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Debatte um Windkraft: Infoabend in Elsenfeld sorgt für Diskussionen

07.07.2026, 21:00 Uhr in Kreis Miltenberg
070726 Elsenfeld Info

ELSENFELD/HAUSEN/LEIDERSBACH/ESCHAU. Wie viel Windkraft verträgt der Spessart? Diese Frage hat am Dienstagabend zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ins Bürgerzentrum Elsenfeld gelockt. Bei der Informationsveranstaltung zum geplanten Vorranggebiet „Häuschenshöhe“ trafen Befürworter und Gegner der Windkraft aufeinander. Immer wieder wurde applaudiert, Zwischenrufe blieben nicht aus. Hintergrund der Veranstaltung ist das geplante Vorranggebiet „Häuschenshöhe“, das Flächen rund um Elsenfeld, Eschau, Hausen und Leidersbach umfasst. Dort könnten künftig Windenergieanlagen entstehen. Ziel des Abends war es, über den aktuellen Planungsstand zu informieren und Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten. Projektleiter Fabian Rothermich erläuterte die Chancen des Vorhabens. Neben dem Beitrag zur Energiewende verwies er auch auf wirtschaftliche Vorteile für die beteiligten Kommunen. Einnahmen aus der Windenergie könnten den Gemeinden langfristig finanzielle Spielräume eröffnen.

Deutlichen Widerspruch gab es von Gegnern der Planungen. Michaela Lesperance von der Bürgerinitiative Netzwerk Pro Heimat kritisierte vor allem die Eingriffe in Natur und Wald. In ihrer Rede sagte sie: „In unseren Augen wiegen die Risiken und unwiederbringliche Zerstörung insgesamt zu schwer und es ist kein nachhaltiger und vernünftiger Umgang mit den wertvollen Ressourcen, die es zu schützen gilt.“ Während des Abends wurde deutlich, dass insbesondere die kritischen Wortbeiträge auf viel Zustimmung im Saal stießen und häufig mit lautem Applaus begleitet wurden.

Auch Elsenfelds Bürgermeister, Kai Hohmann, betonte die Bedeutung der Veranstaltung. Gerade weil viele Menschen unterschiedlich informiert seien oder Fragen hätten, sei ein solcher Austausch wichtig. Ziel müsse es sein, Fakten zu vermitteln und die unterschiedlichen Positionen offen zu diskutieren.

Am Rande der Veranstaltung zeigte sich auch der SPD-Fraktionssprecher Michail Fotokehagis überrascht über die Zusammensetzung des Publikums. Ihm zufolge seien auffallend viele Menschen aus dem Umwelt- und Naturschutzbereich anwesend gewesen. Das spiegele aus seiner Sicht nicht zwangsläufig die Haltung der gesamten Bevölkerung wider.

Nach mehr als zwei Stunden wurde deutlich: Die Meinungen zur Windkraft liegen in der Region weit auseinander. Während die einen in den Anlagen einen wichtigen Baustein der Energiewende sehen, befürchten andere gravierende Folgen für Natur, Landschaft und Lebensqualität. Der Informationsabend machte vor allem eines sichtbar – die Diskussion über die Zukunft der Windkraft im Spessart wird die Region noch länger beschäftigen.