Der Kampf um 180 Arbeitsplätze beim Messtechnik-Hersteller ABB in Alzenau geht weiter.
ALZENAU. Am Morgen trafen sich Betriebsrat, IG Metall und die Geschäftsführung – dabei bekräftigte die Unternehmensspitze noch einmal, dass sie die Produktion in Alzenau bis Ende des Jahres dicht machen will. Insgesamt 100 Mitarbeiter könnten an die Standorte Göttingen oder Minden oder andere ABB-Werke im Rhein-Main-Gebiet wechseln. Viele Angestellte machten während des Treffens heute mit einer Demonstration ihrem Ärger Luft. Martin Weiss von der IG Metall gibt den Standort Alzenau aber noch nicht auf: „Wir sind immer noch in den Verhandlungen darum, dass wir möglichst viele Arbeitsplätze erhalten und damit das Werk hier in Alzenau erhalten können. Die Geschäftsleitung bietet eine begrenzte Anzahl an Arbeitsplätzen, die im Rhein-Main-Gebiet verbleiben können, aber aus unserer Sicht viel zu wenig.“
Lesen Sie hier auch die Pressemitteilung von ABB:
Verhandlung über beabsichtigte Werksschließung bei ABB Alzenau
Aktion der ABB-Beschäftigten unter dem Motto „Vom Winde verweht“
Alzenau, 21. April 2010 - Heute hat das dritte Treffen des Gesamtbetriebsrats der ABB APR GmbH, zu der ABB Alzenau gehört, mit der Geschäftsleitung über die beabsichtigte Werksschließung in Alzenau stattgefunden.
Die Geschäftsleitung hält an ihrer Absicht fest, die Produktion der Temperatur- und Durchflussmesstechnik in Alzenau schließen und nach Göttingen und Minden verlagern zu wollen. Die Produktion wäre dort nach unseren Erkenntnissen nur fortsetzbar, wenn mindestens 60 Beschäftigte mit an diese Standorte gehen würden. Dazu ist aber kaum Bereitschaft bei den betroffenen Beschäftigten zu erkennen. Betriebsrat und IG Metall kämpfen um den Erhalt des Werks in Alzenau mit möglichst vielen Arbeitsplätzen, für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und für eine Perspektive für alle bisher bei ABB Alzenau beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Bei der heutigen Verhandlung haben die Beschäftigten in Alzenau mit einer Aktion unterstrichen, dass sie nicht wollen, dass alle Alzenauer Arbeitsplätze „vom Winde verweht“
werden. Mit Solidaritätspostkarten an Luftballons mit dem Aufdruck „Wir kämpfen für den Produktionsstandort ABB Alzenau“ soll noch mehr Unterstützung erreicht werden. Bei der Verhandlung ist deutlich geworden, dass zwar der Erhalt einer begrenzten Anzahl von Arbeitsplätzen bzw. einige Ersatzarbeitsplätze im Rhein-Main-Gebiet zugesagt werden sollen. Nach wie vor würden aber die weitaus meisten Alzenauer ihren Arbeitsplatz in der Region verlieren. ABB Deutschland mit ca. 11.000 Beschäftigten hat im Bereich Instrumentations drei Werke in Alzenau, Minden und Göttingen, die insgesamt 750 Beschäftigte im Bereich Instrumentations (Teil der ABB APR GmbH) haben.
In Alzenau arbeiten 236 Beschäftigte. ABB hat am 19. März 2010 die Presse darüber informiert, dass 177 Arbeitsplätze in Alzenau gestrichen werden und davon 101 nach Minden und Göttingen verlagert werden sollen. Die Zahlen aus der Presseerklärung sind für den Betriebrat immer noch nicht nachvollziehbar.
Nähere Informationen finden Sie auch auf der Solidaritätsseite des Betriebsrats von ABB Alzenau im Internet unter http://abb-alzenau-soli.npage.de. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Susanne Nagel, Betriebsratsvorsitzende ABB Alzenau,
Tel. (0174) 3354 239
Martin Weiss, IG Metall Frankfurt,
Tel. (0170) 7938077
Verwaltungsstelle
Frankfurt/Main
Das ABB-Werk Alzenau wird von der IG Metall Frankfurt betreut, weil dort die hessischen
Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie angewendet werden.







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