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Mobile Handwaschbecken „Made in Main-Kinzig“

30.06.2022, 14:38 Uhr in Lokales
300622 319 Mobiles Handwaschbecken

MAIN-KINZIG-KREIS. Sie ist türkis, wiegt befüllt 13 Kilogramm und sorgt für saubere Hände, wo auch immer sie zum Einsatz kommt: Die mobile Waschstation „Lavese“ des Startups Aquanesa Solution mit Sitz in Bruchköbel. Hergestellt wird das transportable Waschbecken, das 8,5 Liter Fassungsvermögen hat, im Main-Kinzig-Kreis. „Dieses innovative Produkt wurde im Main-Kinzig-Kreis entwickelt, hergestellt und wird auch dort für den Versand vorbereitet. Deshalb möchten wir diese unternehmerische Leistung mit der Auszeichnung ,Made in Main-Kinzig‘ würdigen“, sagte Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann im Gespräch mit Patrick Huth und Marc Schneeweis, zwei der insgesamt vier Geschäftsführer von Aquanesa Solution.

Zusammen mit Walter Dreßbach, Leiter des Referates für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur informierte sich Winfried Ottmann über die Weiterentwicklung der mobilen Waschstation, die für vielerlei Zwecke und Anwendungsbereiche genutzt werden kann. Im Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz etwa ist das Handwaschbecken schon seit einiger Zeit im Einsatz und erleichtert die Arbeit der Mitarbeitenden sehr, wenn diese Außentermine wahrnehmen. „Unsere mobile Waschstation bietet die Möglichkeit, jederzeit unterwegs saubere Hände zu haben. Das ist für Campingurlauber und Familien interessant, aber auch für Menschen, die beruflich viel unterwegs sind und natürlich auch für Menschen, die an Einsatzstellen bei Unfällen, Bränden und in Krisengebieten gebraucht werden“, erläutert Marc Schneeweis. Während er beruflich aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau kommt, ist Patrick Huth Meister für Heizungsbau und Sanitäranlagen. Den Wunsch nach einem mobilen Handwaschbecken fürs Auto hatte seine Frau Anesa geäußert. Das gab den Anstoß, eine Vorrichtung für unterwegs zu entwickeln, die sowohl über einen integrierten Seifen- als auch Desinfektionsspender verfügt und natürlich einen Wassertank mit Auffangbehälter. Das Waschbecken gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Es ist über einen Schultergurt bequem zu tragen und kommt ohne Strom und Wasseranschlüsse aus. Allerdings forschen die umtriebigen Erfinder weiter und basteln an einer Optimierung beim Wasserverbrauch.

Mit der mobilen Waschstation war das Startup erst kürzlich auf der Messe Interschutz Hannover – Der Rote Hahn, wo die Geschäftsführer eine Vielzahl neuer Kontakte knüpfen konnten. „Das Interesse gerade im Bereich Brand- und Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit ist sehr groß und wir freuen uns riesig über die vielen Anfragen, die wir zu unserem Produkt erhalten haben“, so Marc Schneeweis. Auch auf der Messe Wächtersbach hat „Lavese“ Interesse geweckt.

Als das Startup 2020 mit seiner Idee an den Start ging, nutzten die Geschäftsführer gern die Möglichkeiten, die ihnen das Gründerzentrum Kinzig Valley in Gelnhausen bot. Eine gute Entscheidung, denn: „Ohne intensive Netzwerkarbeit geht es nicht, hier steht auch die Wirtschaftsförderung des Main-Kinzig-Kreises mit Tipps und Kontakten zu anderen Unternehmen bereit“, erklärt Wirtschaftsdezernent Ottmann. Gerade der kurze Blick über den Tellerrand ein paar Schreibtische weiter sei enorm hilfreich, wenn es darum gehe, Hürden in der ersten Anfangsphase zu überwinden, ergänzt Walter Dreßbach. Im Main-Kinzig-Kreis biete sich der Gründerszene ein breit aufgestelltes Angebot. Auch die beiden Unternehmer wissen: gemeinsam und miteinander sind wichtige Schlüsselbegriffe für den Erfolg. Sie bedankten sich für die Auszeichnung und tauschten sich mit Winfried Ottmann und Walter Dreßbach über Fördermöglichkeiten und mögliche Interessenten für die mobile Waschstation aus.

Bei der Entwicklung des Handwaschbeckens für unterwegs haben sich die Entwickler viele Gedanken gemacht. „Uns ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig“, betont Patrick Huth. So sei der Wassertank zwar aus Kunststoff, dieser sei jedoch recyclingfähig. Zwischen 25 und 50 Waschungen sind mit der mobilen Einheit möglich, bevor nachgefüllt werden muss. Viele der verwendeten Teile und Materialien stammen von Unternehmen aus der Region. Auch Seife und Desinfektionsmittel werden im Main-Kinzig-Kreis hergestellt und abgefüllt, von der Firma Chemotec aus Bruchköbel. Zusammengebaut wird die Waschvorrichtung vom Dienstleistungszentrum DLZ Langenselbold, das zum Behindertenwerk Main-Kinzig gehört. Dort arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung. „Die Wertschöpfung verbleibt also in der Region, in der wir leben und arbeiten“, erklärt Patrick Huth. Von Wächtersbach aus, wo das Startup die Logistik- und Lagermöglichkeiten des Gründerzentrums Kinzig Valley 2 nutzt, werden die Waschstationen über Onlineshops in sechs europäische Länder verschickt. „Die Nachfrage ist deutlich gestiegen“, freut sich Marc Schneeweis. 450 der mobilen Waschbecken sind über den „Bundesverband Rettungshunde e.V.“ und „Aktion Deutschland hilft“ unlängst in die Ukraine geliefert worden, wo sie in den durch Russland zerstörten Gebieten gute Dienste leisten. „Sie helfen überall dort, wo es kein fließendes Wasser gibt, hygienische Verhältnisse herzustellen“, erklärt Patrick Huth.

Winfried Ottmann und Walter Dreßbach beglückwünschten die beiden Besucher zum Erfolg ihres jungen Unternehmens. Der Grundstein dafür wurde bei einem der regelmäßig stattfindenden Unternehmersprechtage des Main-Kinzig-Kreises gelegt. Damals informierten sich die heutigen Geschäftsführer darüber, welche Schritte bei einer Gründung sinnvoll sind und nahmen auch eine geförderte Beratung mit der RKW Hessen in Anspruch, die bei den Unternehmersprechtagen als Ansprechpartner zur Verfügung steht. „Die Gründer von Aquanesa Solution haben alles richtig gemacht und sich den Rat von Experten geholt. So ist es gelungen, ein tragfähiges Konzept umzusetzen und ein Produkt auf den Markt zu bringen, das eine Lücke schließt“, erklärt Winfried Ottmann.

Quelle: MKK