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„Wir müssen Jimmy helfen!“

06.01.2024, 08:30 Uhr in PrimaSonntag
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ASCHAFFENBURG/SANSIBAR (jm). Die Chemie zwischen Mensch und Hund ist nur schwer zu verstehen - nicht umsonst ist er unser bester Freund. Umso schlimmer, wenn ein geliebter Vierbeiner viele Kilometer entfernt und verletzt festsitzt. Georg und Elena aus Aschaffenburg hatten während ihres Traumurlaubs eine Begegnung, die sie niemals mehr loslassen wird.

„Wir machen uns wirklich große Sorgen“, berichtet Georg Keller. Er und seine Freundin Elena erfüllten sich im November ihren langersehnten Traumurlaub in Sansibar. „Wir haben sehr lange dafür gespart.“ Alles war angerichtet - die beiden verbrachten dreieinhalb Wochen am idyllischen Strand in einer gemütlichen Hütte. „Dort ist uns dann direkt ein Hund aufgefallen, der uns freundlich begrüßt hat“, erinnert sich der 44-Jährige. „Sein Name ist Jimmy und laut unserem Hotelbesitzer gehört er zum Nachbarhotel.“ Der freundliche Vierbeiner war da schon übersät mit Schrammen und Narben, dazu hat er nur noch drei Pfoten. „Während des gesamten Urlaubs hat uns Jimmy begleitet. Er kam mit uns zum Strand und nachts schlief er auf unserer Veranda vor der Hütte. Es machte den Anschein, als würde er nirgends hin gehören.“ Recht schnell schlossen die beiden den Hund in ihr Herz.

Erst Sonne - dann Blut
Eines Tages saß Georg mit Jimmy - wie so häufig - auf der Terrasse. „Da kam ein Gärtner, der an den Palmen arbeitete. Jimmy schien ihn zu kennen.“ Der Hund lief auf den Mann zu - als es plötzlich passierte. „Der Gärtner zog eine Machete und schlug Jimmy auf den Kopf! Im einen Moment schönes Wetter, Sonne und Stille - dann überall Blut. Jimmy jaulte wie verrückt. Das war die Hölle!“ Der Hotelbesitzer kam nach draußen und wollte Jimmy wegbringen. Als die beiden Aschaffenburger fragten wohin, bekamen sie keine Antwort. „Wir haben dann ein Taxi gerufen und ihn zu einem Tier-Krankenhaus gebracht.“ Dort wurde Jimmy unter Narkose versorgt und doppelt genäht. „Dieser Vorfall hat unseren eigentlich so schönen Urlaub kaputt gemacht.“ In dieser Zeit wichen Georg und Elena nicht von Jimmys Seite. „Die nächsten Tage waren ganz schlimm. Wir haben ihm Essen und Milch gekauft, bis er langsam wieder auf die Beine kam.“ Doch irgendwann war der Urlaub der beiden wieder vorbei und Georg und Elena mussten schweren Herzens die Heimreise antreten. „Es war sehr schlimm, ins Taxi zu steigen. Wir sind beide erwachsen und haben Rotz und Wasser geheult.“

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„Brauchen vor Ort Hilfe“
Schon bevor die beiden zuhause ankamen, fassten sie einen Entschluss: „Wir wollen Jimmy adoptieren und nach Deutschland holen.“ Georg kontaktierte den Hotelbesitzer. „Er sagte uns, dass der Chef des Nachbarhotels gerade nicht da sei. Er würde aber dran bleiben.“ Mittlerweile herrscht allerdings Funkstille - die letzte Antwort ist drei Wochen her. „Wir waren noch nie in so einer Situation und wissen nicht, was wir tun sollen.“ Wenn es klappen sollte, braucht Jimmy zahlreiche Impfungen, um nach Deutschland zu kommen. Das muss allerdings jemand vor Ort tun, denn die beiden können es sich nicht leisten, nochmal rüber zu fliegen. „Wenn irgendjemand Menschen vor Ort oder Hilfsorganisationen auf Sansibar kennt, meldet euch bitte. Wir müssen Jimmy helfen!“

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