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IHK Aschaffenburg stellt Konjunkturumfrage vor

25.05.2022, 15:27 Uhr in Lokales
IHK Aschaffenburg data

ASCHAFFENBURG. Unternehmer am Bayerischen Untermain berichten heute über ihre aktuellen Herausforderungen im Zuge der Ukraine-Krise. Dabei stehen vor allem Probleme mit unterbrochenen Lieferketten, den steigenden Energiepreisen und den Sanktionen im Fokus. Gleichzeitig stellt die IHK Aschaffenburg die Ergebnisse ihrer aktuellen Konjunkturumfrage vor. Neben IHK-Präsidentin Heike Wenzel sind auch die Geschäftsführer von Aulbach Automation und Adam Hörnig Baugesellschaft dabei.

Pressemitteilung der IHK Aschaffenburg:
Der Ukraine-Krieg macht sich für die Unternehmen am Bayerischen Untermain insbesondere durch massiv gestiegene Energie- und Rohstoffpreise bemerkbar. In der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Aschaffenburg sehen darin 79 Prozent der regionalen Unternehmen ein Geschäftsrisiko. „Die sprunghaft gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe sowie für Vorprodukte treffen somit nicht mehr nur energieintensive und produzierende Unternehmen, sondern die regionale Wirtschaft in ganzer Breite,“ sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Freundt.

Trotz immens gestiegener Risikofaktoren sind die Auftragsbücher aber noch gut gefüllt. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbessert sich sogar etwas, mit einem Anstieg des Lageindikators von 120,2 Punkten zu Jahresbeginn auf nunmehr 125,1 Punkte. Dabei machen sich die Corona-Lockerungen positiv bemerkbar, wobei der besonders betroffene Tourismussektor aktuell Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehrt.

„Ob durch gerissene Lieferketten Richtung Asien oder die Folgen des Ukraine-Kriegs in Europa, die Material- und Rohstoffknappheit bleibt auch weiterhin ein schwerwiegendes Problem für die Unternehmen im Baugewerbe, in der Industrie und im Handel. Dies wird sich künftig auch bei den Verbrauchern noch stärker bemerkbar machen,“ so Freundt. Aktuell sehen sich 32 Prozent der Unternehmen gezwungen, die Kostensteigerungen in den nächsten Monaten vollständig an die Kundschaft weiterzugeben, 50 Prozent werden die Steigerungen zumindest teilweise weitergeben.

Die Investitionsbereitschaft geht insgesamt leicht zurück, einen spürbaren Rückgang gab es dabei im Baugewerbe. Darin spiegelt sich auch die Sorge vor der künftigen Wirtschaftsentwicklung wider. Mit Ausnahme des Tourismussektors gehen die Geschäftserwartungen in allen Branchen spürbar zurück. Besonders pessimistisch ist der Ausblick im Handel. Branchenübergreifend halten sich Optimisten und Pessimisten derzeit aber noch die Waage. Jeweils ein Viertel erwartet eine Verbesserung bzw. eine Verschlechterung und die übrigen Umfrageteilnehmer erwarten keine Veränderung.

„Der Arbeitsmarkt hat sich aktuell etwas von den eingetrübten Geschäftserwartungen abgekoppelt. Die Personalpläne bleiben im Branchendurchschnitt weiterhin expansiv ausgerichtet, wobei vor allem die Industrie und das Baugewerbe kräftig Mitarbeiter einstellen wollen. Angesichts des Ukraine-Kriegs ist der Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko etwas in den Hintergrund getreten. Die hohe Einstellungsbereitschaft zeigt mit Blick auf die eingetrübten Erwartungen aber auch auf, dass der Fachkräftemangel zu großen Lücken in den Unternehmen geführt hat, die noch immer geschlossen werden müssen,“ so IHK-Konjunkturexperte Andreas Elsner.

Angesichts der vielfältigen und gravierenden Risikofaktoren öffnet sich die Schere zwischen guter Geschäftslage und den von Unsicherheit geprägten Geschäftserwartungen wieder. Der Konjunkturklimaindikator, der sich aus der Beurteilung der aktuellen Lage und den Erwartungen zusammensetzt, fällt leicht von zuletzt 112,3 Punkten auf aktuell 111,8 Punkte. An der Umfrage haben sich 268 Unternehmen unterschiedlichster Wirtschaftszweige und Größenordnungen aus der Region Bayerischer Untermain beteiligt.