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Schlachthof-Debatte in Aschaffenburg: Wie geht es weiter?

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30.10.2026, 21:55 Uhr in Aschaffenburg
301026 Schlachthof diskussion 2

ASCHAFFENBURG. Seit der Schließung des Aschaffenburger Schlachthofs ist die Zukunft regionaler Schlachtmöglichkeiten am Bayerischen Untermain ungewiss. Bei einer Diskussionsrunde in Aschaffenburg-Damm ging es am Freitagabend um Tierschutz, lange Tiertransporte und die Frage, ob die Region einen neuen Schlachthof braucht. Unter dem Titel „Schlachthof vs. Tierschutz: Ein Widerspruch?“ hatte der Aschaffenburger Bundestagsabgeordnete Niklas Wagener zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen. Mit dabei waren die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Dr. Zoe Mayer, und Tierarzt Dr. Guido Steinl, der sich für regionale Schlachtmöglichkeiten einsetzt. Auch die Besucher konnten ihre Fragen und Bedenken einbringen.

Lange Transportwege belasten Tiere und Landwirte

Besonders die Situation der heimischen Landwirtschaft stand im Mittelpunkt. Laut Tierarzt Guido Steinl gibt es am Bayerischen Untermain derzeit abgesehen von kleineren privaten Schlachtstätten kaum Möglichkeiten, Tiere direkt in der Region schlachten zu lassen. Die Folge seien teilweise stundenlange Tiertransporte und zusätzliche Kosten für Landwirte und Metzgereien. Steinl befürchtet, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe unter dem wirtschaftlichen Druck aufgeben könnten. Sein Ziel sei es, die regionale Landwirtschaft zu erhalten und die Bevölkerung weiterhin mit heimischen Produkten versorgen zu können.

Kritik an mangelnder Transparenz

Deutliche Kritik kam von der Bundestagsabgeordneten Zoe Mayer. Sie bezeichnete die Schlachtbranche als äußerst intransparent und verwies dabei auch auf den früheren Tierschutzskandal in Aschaffenburg. Selbst als Bundestagsabgeordnete sei es für sie schwierig, Einblicke in Schlachtbetriebe zu bekommen. Bei einem geplanten Besuch einer CO₂-Betäubungsanlage dürfe sie beispielsweise weder Bilder machen noch die Presse mitnehmen. Mayer betonte allerdings auch, dass es bei der Schlachtung große Unterschiede gebe, wenn es um das Leid der Tiere gehe. Entscheidend sei deshalb, wie die Abläufe gestaltet und kontrolliert würden.

Forderung nach einem transparenten Schlachthof

Niklas Wagener sprach sich dafür aus, das örtliche Projekt eines kleinen Erzeugerschlachthofs stärker zu unterstützen. Dabei nahm er auch Bayerns Landwirtschaftsminister Alois Rainer in die Pflicht. Eine zentrale Erkenntnis der Diskussion sei die Forderung nach mehr Transparenz gewesen. Sollte ein neuer Schlachthof mit Steuergeldern finanziert werden, müsse für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein, ob die Tierschutzvorschriften tatsächlich eingehalten werden. Auch Guido Steinl betonte, wie wichtig gut ausgebildetes und sensibles Personal bei der Betäubung und Tötung der Tiere sei. Eine Schlachtung im Akkord halte er für den falschen Weg. Die Diskussion machte deutlich, dass es nicht nur um die Frage geht, ob ein neuer Schlachthof entstehen soll, sondern auch darum, unter welchen Bedingungen dort künftig gearbeitet werden könnte.

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