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Über 190 Millionen Euro für staatliche Hochbaumaßnahmen in Unterfranken

18.01.2022, 13:40 Uhr in Lokales
Regierung Unterfranken

WÜRZBURG. Die Regierung von Unterfranken hat im Jahr 2021 im Bereich Planung und Bau staatliche Hochbaumaßnahmen mit Gesamtkosten von 191,4 Millionen Euro (= verausgabte, investierte Mittel im Jahr 2021) betreut, die von den Staatlichen Bauämtern in Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt abgewickelt wurden. Hiervon entfielen auf die Baumaßnahmen des Freistaates rund 161,9 Millionen Euro und auf die Baumaßnahmen des Bundes rund 29,5 Millionen Euro.

Im Rahmen öffentlicher Baumaßnahmen wird damit weiterhin kräftig in den Erhalt, die Erneuerung und die Erweiterung des staatlichen Gebäudebestandes investiert. Zugleich wirkt sich die anhaltende Hochkonjunktur im Baubereich bei der Findung von Partnern für die Planung und die Bauausführung zunehmend kritisch aus. Auch im Jahr 2021 wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die staatlichen Baumaßnahmen trotz Erschwernisse durch die Corona-Pandemie planmäßig fortzuführen. Die allgemeine Steigerung der Rohstoffpreise sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit bestimmter Baumaterialen stellte eine besondere Herausforderung bei der planmäßigen Abwicklung der Baumaßnahmen dar.

Bei der Generalsanierung des Justizgebäudes in Aschaffenburg wurde im vergangenen Jahr der erste Bauabschnitt fertiggestellt. Damit konnte der sanierte und um ein Geschoss aufgestockte Sitzungssaalbereich Ende 2021 wieder in Nutzung genommen werden. Die Sanierung des Verwaltungstraktes schließt sich als zweiter Bauabschnitt unmittelbar an. Durch die Sanierung erfährt das Justizgebäude eine zeitgemäße räumliche, technische und energetische Aufwertung. Im Zuge der Optimierung des Gebäudebestandes werden auch brandschutzrechtliche Ertüchtigungen vorgenommen sowie die Barrierefreiheit hergestellt.

Für den Neubau des Finanzamtes in Obernburg am Main erhielt das Staatliche Bauamt Aschaffenburg im vergangenen Jahr den Planungsauftrag zur Erstellung der Projektunterlage. In das neu entstehende Ämtergebäude wird als Teil der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung eine Bearbeitungsstelle für das Finanzamt Nürnberg-Nord integriert.

Ebenfalls im Rahmen der Heimatstrategie entsteht in Bad Königshofen ein Finanzamt. Für den geplanten Neubau, der als Bearbeitungsstelle des Finanzamts Nürnberg-Süd dient, erging 2021 der Planungsauftrag an das Staatliche Bauamt Schweinfurt.

Beim neuen Justizzentrum in Schweinfurt konnte 2021 der Rohbau fertiggestellt und mit den Arbeiten zur Herstellung der Baudichtigkeit begonnen werden. Der Neubau soll gemeinsam mit dem sanierten angrenzenden Bestandsgebäude künftig Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft an einem Standort zusammenfassen.

Für den Neubau der Landesbaudirektion Bayern in Ebern wurde der Planungsauftrag zur Erstellung der Projektunterlage erteilt. Die Landesbaudirektion Bayern ist bereits seit 2016 übergangsweise in mehreren, angemieteten Büroeinheiten im Stadtgebiet von Ebern untergebracht. Die Neubaumaßnahme ist Bestandteil der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung und schafft die baulichen Voraussetzungen für eine dauerhafte und gebündelte Unterbringung des Flächenbedarfs der Mittelbehörde in Ebern.

Für das Institut für Bienenkunde und Imkerei bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim wurde im Dezember 2021 die Projektgenehmigung durch den Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags erteilt. Damit liegen die Voraussetzungen für den Beginn der Vergabeverfahren der Bauleistungen vor. Mit dem Neubau werden zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Aus- und Fortbildung der Imkerinnen und Imker und die Erforschung der Lebensvoraussetzungen für Bienen und andere Blütenbestäuber in der heimischen Kulturlandschaft geschaffen. Am Standort in Thüngersheim konnte ein neues Ensemble aus Mehrzweck- und Werkstattgebäuden fertiggestellt und an die LWG übergeben werden. Damit verfügt der Versuchsbetrieb für Obstbau und Baumschulen "Am Stutel" nun über moderne Räumlichkeiten für Produktaufbereitung, Kühlung und Lagerung sowie neue, zeitgemäße Arbeitsplätze.

Beim Neubau des Staatsarchivs in Kitzingen wurde im Frühjahr 2021 die Projektfreigabe vom Haushaltsausschuss erteilt. Damit konnte im Jahresverlauf die Entwurfsplanung konkretisiert und im Herbst 2021 bereits die haushaltsrechtliche Genehmigung für die Baufeldfreimachung durch den Landtag ausgesprochen werden. Nach Abschluss der Baufeldfreimachung auf dem Deuster-Areal soll der Neubau schlüsselfertig von einem Totalunternehmer errichtet werden. Die Vergabe erfolgt in einem europaweiten Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb auf Grundlage einer funktionalen Leistungsbeschreibung. Das Verfahren wurde Ende 2021 veröffentlicht. Die Maßnahme ist Bestandteil der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung und schafft die räumlichen Möglichkeiten für die Verlagerung des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen.

Auch im Bereich der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg wird weiterhin in hochmoderne Gebäude für die vielfältigen Nutzungen investiert. Beim Neubau des „Center of Polymers for Life (CPL)“ wurde im Sommer 2021 vom Haushaltsausschuss die Projektgenehmigung erteilt. Damit konnte die Ausschreibungsphase für die Bauleistungen eröffnet und im Herbst bereits mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Das Projekt, das von der Bunderepublik Deutschland kofinanziert wird, dient der Erforschung von Möglichkeiten zur Biofabrikation, die später unter anderem in der Medizin zum Einsatz kommen sollen. Außerdem konnte das Zentrum für Topologische Isolatoren (ITI) auf dem Campus Hubland fertiggestellt und zum Jahresende an die Universität Würzburg übergeben werden. Unter Reinraumbedingungen kann hier künftig interdisziplinär Spitzenforschung als Grundlage für die Informationstechnologie betrieben werden.

Für die Neubauten der Kopfkliniken und des Zentrums.Frauen-Mutter-Kind am Universitätsklinikum Würzburg wurde der Planungswettbewerb entschieden. Das Preisgericht hat sich für HASCHER JEHLE Architektur (Berlin) als Sieger entschieden. Der zweite Preis ging an Gerkan, Marg und Partner (Aachen) und der dritte Preis an Nickl & Partner Architekten (München). Mit den Preisträgern wird das Staatliche Bauamt Würzburg die Vertragsverhandlungen führen und anschließend die Projektunterlage zur Freigabe durch den Bayerischen Landtag vorbereiten. Gegenstand des Wettbewerbs war die interdisziplinäre Planung für den abschnittsweisen Neubau der Kopfkliniken und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind auf dem rund 12 Hektar großen Erweiterungsgelände Nord des Universitätsklinikums Würzburg. Allein im ersten Bauabschnitt des Großprojektes sollen neben der Erschließung des bislang landwirtschaftlich genutzten Areals Neubauten mit einer Nutzungsfläche von rund 30.000 Quadratmetern entstehen, die den Anforderungen an modernste Universitätsmedizin gerecht werden.

Nachprüfstelle für die Vergabe von Bauleistungen, Liefer- und Dienstleistungen, Konzessionen und Freiberufliche Leistungen:

Die VOB-Stelle der Regierung von Unterfranken verzeichnete für das vergangene Jahr mit rund 1.600 Anfragen im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung um 30 Prozent. Dies hängt überwiegend mit der Beratung im Zusammenhang mit der Schaffung der Teststationen und Impfzentren im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie zusammen. Aufgrund der enormen Preissteigerungen und Lieferengpässe im Baugewerbe hat die VOB-Stelle ebenso umfangreich zur Anwendung einer „Stoffpreisgleitklausel“ beraten.

Etwa 70 Prozent der Anfragen bezogen sich auf die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) bei kommunalen Baumaßnahmen oder sonstigen Bauprojekten mit staatlicher Förderung. Etwa 300 Anfragen wurden zu europaweiten Vergabeverfahren bei Vergaben von Liefer- und Dienstleistungen, insbesondere der Anwendung der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV) und der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), beantwortet.

In 11 Fällen wurde die VOB-Stelle als Nachprüfungsstelle für Vergabeverfahren von Bauleistungen nach § 21 VOB/A tätig.

Quelle: PM Regierung Unterfranken