Schlachthofskandal Hobbach: Weiterer Mann verurteilt

OBERNBURG.Der Schlachthofskandal von Eschau-Hobbach hat erneut die Justiz beschäftigt. Vor dem Amtsgericht Obernburg stand ein 57-Jähriger wegen mehrerer Fälle von quälerischer Tiermisshandlung vor Gericht.
Jetzt ist das Urteil gefallen: Der Mann wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der 57-Jährige hatte in sieben Fällen kranke, verletzte oder auch hochtragende Rinder bei verschiedenen Landwirten abgeholt und zum Schlachten nach Hobbach gebracht. Laut Gericht zeigte er dabei eine hohe kriminelle Energie. Besonders schwer wiegt ein Fall, bei dem er ein Tier mit rund 70 Elektroschocks traktiert haben soll, um es aus einem Anhänger zu bekommen. Der Schlachthofskandal war 2023 durch heimliche Aufnahmen von Tierschützern bekannt geworden. Der Schlachthof wurde daraufhin geschlossen und nahm den Betrieb nicht wieder auf. Der damalige Betreiber wurde bereits zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einem fünfjährigen Tätigkeitsverbot in Schlachthöfen verurteilt. Der jetzt verurteilte 57-Jährige transportierte auch nach dem Skandal weiterhin Tiere. Seinen Sachkundenachweis hat er mittlerweile allerdings abgegeben. Damit darf er künftig keine Tiere mehr transportieren.




