza“ stetig steigen. Zu Stoßzeiten kurz vor dem Wintersemester streiten sich viele Bewerber auf dem Immobilienmarkt um die wenigen verfügbaren, teuren Wohnungen. Auch die Nähe zu Frankfurt lässt Pendler eher eine Wohnung in Aschaffenburg suchen als in der Großstadt. 2011 kam es deshalb zu einer Erhöhung des Preisniveaus um 5 Prozent. Knapp 10 Euro zahlt eine Person für eine Singlewohnung. „Die Preise waren natürlich auch schon mal besser“, weiß Leimeister, „aber sie sind immer noch erschwinglich.“

Tanken
Das leidige Thema Benzinpreise wird auch im Jahr 2012 weiterhin aktuell bleiben. Laut Preistabellen der Aral-Tankstellen ist der Dieselpreis der letzten 10 Jahre um 70 Prozent in die Höhe gegangen und kostete im Durchschnitt 1,42 Euro pro Liter. Super hat zwar „nur“ 47 Prozent zugelegt - doch mit steigender Tendenz. Durch die Berg- und Talfahrt der Preise, die sich teilweise sogar stündlich ändern, können auch Tankstellenbetreiber nicht voraussagen, wie die Entwicklung in 2012 sein wird. Dennoch: Billiger wird’s erstmal nicht.

Energie
Zuerst die gute Nachricht: Die Aschaffenburger Stadtwerke versprechen zumindest bis Mitte des Jahres, ihre Preise stabil zu halten. „Die sind aber immer von den gesetzlichen Abgaben abhängig, deshalb haben wir da leider nicht viel Einfluss drauf“, weiß Geschäftsführer Dieter Gerlach. Gaspreise hängen laut Gerlach von der Witterung ab. Tendenziell ist klar, dass der Energiepreise teurer wird, wie teuer ist aber erst am Ende des Jahres absehbar. „Die AVG versucht natürlich, auch in Zukunft preiswerte Energie einzukaufen.“

Bus- und Bahnfahren
Schon im Dezember 2011 hat das regionale Bus- und Bahnunternehmen VAB die Tarife erhöht. Somit kosten beispielsweise Einzelfahrten innerhalb des Stadtgebiets 10 Cent mehr, im Bereich Miltenberg ca. 20 Cent mehr. Die Monatskarten im Tarifgebiet Obernburg haben sich sogar um drei Euro erhöht. „Die Preise haben jetzt ein Plus von 3,64 Prozent“, so Tino Fleckenstein von den Aschaffenburger Verkehrsbetrieben, „eigentlich hätten wir die Preise noch höher setzen müssen, aber wir mussten uns an die Vorgaben vom Stadtrat halten.“

Tageszeitung
Seit Oktober 2011 müssen auch Abo-Bezieher der regionalen Tageszeitung Main Echo drauflegen. Die Leser zahlen für ein Monats-Abo jetzt genau einen Euro mehr als vorher: 26,70.

Das sagen Menschen aus der Region zu den Preiserhöhungen:

Dimitri Maier aus Aschaffenburg
"Bus- und Zugfahren ist echt teuer geworden. Ich kaufe regelmäßig eine Wochenkarte, die ist schon um einen Euro teurer geworden. Klingt erstmal nicht viel, aber aufs Jahr berechnet geht das schon ins Geld. Ich weiß aber auch nicht, was man dagegen machen kann. Vielleicht wenn diejenigen, die ihr Auto nicht unbedingt brauchen, es stehen lassen, nicht mehr tanken, um ein Zeichen zu setzen."

                     

Sebastian Seelmann aus Aschaffenburg
"Bis auf die überhöhten Zigarettenpreise habe ich nicht gemerkt, dass etwas teurer geworden ist. Gibt aber auch viele Dinge, die billiger geworden sind. Arbeitsgeräte, wie Rasenmäher etc. sind nicht so teuer. Solange ich mich nicht einschränken muss, macht es mir aber auch nichts aus, wenn ein paar Artikel teurer werden."

 
Benno Rosenberger aus Mömbris
"Mir fällt immer wieder auf, wie sehr die Lebensmittelpreise gestiegen sind. Früher haben wir für einen Einkauf 40 Mark bezahlt und heute für dieselben Artikel 50 bis 60 Euro. Vor allem Gemüse ist teurer geworden. Außerdem natürlich Sprit, Energie und Heizöl. Seit der Mehrwertsteuer-Erhöhung sind die Preise ja erst richtig gestiegen. Ich bin definitiv der Meinung, dass alles immer teurer wird."
 

Hans-Jürgen Denk aus Aschaffenburg
"Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst werden immer teurer. Ich frage mich ständig, wo ich möglichst billig einkaufen kann, anders kann ich mir das ja auch gar nicht mehr leisten, vor allem, wenn man alles von einer kleinen Rente bezahlen muss."

 

Klaus Heeg aus Aschaffenburg
"Mir fallen vor allem die hohen Kosten für Benzin und Zigaretten auf. Aber auch Gebrauchsprodukte wie Kaffee werden immer teurer. Mir kommt es so vor, als hätte sich der Kaffeepreis seit einem Jahr um ca. einen Euro erhöht. Ich bin Kaffeetrinker, da fällt einem so was auf."

 

Winfried Schwab aus Büdigheim
"Mir ist aufgefallen, dass vor allem Sprit, Heizkosten und Tabak immer weiter in die Höhe gehen. Ich finde das nicht ok, könnte alles günstiger sein, vor allem, weil es anderswo ja auch billiger ist. Bei Zigarettenpreisen würde ich persönlich sagen, dass mein Limit bei fünf Euro liegt. Alles drüber find ich einfach zu teuer."

 

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