Prozess um Heusenstammer Tankstellen-Zündler startet

HEUSENSTAMM/DARMSTADT. Weil eine Tankstellenmitarbeiterin seine Telefonnummer nicht wollte, soll ein Mann im Sommer 2025 eine Zapfsäule in Heusenstamm angezündet haben. Deshalb steht der heute 39-Jährige nun vor dem Landgericht Darmstadt.
Laut Aussage der Geschädigten habe der Angeklagte der 22-jährigen Mitarbeiterin unter starkem Alkoholeinfluss seine Nummer auf einen Lottozettel geschrieben und sie bedrängt. Die Frau fühlte sich unwohl, dass sie ihren Freund, ihre Mutter und weitere Kollegen über die Situation informierte. Nachdem die Polizei hinzugezogen worden war, verließ der Mann das Tankstellengelände zunächst nach längerer Diskussion. Kurze Zeit später soll er jedoch mit Benzin zurückgekehrt sein, eine Zapfsäule damit übergossen und angezündet haben. Ein Kunde reagierte schnell und konnte das Feuer löschen, bevor Schlimmeres passierte. Der damals 38-Jährige wurde anschließend festgenommen.
Vor Gericht gestand der Angeklagte die Tat und entschuldigte sich. Er habe die Mitarbeiterin nicht töten, sondern ihr aus Rache Angst machen wollen. Thema im Prozess war außerdem seine Alkoholabhängigkeit, wegen der er bereits mehrfach in Behandlung gewesen sein soll. Der polnische Staatsangehörige lebt seit 2018 in Deutschland, seine Frau und sein Kinder wohnen weiterhin in Polen.
Beim ersten Verhandlungstag sagten bereits mehrere Zeugen aus – darunter die betroffene Mitarbeiterin, ihr Freund sowie zwei Freunde des Angeklagten. Letztere zeigten sich überrascht über die Tat und erklärten, ein solches Verhalten passe eigentlich nicht zu ihm. Dem 39-jährigen Mann werden versuchter Mord und Brandstiftung vorgeworfen. Der Prozess läuft noch bis Anfang Juni.




