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Regionalen Schienenverkehr ausbauen und ICE-Halt Hanau stärken

29.10.2021, 13:24 Uhr in Lokales
Schienen Zug Weiche Bahn

MAIN-KINZIG-KREIS. Am 29. Oktober beschloss der Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, den gemeinsamen Forderungskatalog der Region zum Schienenverkehr zu unterstützen. Die Stadt hatten gemeinsam zusammengetragen, was alles getan werden muss, um in den nächsten Jahren und Jahrzehnten den Schienenverkehr zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten. Im Dialog mit den Kreistagsfraktionen wurde der Forderungskatalog erörtert und weiterentwickelt. Die Resonanz war durchgehend positiv. Durch den Beschluss des Kreistags stellt sich die Region nun geschlossen hinter diesen Forderungskatalog, was die nun anstehenden Gespräche mit Landesregierung und Deutscher Bahn unterstützen wird.

„Unsere Region hat die Zeichen der Zeit erkannt“, zeigt sich IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold sichtlich erfreut über den Beschluss des Kreistags, „und stellt die Weichen in die Zukunft: den Ausbau des Schienenverkehrs zu einer attraktiven und umweltfreundlichen Mobilitätsform. Das macht Hanau und den gesamten Main-Kinzig-Kreis als Wirtschaftsstandort attraktiver und wird Unternehmen und Beschäftigten der Region zugutekommen.“

Zwar wisse er, dass kapazitätsbedingte Verspätungen bei der Bahn vielfach noch eher die Regel denn die Ausnahme sind, und gerade im ländlichen Raum nach Jahren der Vernachlässigung der Glaube an eine bessere Anbindung nicht sehr stark ist, jedoch gelte es gerade deswegen auf Besserungen hinzuwirken. „Nur so kann die Bahn eine gern benutzte Alternative für Pendler werden, indem sie komfortabler als das Auto wird.“ Ein gemeinsames Vorgehen der Region sei dabei nur logisch, da von einer verbesserten Schienenanbindung alle profitierten. „Die Region zeigt mit dem heutigen Beschluss Weitsicht und Pioniergeist. Jetzt sind ein langer Atem und Beharrlichkeit in der Kommunikation mit der Deutschen Bahn und dem Land gefragt“, betont der IHK-Präsident.

„Der Forderungskatalog ist ein Bekenntnis der Region, den Ausbau der Schieneninfrastruktur über administrative und institutionelle Grenzen hinweg gemeinsam zu denken“, bekräftigt Thomas Morlock, Stadtrat und Verkehrsdezernent der Stadt Hanau. Hessens jüngste Großstadt Hanau sei als Oberzentrum eng mit der Region verflochten und „will für die Region als der zentrale Umsteigebahnhof zum Fernverkehr fungieren“, bekräftigt er. Gerade das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Hanaus und der Nachbarkommunen erfordern es, den Schienenpersonennahverkehr zu stärken. „Zusätzliche Halte und eine engere Taktung gilt es zeitnah zu etablieren“, so Morlock. Mit der Entwicklung des Pioneer-Parks und des Bautzgeländes sowie der Umgestaltung des Bahnhofsumfelds, leiste Hanau nicht nur Stadtentwicklung in eigener Sache, sondern trage auch zu einer Entschärfung der Flächenknappheit für Wohnen und Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet bei, „eine zukunftsfähige Anbindung dieser Stadtquartiere ist zeitnah anzustreben. Der Forderungskatalog hilft allen Beteiligten in der Region, die überlokale Bedeutung auch punktueller Maßnahmen vor Augen zu führen und den Netzgedanken als gelebte Praxis zu verstehen.“

Kreisbeigeordneter und Verkehrsdezernent Winfried Ottmann, der auf den ganzheitlichen Charakter des Forderungskatalogs hinweist, zeigt sich froh über den Beschluss des Kreistags. „Der Forderungskatalog dient der gesamten Region“, so Ottmann „und daher ist es erfreulich, dass dies genauso wahrgenommen wird.“

Mit der Erstellung des Leitbilds Mobilität und des Radverkehrskonzepts gehe der Main-Kinzig-Kreis engagiert an die Aufgabe heran, die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Die Erfahrung zeige, dass eine breite Unterstützung das A und O sei. „Der Ausbau des Schienenverkehrs ist eine herausfordernde Aufgabe“, gesteht Ottmann ein, „für die Zukunft ist es aber unentbehrlich, uns für diese gemeinschaftlich und im Austausch miteinander einzusetzen.“ Es gelte für die nächsten Monate und Jahre „selbstbewusst und bedarfsgerecht“ eine Stärkung des Schienenverkehrs sowohl in städtischen als auch in den ländlichen Bereichen des Main-Kinzig-Kreises einzufordern. Abschließend fordert Ottmann, dass die Wende zu einer nachhaltigen Mobilität nur gelingen kann, wenn gemeinsam mit den Kommunen, dem Land und der Deutschen Bahn auch eine Modernisierung und der barrierefreie Umbau vieler Stationen im Landkreis angegangen wird. „Die ersten und die letzten Meter der gesamten Reisekette sind die entscheidenden“, so Ottmann, „auch diese gilt es bei der Weiterentwicklung des Schienenverkehrs, gerade auch in Verknüpfung zu weiteren Mobilitätsangeboten, mitzudenken.“

Quelle: IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern