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Der Mann von La Mancha - Musiktheater

vor 4 Monaten in Kunst & Kultur

Ende des 16. Jahrhunderts in Spanien: Der Dichter Cervantes wird wegen ketzerischer Äußerungen von der spanischen Inquisition in den Kerker geworfen. Unter den Gefangenen gilt das Recht des Stärkeren und sie rauben den Neuankömmling erst einmal aus. Sein wertvollster Besitz aber, das Manuskript zu Don Quijote de la Mancha, ist ihnen nur Hohn und Spott wert – bis Cervantes mit Hilfe seines Dieners beginnt, die Geschichte von Don Quijote nachzuerzählen und zu spielen. Cervantes selbst schlüpft dabei in die Rolle des Edelmanns Alonso Quijano, der sich nach der Lektüre etlicher Heldenromane für den fahrenden Ritter Don Quijote hält und mit seinem Schildknappen Sancho Pansa auszieht, um das Böse zu bekämpfen. Auch wenn Quijanos Nichte Antonia und ihr Verlobter Dr. Carrasco bemüht sind, Alonso Quijano von seinem Wahn abzubringen, beharrt dieser auf seiner Vermischung von Fantasie und Wirklichkeit und kämpft als Don Quijote gegen Windmühlen, die ihm als bösartige Riesen erscheinen, sieht ein Schloss, wo es nur einen heruntergekommenen Gasthof gibt, und hält die Hure Aldonza für die von ihm verehrte Dame Dulcinea. Nach und nach steigen die anderen Gefangenen auf Cervantes‘ Spiel ein. Und als am Ende Cervantes vor das Inquisitionstribunal gerufen wird, sind längst Fantasie, Mut und Don Quijotes unerschütterliche Zuversicht im Kerker aufgeblüht.

Spätestens seit der Autoren-Abstimmung des Osloer Nobelinstituts 2002 ist es amtlich: Miguel de Cervantes‘ Don Quijote ist das beste Buch der Welt. Wie kein zweites Werk der Weltliteratur zieht dieser Roman seit nunmehr 400 Jahren Generationen von Leser*innen in seinen Bann und gilt als Inbegriff der spanischen Literatur. Die Figur des verzweifelt-enthusiastischen Träumers Don Quijote diente zahllosen Künstler*innen als Inspiration und ist heutzutage nahezu als Blaupause des postmodernen Helden zu verstehen.