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"Warten auf Godot" - Sprechtheater

vor 4 Monaten in

Das Warten ist Becketts Helden Vladimir und Estragon zur Existenzform geworden. Irgendwo, am Rand einer Straße, die weder Anfang noch Ende hat, warten die beiden auf Godot, von dessen Erscheinen sie sich viel versprechen, an den sie sich aber kaum erinnern können. Es ist eine sehr vage Verabredung, die die beiden an jenem Ort festhält und im Grunde wissen sie nicht einmal, was sie von Godot wollen, vielleicht ist sein Erscheinen mit einer Art von Erlösung – und sei es nur vom Zustand des Wartens – verbunden.

An Godots Stelle erscheinen Pozzo und sein Diener Lucky, zwei Gestalten, die sich gänzlich dem Materialismus hingegeben haben. Lucky zumindest beherrscht die Kunst des Denkens und beweist furios, dass Theologie, Kunst und Philosophie die existenziellen Fragen des Menschseins nicht beantworten können. Zwar wissen auch Vladimir und Estragon nicht, was denn der Sinn ihrer Existenz als Wartende sein könnte, im Warten aber manifestiert sich eine Spur von Hoffnung, dass sie dies noch erfahren könnten. Bis dahin müssen sie sich umwerfend komisch und unterhaltsam die Zeit vertreiben.