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Funksystem für die Feuerwehren im Kreis Aschaffenburg ab sofort in Betrieb!

17.11.2021, 11:23 Uhr in Lokales
051021 Symbolbild feuerwehr

KREIS ASCHAFFENBURG. Der Landkreis Aschaffenburg hat ein Funksystem für die Feuerwehren beschafft, das nun in Betrieb genommen werden konnte.

Über den Landkreis Aschaffenburg zieht ein Sturm, einige Häuser werden abgedeckt, zahlreiche Bäume stürzen um und auch einige Freileitungen fallen ihm zu Opfer. Die Feuerwehren rücken aus, der Funkverkehr ist schnell überlastet, die Telefone funktionieren aufgrund des Stromausfalls nicht mehr. Ein Szenario, in dem es schwierig ist, die Kräfte landkreisweit gezielt zu koordinieren. Seit vielen Jahren nutzten die Feuerwehren deshalb internetgebundene Übertragungswege. So werden bei solch einer Flächenlage die Einsätze über ein Web-Modul, anstelle der üblichen Alarm Faxe, an die Feuerwehren zugewiesen. Leider funktioniert dieses, ebenso wie viele andere internetbasierte Anwendungen, nicht bei einem Stromausfall. Denn mit diesem geht meist nach wenigen Stunden ein Ausfall des Internets einher.

Um in einem besonders Betroffenem Ort übergangsweise einen Anschluss an das Internet herzustellen, wurde im Frühjahr das HiMoNN-System der Firma Vites beschafft. Das Equipment mitsamt Zubehör ist bei der Fernmeldegruppe der Feuerwehr Hösbach stationiert und soll die Krisensichere Infrastruktur der Wehren neben des bereits beschafften und in mehreren Feuerwehren vorgehaltene Satelliten DSL ergänzen. Das System besteht aus zwei Funkschnittstellen, unterschiedlichen Netzwerkkabeln und Richtfunkantennen. So wird an einer Funkschnittstelle ein Netzwerk eingerichtet. Dazu werden via LAN-Kabel Computer angeschlossen oder über WLAN Laptops verbunden. Über eine Rundstrahlantenne wird dann eine Verbindung zum zweiten HiMoNN-System hergestellt. Diese kann dann ebenfalls wieder ein eigenes Netzwerk erzeugen oder sich in ein bestehendes Netzwerk einfügen. Also sich auch via LTE an einem Funkmast einloggen oder ganz normal an einen Router und damit ans Internet angeschlossen werden. Insbesondere diese Spiegelung des Mobilfunknetztes macht das System für einen Katastrophenfall interessant. So kann beispielsweiße in einem besonders betroffenen Ort, ohne funktionierende Kommunikationseinrichtungen, eines der Geräte an einem hohen Gebäude (z.B. Mast oder Schlauchtum) installiert werden. Von dort aus stellt es ein lokales LTE-Netz zur Verfügung. Auf einem umliegenden Hügel wird mit dem Fernmeldewagen das zweite Gerät aufgebaut und loggt sich von dort aus in das Mobilfunknetz eines intakten Mastes ein. Durch die Funkverbindung der beiden Geräte, können nun die Kräfte im Ort Dienste wie Internet oder lokale Netzwerke nutzen. Je nach Konfiguration kann man auch Betroffenen Bürgern ein WLAN-Netz (Hotspot) zur Verfügung stellen.

Vergangene Woche wurden die Funktionen und Grenzen des Systems durch die Feuerwehr Hösbach, die SEG Drohne der Feuerwehr Karlstein, KBM Andreas Ullrich und den beiden Kreisbrandinspektoren Otto Hofmann und Frank Wissel getestet. Eine gute Verbindung zwischen den Schnittstellen ist nur bei direktem Sichtkontakt möglich. Dann sind auch Übertragungen von hochauflösenden Videosignalen, ohne merklichen Zeitversatz und auf Entfernungen von bis zu drei Kilometern problemlos möglich. Über die Mitgelieferten Richtfunkantennen sollen auch Entfernungen zwischen 8 – 10 Kilometer möglich sein. Nach einigen Anpassungen in der Software sollte es ab sofort auch als „Plug-and-Play“ Lösung durch das unterwiesene Personal in wenigen Minuten eingesetzt werden können.

Quelle: Landratsamt Aschaffenburg