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Großer Schritt für den Eschauer Glasfaserausbau

08.02.2022, 13:00 Uhr in Lokales
131021 Symbolbild Internet Glasfaser

ESCHAU. Großer Schritt in der Eschauer Breitbanderschließung. In der Gemeinderatssitzung am Montag in der Elsavahalle gaben der Markt Eschau und die Telekom eine gemeinsame Ausbauerklärung für die Breitbanderschließung in Eschau ab. Bürgermeister Gerhard Rüth (CSU) und Thomas Weigand von der Deutschen Telekom Technik GmbH unterzeichnetem nach dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss eine gemeinsame Ausbauerklärung. Zuvor hatte Weigand das Vorhaben präsentiert.

Der Gemeinderat hatte sich einstimmig für eine Kooperation und eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom GmbH ausgesprochen. Das Glasfasernetz wird 2023 in allen Ortsteilen und Weilern von Eschau eigenwirtschaftlich und flächendeckend ausgebaut. Für im Außenbereich gelegene Höfe und Hofstellen wird, falls Bedarf besteht, eine kombinierte Markterkundung durchgeführt. Den Ausbau übernimmt die „Glasfaser Plus GmbH“, eine Tochterfirma der Deutschen Telekom GmbH. Alle Privathaushalte sowie alle Handels- und Gewerbebetriebe in allen Ortsteilen und Weilern erhalten die Möglichkeit für einen Glasfaseranschluss. Im Jahr 2023 soll die Maßnahme baulich und technisch realisiert werden.

Außerdem wurde das Projekt EHRE Haus besprochen: Michael Oefelein vom Architekturbüro Schuler, Schickling und Rössel GmbH (Großostheim) und Elisabeth Kluin von der Lokalen Aktionsgruppe Main4Eck Miltenberg erläuterten die Pläne, die Nutzung und die Kosten.

An dem zweigeschossigen, denkmalgeschützten Fachwerkgebäude soll ein moderner Anbau entstehen. Im Altbau sind Büros, Arbeitsräume, Toiletten und eine Küche untergebracht. Der Anbau erhält einen Veranstaltungsraum. Alt- und Neubau sind miteinander verbunden. Nördlich des Gebäudes sollen Stellplätze entstehen.

Das Projekt kostet einschließlich Baukosten und Baunebenkosten 1,8 Millionen Euro. Die Kostensteigerung gegenüber der letzten Planung ist laut Michael Oefelein auf die aktuell steigenden Baukosten und die Ausstattung des Gebäudes mit Möbeln und Elektrogeräten wie Beamer für 50000 Euro zurückzuführen.

Das Anwesen „Kreuzgasse 4" ist in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege als Baudenkmal „Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach in Ecklage, 17. Jahrhundert" eingetragen. Es handelt sich um ein sowohl in städtebaulicher als auch in baugeschichtlicher Hinsicht wertvolles, zu erhaltendes, Baudenkmal. Bürgermeister Gerhard Rüth (CSU) betonte, dass das Gebäude künftig sowohl von regional und überregional ansässigen und aktiven Organisationen, wie beispielsweise die Lokale Aktionsgruppe Main4Eck Miltenberg oder der Verein Burglandschaft, aber auch von ortsansässige Bürgern und örtlichen Vereinen und Organisationen genutzt werden könne.

2020 hatte das Gremium den Bürgermeister beauftragt, Gespräche mit potenziellen Fördergebern über eine erhöhte oder zusätzliche Förderung zu führen. Der Markt Eschau könne das Projekt nicht alleine und aus eigener Kraft stemmen und sei auf eine höchstmögliche öffentliche Förderung angewiesen. Rüth betonte, dass er gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten und Gemeinderat Berthold Rüth (CSU) im August 2021 beim Amtsleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung in Würzburg um eine Erhöhung des Staatlichen Finanzierungsanteils gebeten habe. Das ALE Unterfranken konnte seinen Anteil nicht erhöhen, sicherte aber seine Unterstützung zu.

Die Gesamtkosten belaufen sich auch insgesamt 1,8 Millionen Euro. Das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken beteiligt sich mit 816288 Euro, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat 10000 Euro, die Bayerische Landesstiftung 33000 Euro Förderung zugesagt. Die Gemeinde erhält eine Leader-Förderung von 767793 Euro. Somit verbleibt bei der Gemeinde ein Eigenanteil von nur noch 180788 Euro. Dies entspricht eine Eigenfinanzierungsquote von lediglich zehn Prozent.

Bürgermeister Gerhard Rüth zeigte sich erfreut und überglücklich, dass es gelungen ist, diese Förderung zu erhalten. Das Projekt werde den Ortsmittelpunkt von Eschau nachhaltig prägen und positiv weiterentwickeln und habe als Leuchtturmprojekt Pilotcharakter für Bayern. Rüth stellte klar, dass die denkmalschutzrechtliche Vorgabe eindeutig sei. „Das Gebäude Kreuzgasse 4 ist zu erhalten. Wir könnten es auch so stehen lassen wie es ist und viel Geld in den Erhalt dieser Situation investieren. Oder wir gehen den Weg in eine sinnvolle Weiterentwicklung zum Ehre-Haus“.

Quelle: Gemeinde Eschau