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Homeoffice-Anteil für Bayern im Jahr 2021 bei 25 Prozent

21.06.2022, 09:58 Uhr in Lokales
Homeoffice

UNTERFRANKEN. Neue Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2021: Jeder vierte abhängig Beschäftigte arbeitete letztes Jahr von zu Hause aus; regional gesehen zeigte Oberbayern mit 32 Prozent den höchsten Homeoffice-Anteil. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik arbeiteten im Jahr 2021 insgesamt rund 1,5 Millionen der über 6,1 Millionen abhängig Beschäftigten in Bayern mindestens einen Tag in der Woche von zu Hause aus. Bei Männern betrug der Anteil 27 Prozent, bei Frauen waren es rund 22 Prozent. Das ergaben die neuesten Erkenntnisse aus dem Mikrozensus 2021. Fürth. Nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2021, in dem jährlich seit 1957 ein Prozent der Bevölkerung zu ihren Lebensverhältnissen befragt werden, arbeiteten im Jahr 2021 ein Viertel der abhängig Beschäftigten in Bayern mindestens einen Tag in der Woche von zu Hause aus.

Der Blick auf die Regierungsbezirke zeigt: In Oberbayern lag mit 32 Prozent der Homeoffice-Anteil am höchsten. Die Befragung zeigt, dass bei älteren Beschäftigten Homeoffice weniger verbreitet war: „So erledigten nur 21 Prozent der 50- bis 65-Jährigen ihre beruflichen Aufgaben im Jahr 2021 zumindest teilweise von zu Hause aus. Demgegenüber waren es bei den 15- bis 34-Jährigen 25 Prozent und bei den 35- bis 49-Jährigen 29 Prozent“, betont Jochen Knöller, Referent für den Mikrozensus im Bayerischen Landesamt für Statistik.

Bildung, Tätigkeitsart, Einkommen, Ort, Unternehmensgröße und Branche haben maßgeblich Einfluss

Die Möglichkeit, von zu Hause aus arbeiten zu können, ist nach den Ergebnissen der Befragung stark vom Bildungsabschluss beeinflusst. So lag der Homeoffice-Anteil der abhängig Beschäftigten mit einem niedrigen Bildungsabschluss bei sieben Prozent, mit einem mittleren Bildungsabschluss bei 14 Prozent und mit einem hohen Bildungsabschluss sogar bei 48 Prozent. Das spiegelt sich auch in der beruflichen Tätigkeit wider. So hatten Arbeiterinnen und Arbeiter im Jahr 2021 nur in Ausnahmefällen die Möglichkeit, ihren Beruf von zu Hause ausüben zu können: In dieser Gruppe betrug der Homeoffice-Anteil lediglich drei Prozent gegenüber 27 Prozent bei den Angestellten. Bei Beamtinnen und Beamten nutzten sogar 47 Prozent die Möglichkeit des Homeoffice, darunter viele Lehrerinnen und Lehrer.

Auch mit der Höhe des Einkommens wächst der Homeoffice-Anteil erheblich: Bei den abhängig Beschäftigten mit einem Nettomonatseinkommen von 1 000 bis 2 000 Euro lag der Anteil im Jahr 2021 bei zwölf Prozent, hingegen bei Personen, die 4 000 Euro netto und mehr verdienten, bei 64 Prozent.

Im Stadt-Land-Vergleich zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede: In Städten lag der Homeoffice-Anteil bei 34 Prozent, in ländlichen Gebieten hingegen bei 20 Prozent und damit unter dem bayernweiten Durchschnitt von 25 Prozent.

Auch die Betriebsgröße hat einen Einfluss auf den Homeoffice-Anteil. Von den Beschäftigten in Betrieben bis 49 Personen waren im Jahr 2021 nur 16 Prozent der Beschäftigten mindestens an einem Tag in der Woche im Homeoffice. Betrachtet man hingegen Betriebe mit 500 Personen und mehr Beschäftigten, lag dieser Wert bei 38 Prozent.

Zudem zeigen sich große branchenspezifische Unterschiede. Den geringsten Home-office-Anteil hatten Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen. In diesem Arbeits-umfeld können sehr viele Tätigkeiten nicht von zu Hause aus erledigt werden und dementsprechend arbeiteten hier nur sechs Prozent der Beschäftigten ganz oder teilweise von zu Hause aus. Am höchsten war der Homeoffice-Anteil mit 65 Prozent im Bereich „Information und Kommunikation“.

Was ist der Mikrozensus?

Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltserhebung der amtlichen Statistik in Deutschland. Seit 1957 wird jedes Jahr ein Prozent der Bevölkerung zu ihren Lebensverhältnissen befragt. Dabei geht es um Themen wie Haushalt und Familie, wirtschaftliche Lage und soziale Teilhabe, Bildung und Beruf, Arbeitsweg, Kinderbe-treuung, Wohnen und Gesundheit. Allein in Bayern werden jährlich rund 60 000 private Haushalte befragt. Damit unterscheidet er sich maßgeblich vom aktuell stattfindenden Zensus 2022, der ermittelt wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Mehr Informationen finden Sie hier: www.statistik.bayern.de/presse/mit-teilungen/2022/pm104

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik