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IHK Hanau-Gelnhausen: Rechenzentren und Vizepräsidentin

15.07.2022, 14:34 Uhr in Lokales
150722 Vollversammeln

HANAU/GELNHAUSEN. Karl-Friedrich Rudolf legte nach 16 Jahren sein Ehrenamt als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern nieder, um Platz für Jüngere zu schaffen. Dem in und um Schlüchtern herum bestens vernetzten Geschäftsführer der Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn GmbH + Co.KG folgt Franziska Lösel aus Bad Soden-Salmüster nach. Das beschloss die IHK-Versammlung auf ihrer Sitzung am 12. Juli.

„Franziska Lösel verkörpert die junge Wirtschaft, sie ist seit längerem Geschäftsführerin der Kinzigtal-Maklergesellschaft mbH, und sie ist in ihrer Region bestens bekannt. Sie wird die Gesamtwirtschaft im Osten des Landkreises sehr überzeugend vertreten“, lobte IHK-Präsident Oliver Naumann die langjährige Wirtschaftsjuniorin.

Als Dank für seine herausragende ehrenamtliche Arbeit erhielt Karl-Friedrich Rudolf die Ehrenplakette der IHK. Es ist die höchste Auszeichnung, welche die IHK zu vergeben hat. In den vergangenen 28 Jahren hatte Rudolf als Mitglied der Vollversammlung wichtige Weichenstellungen für die heimische Wirtschaft mit entwickelt und getragen. Als alternierender Vorsitzender des IHK-Berufsbildungsausschusses leitete er diesen souverän, freundlich und klar in der Sache. Der Ausschuss wird abwechselnd von der IHK und vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) geleitet und stellt wichtige Weichen rund um die Aus- und Weiterbildung in der Region.

Die Krise wird noch andauern

Die Aussprache zur wirtschaftlichen Lage zeigte schmerzlich auf, wie abhängig die einheimische Wirtschaft von Zulieferungen aus aller Welt ist. Viele Folgen der Pandemie, des Krieges in der Ukraine, der Energiekrise und der Inflation sind noch nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Fest steht nur, dass es in vielen Branchen sehr schwierig wird. Denn die private Nachfrage wird massiv beeinträchtigt und den Unternehmen fehlt die Kalkulationsgrundlage. „Die Party ist vorbei“, kommentierte ein Mitglied der Vollversammlung unter Zustimmung das Geschehen. Nur sehr wenige Branchen sehen sich derzeit im Aufwind: Immerhin wird über deutlich steigende Nachfrage zu Automatisierung und interner Logistik berichtet.

Erneut diskutiert wurde, wie die IHK zwischen Kommunen, ihren alteingesessenen Unternehmen und ansiedlungswilligen Rechenzentren vermitteln kann. Viele Rechenzentren-Betreiber suchen nach neuen Standorten im weiteren Umkreis von Frankfurt. Sie sind sehr potente Flächenkäufer mit hohem Strombedarf. Das kann zu einem Verdrängungswettbewerb mit ortsansässigen Unternehmen führen – auch in der Energieversorgung. Für bereits ansässige Unternehmen mit Erweiterungsabsicht empfiehlt es sich, sich sehr frühzeitig an ihren Stromversorger zu wenden.

Die Diskussion im „Parlament der Wirtschaft“ zeigte dann aber auch, dass schon heute die stabile Energieversorgung eine Herausforderung darstellt. Die Beseitigung von Missständen kann aktuell Jahre in Anspruch nehmen. Präsident Naumann bat die Unternehmen um „möglichst präzise Hinweise an die IHK, ob es Stromausfälle gegeben hat, ob Notstromaggregate angesprungen sind und ob die betrieblichen Abläufe gestört wurden. Sollten das keine Einzelfälle sein, wird sich die IHK für Verbesserungen einsetzen.“

Neben diversen Formalia behandelte die IHK die Zwischenergebnisse ihrer Arbeitsgruppe Klimawandel. Zum Jahreswechsel will die IHK einen Handlungsleitfaden für kleine und mittlere Unternehmen vorlegen.

Quelle: IHK