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Rodenbach: „Begegnungen zwischen Jung und Alt“

30.06.2022, 14:20 Uhr in Lokales
300622 KRH Jubilaeumsfeier Schuelerinnen

GELNHAUSEN. Aufeinander zuzugehen und sich bei gemeinsamen Aktivitäten kennenzulernen – das ist eines der Ziele des Projekts „Begegnungen zwischen Jung und Alt“ des Kreisruheheims Gelnhausen und der Beruflichen Schulen Gelnhausen. Im Rahmen des Projekts lernen sich Schüler*innen und Senior*innen zunächst kennen und entwickeln anschließend einen Aktionsplan für gemeinsame Aktivitäten. Beide Seiten lernen etwas über den Alltag des jeweils anderen und erweitern so ihren Erfahrungshorizont. Durch die Planung, Durchführung, Reflexion und Dokumentation der gemeinsamen Aktivitäten, wird die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Schüler*innen gefördert. Dazu sammeln sie praxisnahe Erfahrungen im Bereich der Altenpflege.

Seit 20 Jahren findet im Rahmen dieses Mehrgenerationen-Projekts ein reger Austausch zwischen den Beruflichen Schulen Gelnhausen und dem Kreisruheheim Gelnhausen statt. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Projekts, fand in dem zu den Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises (APZ-MKK) gehörenden Kreisruheheim eine Feier statt, zu der sowohl die Projektverantwortlichen aus den Beruflichen Schulen und aus der Pflegeeinrichtung, als auch beteiligte Schüler*innen sowie Bewohner*innen gekommen waren. Neben der Rückschau auf die Highlights der vergangenen 20 Jahre, bot die Feier auch einen Einblick in den aktuellen Stand der Kooperation und die zahlreichen Aktionen, die im Rahmen des Projekts in diesem Jahr stattgefunden haben.

Einrichtungsleiter Daniel Pfeifer begrüßte die Gäste der Jubiläumsfeier und erklärte: „20 Jahre sind eine wirklich beeindruckende Laufzeit für ein Projekt und zeigen den Erfolg dieser Kooperation.“ Erfreut zeigte sich Pfeifer auch darüber, dass sich die Zusammenarbeit im Laufe der Zeit stetig fortentwickelt hat und in der Einrichtung heute nicht mehr wegzudenken ist. Dem stimmte auch der Geschäftsführer der APZ-MKK, Reinhold Walz, zu: „Ich kann Ihnen sagen, dass viele Pflegeeinrichtungen, nicht nur hier im Main-Kinzig-Kreis, Sie um dieses Projekt beneiden“. Walz bedankte sich bei den Projektverantwortlichen für ihren fortwährenden Einsatz und freute sich darüber, dass auch ehemalige Einrichtungsleitungen des Kreisruheheims zur Jubiläumsfeier gekommen waren.

Die ehemalige Einrichtungsleiterin Ludmila Knodel erzählte von den Anfängen des Projekts. 2001 fing alles an: Nachdem man sich auf einer Berufsmesse kennengelernt hatte, schlugen die beiden Lehrerinnen der Beruflichen Schulen, Dorothee Reibling und Petra Buth eine Kooperation mit dem Kreisruheheim an. Es handelte sich dabei um ein Projekt, um den Schüler*innen im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) Einblicke in die Praxis zu gewähren und in außerschulischen Lernbereichen Unterricht anzubieten. Daraus entstand nach einiger Planung das Mehrgenerationen-Projekt. Nach vier Jahren wurde das Projekt in die damals neu entstehende Schulform der Medizinischen Berufsfachschule (MBF) integriert.

Aus den Beruflichen Schulen waren zahlreiche Schüler*innen, sowie die Lehrkräfte Petra Michels, Katrin Boysen und Dr. Klaus Adam gekommen, um das runde Jubiläum zu feiern. Auch Dr. Klaus Adam würdigte den Erfolg der Kooperation: „Selbst in den schwierigen Zeiten des Lockdowns, wo es nicht möglich war, in die Einrichtung zu kommen und die Bewohner*innen zu besuchen, wurde der Kontakt beigehalten.“ Das bestätigte auch Katrin Boysen: „Um den Bewohner*innen eine kleine Freude zu bereiten, haben die Schüler*innen in dieser Zeit Weihnachtskarten und Plakate entworfen, die anschließend der Fachkraft für Soziale Betreuung, Sigrid Castellanos und der Betreuungskraft Regina Pucher überreicht wurden.

„Die Bewohner*innen haben sich unheimlich über diese schöne Geste gefreut“, so Castellanos und Pucher über diese Aktion. Am schönsten war es dann aber, als das Projekt in seiner ursprünglichen Form weitergehen und der direkte Kontakt zwischen Schüler*innen und Bewohner*innen wieder stattfinden konnte, waren sich sowohl Castellanos und Pucher, als auch die Lehrkräfte einig. Seither gab es wieder viele Interaktionen zwischen den Schüler*innen und den Bewohner*innen, beispielsweise wurde ein Wellness-Tag für die Bewohner*innen durchgeführt, für den die Schüler*innen eigene Lotionen hergestellt hatten. Besonders beliebt waren bei diesen Wellness-Tagen auch die wohltuenden Handmassagen, die von den Schüler*innen angeboten wurden.

Die Lehrkraft Petra Michels stellte anschließend Gegenstände vor, die sowohl bei früheren Aktionen als auch aktuell noch zum Einsatz kommen, darunter beispielsweise Waffeleisen und Formen fürs Plätzchenbacken und Brett- und Kartenspiele. Dann erzählte Michels von einigen Highlights aus 20 Jahren, darunter einem gemeinsamen Besuch im Stadtgarten mit Kaffee und Kuchen. Dazu hatten die Schüler*innen Tische und Stühle in den Stadtgarten mitgebracht und selbst gebacken. Auch die vielen gemeinsamen Feste sind vielen Bewohner*innen und Schüler*innen in guter Erinnerung. Dabei ging es immer bunt zu, besonders beim Nationalitäten-Brunch in der Schule, bei denen die Bewohner*innen leckere Gerichte aus vielen der Herkunftsländer der Schüler*innen probieren konnten.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier, hatten die Gäste nochmal die Gelegenheit sich untereinander auszutauschen und einige der Bastelleien und andere Ergebnisse aus zwanzig Jahren Projektarbeit genauer zu betrachten. Auch mehrere Fotobände luden zum Verweilen ein und sorgten beim Durchblättern für viele schmunzelnde Gesichter – so wurden manch schöne Erinnerungen beim Betrachten der Bilder wach. Dazu wurden die Gäste zu einem Abend-Buffet eingeladen, bei dem sowohl herzhaftes als auch süßes angeboten wurde. Für die musikalische Untermalung der Jubiläumsfeier, sorgten Stephan Herget am Klavier und Theo Ruppert an der Geige. Sie spielten auf ihren Instrumenten klassische Stücke im Stile der Salonmusik früherer Zeiten.

Quelle: Gemeinde Rodenbach