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Mit Ruhe zur Geschwindigkeit

17.02.2024, 06:30 Uhr in PrimaSonntag
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ASCHAFFENBURG (jm). Jedes Kind träumt davon, in seiner Sportart bis ganz nach oben zu kommen - bei Daniel Olič war es die Leidenschaft für den Motorsport. Mittlerweile ist der Aschaffenburger selbst Dragsterpilot. In PrimaSonntag spricht er über die hierzulande noch sehr unbekannte Motorsportart und seine bisherigen Erfolge.

„Es ist der schnellste Motorsport der Welt, aber auch der sicherste“, erklärt Daniel Olič. Der Aschaffenburger betreibt, seit er 14 Jahre alt ist, die amerikanische Motor-Sportart Drag Racing. Die Fahrzeuge werden von großvolumigen Motoren mit bis zu einigen tausend PS Leistung angetrieben. Bei den Beschleunigungsrennen treten auf einer geraden Strecke zwei Piloten direkt gegeneinander an. Dabei gibt es zwei Klassen: In der Heads-Up Klasse gewinnt der schnellere der beiden Piloten. Daniel fährt in der Index-Klasse - dabei setzten vorher beide Fahrer eine Zeit an, in der sie die Strecke fahren wollen. Hierbei gewinnt derjenige, dessen Zeit näher an der eigenen Zielsetzung ist. Während es in Amerika professionelle Teams gibt, ist die Sportart hierzulande meist ein reines Hobby. Daniel Oličs Leidenschaft für Motorsport wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. „Ich bin in der Kfz-Werkstatt meines Stiefvaters groß geworden“, erinnert sich der 22-Jährige.

Sportler des Jahres

Eines Tages war Gerd Habermann mit seinem Fahrzeug in der Werkstadt zu Gast. Habermann ist der einzige „Drag-Racer“ in Deutschland, der den Sport beruflich betreibt. „Er ist zu meinem Stiefvater gekommen, um vor einem Rennen am Hockenheimring seinen Motor reparieren zu lassen. Irgendwann hat er dann zu mir gesagt: Daniel du bist doch ein cooler Junge. Hast du Lust, mal für mich zu fahren?“ Habermann wurde zum Mentor des 22-Jährigen. Daniels neue Leidenschaft war geweckt. „Dann bin ich das erste Mal in Tschechien gefahren und das hat mich gecatcht. Da hab ich gesagt, ich möchte das weitermachen.“ Der Aschaffenburger wurde sogar Deutscher Juniorenmeister. „Man braucht Ruhe, Strapazierfähigkeit und Leidenschaft. Ohne Leidenschaft geht, glaube ich, kein Sport.“ Drag-Racing ist bei weitem kein billiger Sport. Der Preis der Grundausrüstung beläuft sich zwischen 3.000 und 6.000 Euro - dazu laufende Kosten. Daniels aktuelles Auto, ein Chevrolet Vega, musste in Eigenarbeit zusammengebaut werden. „Ich habe jeden Tag mindestens drei bis vier Stunden Zeit investiert - und das über Monate“. 2019 folgte dann der, aus seiner Sicht, größte Titel seiner Laufbahn. Daniel Olič wurde vom Deutschen-Motor-Verband als Junior Sportler des Jahres ausgezeichnet.


Rückschläge und
der große Traum

In seiner jungen Karriere musste der 22-Jährige aber auch schon einige Rückschläge hinnehmen. „Ich hatte dann einen ganz schlimmen Unfall - viermal habe ich mich überschlagen.“ Zurzeit baut er das Fahrzeug wieder auf. „Da heißt es auch jedes Mal, wenn man nach Hause kommt: vier bis fünf Stunden ab in die Tiefgarage und an dem Auto arbeiten.“ Das hat vorerst neben seinem Studium die höchste Priorität. „Meine Ziele sind, das Auto wiederaufzubauen und nächstes Jahr voll in die Saison zu starten. Aber langfristig möchte natürlich irgendwann in der Königsklasse bei den Top Fuel Piloten fahren.“ Eine reine Profi-Karriere kann er sich aktuell allerdings eher nicht vorstellen - auch, um den Spaß an seinem Hobby zu behalten.