In der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main fand am Mittwochabend der dritte diesjährige Offenbacher Dialog statt.
OFFENBACH. Zur Diskussion stand der Wandel in der Medienwelt. IHK-Präsident Alfred Clouth begrüßte die Gäste mit der provozierenden Frage: Tickt in der Medienwelt eine digitale Bombe? „Die Kommunikationsgesellschaft ändert sich rapide. Wir Unternehmer sind mit unseren Kunden, Mitarbeitern, Investoren etc. ein Teil davon. Wir sind gefordert, uns darauf einzustellen oder besser: die Chancen aktiv zu nutzen“, so Clouth.
Anschluss halten, Informationen vernetzen
Wo diese Chancen liegen, diskutierten die Podiumsgäste unter Moderation von Marco Maier, Chefredakteur des Funkhauses Aschaffenburg. Ossi Urchs, Geschäftsführer der F.F.T. Medien–Agentur aus Offenbach, eröffnete die Runde: „Eine Bombe ist etwas sehr Negatives. Was im Internet tickt, ist eine Herausforderung! Die Trennung zwischen Medienmachern und Konsumenten löst sich auf, da die Menschen die Möglichkeit haben, aktiv mitzugestalten wie z. B. in Blogs zu schreiben oder bei YouTube Videos einzustellen.“ Hans-Dieter Hillmoth, Geschäftsführer der Radio/Tele FFH GmbH&Co. Betriebs KG, war ebenfalls der Meinung, dass durch das Internet die Infomationsvernetzung erst möglich ist und zunehmen wird. „Die Herausforderung ist es, Anschluss zu halten. Für das Radio ist das Internet gut, um dem Hörer auch Texte und Bilder zu liefern. Man kann Radio online hören.“
Vom Verlags- zum Medienhaus
„Digitale Medien sind kein Todesurteil für klassische Medien, da es sich um zeitlose Klassiker handelt“, so Thomas Kühnlein, Verlagsleiter der Mediengruppe Offenbach Post. „Das klassische Verlagshaus muss sich einem Wandel unterziehen zu einem Medienhaus. Informationen müssen heute für unterschiedliche Medien speziell aufgearbeitet werden. Hier sehe ich unsere Kompetenz: Inhalte bewerten und gewichten.“ Dabei werde die Regionalität und die Nähe zu den Lesern immer wichtiger. Urchs sieht die Blogs im Internet als einen neue Konkurrenten für die klassischen Medien. Die Nutzer besäßen eine größere Wahlfreiheit, um Informationen aus unter-schiedlichen Quellen zu beziehen.„Für die klassischen Medien ist es schwierig. Sie müssen immer topaktuell sein, sonst verlieren sie ihre Kunden“.
Nähe zum Hörer aufbauen
Trotz Informationsfülle im Internet sei das Angebot aus dem Radio, so Hillmoth, immer noch so beliebt wie vor 80 Jahren: Das Internetradio biete verschiedene Sparten für unterschiedliche Altersgruppen und Geschmäcker an. Es sei wichtig, genau wie in den Printmedien, eine stärkere Nähe zu den Hörern aufzubauen, um mit dem weltweit verfügbaren Angebot des Internets zu konkurrieren. Marco Maier konnte als Resümee übereinstimmend mit den Diskussionsteilnehmern festhalten: der richtige Medienmix ist individuell auf die Zielgruppen abzustimmen. Wichtig ist es, herauszufinden, was die Menschen interessiert. Nur durch eine direkte Ansprache kann man sie erreichen. Gefragt sind der Dialog und die Interaktion. Vertrauen ist die entscheidende Voraussetzung dafür – unabhängig von den genutzten Kommunikationskanälen.







Sie suchen eine bestimmte Meldung? 

Sie haben einen Stau oder Blitzer gesehen? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. 










