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Miltenberg: IHK-Podiumsdiskussion zur Landratswahl

27.01.2026, 21:21 Uhr in Kreis Miltenberg
270126 MIL Podiumsdiskussion JG 1

LKR. MILTENBERG. Es war ein ereignisreicher Abend in Miltenberg - das aktuelle ÖPNV-Angebot, die Firma ZENTEC und die heißdiskutierten Berufsschule waren nur ein Bruchteil der Themen bei der politischen Diskussionsrunde der Landratskandidaten. Björn Bartels (CSU/Neue Mitte), Michael Schüßler (Freie Wähler), Christian Steidl (AfD) und Peter Weis (Grüne) haben sich vor mehr als 50 Zuhörern mit den zentralen Zukunftsfragen des Landkreises Miltenberg auseinandergesetzt. Der Schwerpunkt lag auf wirtschaftspolitischen Herausforderungen, Bildung, Fachkräftesicherung sowie Mobilität und Infrastruktur. Doch noch vor Beginn der Podiumsdiskussion kam es zu einem Eklat: Die Landratskandidatin Ann-Sophie Maria Groß (Die Linke) verließ unmittelbar nach Betreten des Podiums die Veranstaltung aus Protest. Nach eigenen Angaben wollte sie nicht neben dem AfD-Kandidaten stehen. Damit reduzierte sich die Runde noch vor dem offiziellen Start auf vier Teilnehmer.

Im ersten Themenblock ging es um Bürokratie und Energie. Auf die Frage, ob Deutschland schneller werden müsse, forderte Schüßler strukturelle Veränderungen in der Verwaltung und schlug Verwaltungslotsen für größere Projekte vor. Weis setzte auf konsequente Digitalisierung, Steidl sprach sich für einen deutlichen Abbau von Vorschriften aus, während Bartels die Umsetzung bestehender Konzepte der bayerischen Landesregierung in den Vordergrund stellte.

Bei der Energiewende zeigten sich klare Unterschiede: Schüßler plädierte für einen breiten Energiemix mit Gas, Solarenergie und – wo möglich – Windkraft, ergänzt durch Speicherlösungen und kommunale Entscheidungsfreiheit. Steidl sprach sich für Kohle und konventionelle Energiequellen aus und sorgte mit der Aussage „es schneit noch“ für hörbare Empörung im Publikum. Bartels betonte ebenfalls den Energiemix, Weis hingegen sprach sich klar für einen vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien aus.

Der zweite Block drehte sich um Bildung und Fachkräfte. Beim geplanten Neubau der Berufsschule herrschte weitgehend Einigkeit über die Bedeutung des Projekts. Bartels und Schüßler stuften es als Priorität Nummer eins ein, Bartels verwies zugleich auf die hohe finanzielle Belastung. Steidl sprach sich für eine Sanierung als Kernaufgabe aus, Weis bezeichnete das Projekt als große Chance für die Zukunft des Landkreises.

Im dritten Themenblock standen Mobilität, Infrastruktur sowie Wissenschafts- und Wirtschaftsförderung im Fokus. Mit Blick auf ZENTEC, die Technische Hochschule Aschaffenburg und das Fraunhofer-Gesellschaft waren sich alle einig, dass noch Entwicklungspotenzial besteht. Weis sah klaren Verbesserungsbedarf, Bartels forderte mehr Sichtbarkeit der Region, Steidl sprach von besserer Vernetzung auch außerhalb staatlicher Strukturen, Schüßler von einer stärkeren Bündelung der Förderung.

Beim Thema Verkehr und Infrastruktur reichten die Positionen von mehr Investitionen über bedarfsgerechte Sanierungen bis hin zu Zurückhaltung bei den Kosten. Bartels betonte die Rolle von Bund und Land bei Schienen- und Straßenprojekten, der Landkreis müsse mitwirken, dürfe sich aber nicht finanziell übernehmen.

Im Anschluss an die Themenblöcke hatten die Besucherinnen und Besucher rund zwei Stunden Zeit, eigene Fragen zu stellen und die Kandidaten weiter in die Diskussion zu führen

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