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„Eine Ehre, den Adler auf der Brust zu tragen“

13.04.2024, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
KW15 SPORT 1
Foto: Marco Wolf

GLATTBACH (ml). „Mein Vater hat früher Handball gespielt und hat es dann bei meinen drei Schwestern probiert. Bei mir wollte er es dann gar nicht erst versuchen“, lacht Julia Maidhof. Die 26-jährige Glattbacherin ist mittlerweile eine feste Größe in der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Dieses Wochenende steht nach der erfolgreichen Qualifikation für die Europameisterschaft die Quali für Olympia an. Nach dem Sieg am vergangenen Donnerstag über Slowenien trifft die Mannschaft diesen Samstag auf Montenegro und Sonntag auf Paraguay.

Über ihre Schulfreunde kam Maidhof dann letztlich doch zu ihrem Sport, sehr zur Freude des Vaters. Ihre ersten Schritte im Handball machte sie bei ihrem Heimatverein TV Glattbach. „Ich habe meine Zeit bis zur B-Jugend dort verbracht und auch meine erste Meisterschaft gefeiert.“ Als man ihr Talent bemerkte, wurde sie in die Auswahlmannschaften im Bezirk Odenwald-Spessart aufgenommen. „Ich wollte langsam in eine professionelle Richtung gehen und hatte die Möglichkeit, nach Sulzbach-Leidersbach zu wechseln, habe mich dann aber für Bensheim Auerbach entschieden.“ Ab 2014 spielte sie in der Jugendmannschaft, aber auch schon bei den Damen mit und machte parallel ihr Abitur in Aschaffenburg, bevor es sie nach Bensheim zog, wo sie sich zur Bundesligaspielerin entwickelte. „Nach wunderbaren sechs Jahren, auf die ich super gerne zurückschaue, habe ich dann den Schritt zur SG BBM Bietigheim gewagt.“ Die kommenden drei Jahre waren dann nur so von Titeln gespickt - von der Meisterschaften über nationale bis hin zu nationalen Pokalen. „2023 konnte ich mich dann entscheiden, ob ich noch ein Jahr bleibe oder weiterziehe. Nach meiner bestandenen Masterarbeit standen mir alle Türen offen.“ Seit Sommer steht sie nun beim rumänischen Erstligisten SCM Ramnicu Valcea unter Vertrag und lernt, wie sie sagt, den Handball nochmal neu kennen. „Der Frauenhandball hat in Rumänien einen noch höheren Stellenwert als der Männerhandball. Wir spielen immer in vollen Hallen und die Bedingungen für uns Sportlerinnen sind einfach super professionell.“ Mit 21, noch während ihrer Zeit in Bietigheim, feierte Maidhof ihr Debut für die deutsche Nationalmannschaft. „Letzte Woche haben wir erst das Ticket für die EM in Österreich, Ungarn und der Schweiz im September gelöst und diese Woche wollen wir direkt die Qualifikation für Olympia packen, was natürlich ein Riesentraum und Ziel für jeden ist.“ Das letzte Großturnier musste die Linkshänderin verletzungsbedingt ausfallen lassen, deshalb ist es für sie jetzt ganz besonders wichtig, fit zu bleiben für die kommenden Großereignisse. „Gerade nach der Zeit, in der ich nicht spielen konnte, ist es für immer wieder eine riesige Ehre, für mein Land aufzulaufen und ich kann mich gar nicht glücklicher schätzen, mit so einer zusammengeschweißten Mannschaft mit dem Adler auf der Brust auf der Platte zu stehen.“

Kw15 Sport Maidhof
Foto: Marco Wolf