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Altstädter Markt soll ein Hanauer Goldstück werden

13.04.2022, 06:31 Uhr in Lokales
120422 Hanau Altstaedter Markt Goldschmiedehaus
Foto: Gesellschaft für Goldschmiedekunst e. V.

HANAU. Die positive Entwicklung der Altstadt und die damit einhergehende Wiederbelebung des Altstädter Markts bekommt jetzt einen weiteren Impuls. Die Stadt hat sich entschlossen, für das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Kober das Vorkaufsrecht zu nutzen und so mit der künftigen Gestaltung und Nutzung die Gesamtstrategie weiter voranzutreiben. „Mit der Ausübung des Vorkaufsrechts für die Metzgerstraße 1 können die dringend notwendigen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen optimal umgesetzt werden“, ist Oberbürgermeister Claus Kaminsky sicher, dass die Baugesellschaft Hanau als städtische Tochter die perfekte Partnerin für dieses Vorhaben ist. Das Wohnungsunternehmen sei im Umfeld bereits Eigentümerin diverser - ebenfalls historisch bedeutsamer – Gebäude und habe bereits in der Vergangenheit ähnliche Objekte saniert und damit der Bürgerschaft ‚zurückgegeben‘. „Die Baugesellschaft verfügt zweifelsfrei sowohl über die entsprechenden Mittel als auch über die fachliche Expertise, um ein derartiges Projekt im städtischen Interesse umzusetzen.“

Die fragliche Immobilie liegt direkt am Altstädter Markt und ist eines der zentralen Gebäude in der Hanauer Altstadt. Aktuell steht das Gebäude zum Teil leer, die Gewerberäume im Erdgeschoss werden seit geraumer Zeit nicht mehr genutzt. Auch die Wohnungen sind sanierungs- oder renovierungsbedürftig. Die Fassade des Gebäudes entspricht optisch nicht den übrigen historischen Gebäuden rund um den Altstädter Markt. „Die unübersehbar vorhandenen städtebaulichen Missstände haben eine negative Wirkung auf den gesamten Bereich, so dass es zwingend erforderlich ist, diese nachhaltig mit entsprechenden Entwicklungsmaßnahmen zu beseitigen“, fasst der OB die aktuelle Situation zusammen, die dazu geführt hat, dass sich die Stadt zur Ausübung des Vorkaufsrechts entschlossen hat. Schließlich sei es erklärtes Ziel der Stadt Hanau, dass in derartige Leerstände Gewerbebetriebe einziehen, die einen Beitrag zum positiven Stadtbild leisten, die von den Einwohnern gut und gerne angenommen werden sowie die lokale Wirtschaft unterstützen.

Am Altstädter Markt gilt es nach den Worten des OB, die Funktion des Platzes als Verbindung zwischen Alt- und Neustadt zu stärken. Dafür wurde der Verkehr beruhigt und die Ansiedlung von Gastronomie und Kunsthandwerkern gefördert. Mit dem sehr erfolgreichen Programm „Hanau aufLADEN“ solle die Altstadt konsequent weiterentwickelt und unter dem Obergriff „Hanauer Goldstück“ zu einem Treffpunkt für die Bürgerschaft sowie Besucherinnen und Besucher entwickelt werden. Dabei werde eine Erlebnisfläche geschaffen, die mit spannenden Konzepten aus Gastronomie, Kunsthandwerk und Kreativszene den Altstädter Markt bereichert.

Neben den städtebaulichen Entwicklungszielen im Zusammenhang mit „Hanau aufLADEN“ kommt der Liegenschaft in der Metzgerstraße 1 jedoch auch unter historischen und damit unter touristischen Gesichtspunkten eine besondere Rolle zu, denn das Gebäude liegt gegenüber des weit über Hanau hinaus bekannten Altstädter Rathauses, das heute als Deutsches Goldschmiedehaus berühmt ist und zu den bedeutendsten Ausstellungszentren für Gold- und Silberschmiedekunst weltweit zählt. Die Bedeutung dieses als „Herzstück“ der Altstadt“ wirkende Fachwerkhaus wird dadurch unterstrichen, dass hier die „Hanauer Elle“ zu finden ist, das offizielle Längenmaß für den Markt, sowie der Justitiabrunnen aus dem Jahr 1611. Um die historische Strahlkraft und die touristische Wirkung aufrecht zu erhalten, ist es von zentraler Bedeutung, die anliegenden Gebäude in einen guten Zustand zu versetzen. Eine solche Instandsetzung erfordert ein enormes Fachwissen und die dazugehörigen finanziellen Mittel, denn der Altstädter Markt ist denkmalrechtlich nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz Bestandteil der Gesamtanlage Altstadt mit Freiheitsplatz. Damit ist auch das frühere Kober-Anwesen denkmalgeschützt, so dass bei einer Sanierung auch die Regelungen des Hessischen Denkmalschutzgesetzes (HDSchG) zu beachten sind. „Die Baugesellschaft hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sowohl über die notwendige Expertise als auch über die Finanzkraft verfügt, um ein solches Projekt im Sinne der Stadt zu realisieren“, erläutert OB Kaminsky und ergänzt abschließend, dass das städtische Unternehmen sich verpflichten wird, die städtebaulichen Maßnahmen innerhalb von fünf Jahren umzusetzen.

Quelle: Stadt Hanau