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Die Aufreger der Woche

07.02.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Aufreger der Woche

BAYER. UNTERMAIN (to/acm/lb). Was bringt die Menschen im PrimaSonntagLand gerade so richtig auf die Palme? Ist es die Baustelle, die gefühlt nie fertig wird, der Bus, der ständig zu spät kommt, oder der Aufzug der defekt ist? Wir gehen den Aufregern auf den Grund und recherchieren, was dahinter steckt. Diesmal haben gleich mehrere Leser ihrem Ärger Luft gemacht…

Aufreger mountainbike

Gefährliche Mountainbike-Strecken im A’burger Stadtwald

ASCHAFFENBURG. Für immer wiederkehrende Aufregung sorgt der Aschaffenburger Stadtwald - genauer gesagt rund um den Dr. Hönlein-Turm und das Naturschutzgebiet Steinbruch zwischen Schweinheim und Gailbach.

„Es geht um illegal angelegte Mountainbike-Strecken“, schreibt uns Doris aus Aschaffenburg. Beim Spazierengehen im Stadtwald seien ihr immer wieder schmale, plattgefahrene Pfade aufgefallen. Diese verlaufen teilweise quer durch den Wald, abseits der offiziellen Wege, teils sogar steil bergab. „Man sieht ganz deutlich, dass diese Wege regelmäßig mit dem Mountainbike befahren werden“, schreibt sie weiter. Wir haben beim Forstamt nachgehakt - und dort bestätigt man das Problem. Tatsächlich gibt es im Aschaffenburger Stadtwald mehrere illegal angelegte Mountainbike-Trails. Diese verlaufen nicht nur über städtische Flächen, sondern teilweise auch durch Privatwälder. Offiziell freigegebene Mountainbike-Strecken existieren in Aschaffenburg bislang nicht.

Tagfähiger Kompromiss?

„Derzeit gibt es ein laufendes Verfahren“, erklärt ein Sprecher des Forstamts auf PrimaSonntag-Nachfrage. Ziel sei es, die Situation langfristig zu ordnen. „Wir versuchen, einige Strecken zu legalisieren und andere zurückzubauen.“ Das sei jedoch ein langwieriger Prozess. „So etwas lässt sich nicht von heute auf morgen regeln.“ An dem Verfahren sind mehrere Stellen beteiligt – darunter auch ein Fahrradverein. Ziel sei es, einen tragfähigen Kompromiss zu finden, der sowohl den Schutz des Waldes als auch die Interessen von Mountainbike-Fahrern berücksichtigt. Gleichzeitig müsse aber auch die Sicherheit aller anderen Wald-Besucher gewährleistet bleiben. Der Konflikt ist dabei keineswegs ein reines Aschaffenburger Phänomen. Spaziergänger, Hundehalter, Naturliebhaber und sportlich ambitionierte Mountainbiker hätten teils sehr unterschiedliche Erwartungen an die Nutzung des Waldes. Bis eine Lösung gefunden ist, dürfte es noch dauern. Für viele Wald-Besucher bleibt damit vorerst ein mulmiges Gefühl – und für den Stadtwald die Herausforderung, Natur, Erholung und Sport unter einen Hut zu bekommen.

KW06 Aufreger Tempolimit

Tempolimit gegen Stau auf der B469?

B469. Was gibt es Nervigeres als ein plötzliches Runterbremsen auf der Bundesstraße? Tagtäglich müssen sich mehr als 40.000 Leute auf der B469 bei der Ausfahrt Großostheim genau darüber aufregen und das seit über sechs Jahren. Und dann soll es angeblich auch noch Stau vermeiden?

Winfried Müller muss sich jeden Tag über dieses Problem ärgern: „Auf der B469 gibt es seit einigen Jahren eine generelle Temporeduzierung von 120 km/h auf 80 km/h. Nicht wegen Straßenschäden, sondern wegen Stauverminderung. Dieses Tempolimit ist notwendig und sinnvoll, aber nur für den Berufsverkehr von Montag bis Freitag und nur im Zeitraum von ca. 6 bis 9 Uhr.“

Weniger Unfälle

Sogenannte Bremswellen sind Hauptverursacher von Staus und um sie zu vermeiden ist eine Temporeduzierung definitiv sinnvoll. Vor allem auf Straßen, wie der B469 mit einem hohen Berufsverkehrsaufkommen. Aber wieso reduziert man dann nicht einfach nur die Geschwindigkeit zwischen 6 bis 9 Uhr, so wie es Winfried Müller vorschlägt? Das staatliche Bauamt Aschaffenburg erklärt das wie folgt: „Die Temporeduzierung war eine Maßnahme, die sich aus der Arbeit der Unfallkommission ergeben hatte. Vor der Temporeduzierung kam es in diesem Bereich zu Unfallhäufungen - teils wegen der Staubildung im morgendlichen Berufsverkehr, aber ganz klar eben nicht nur zu dieser Zeit. Daher wurde die Temporeduzierung ohne eine zeitliche Befristung angeordnet.“ Die Temporeduzierung ist also nichts Vorübergehendes. Man muss sich jetzt zur eigenen Sicherheit daran gewöhnen, etwas langsamer auf der B469 zu fahren.

KW06 Aufreger Obernau 1

Grundversorgung in Gefahr

ASCHAFFENBURG-OBERNAU. Immer mehr kleine Läden sterben aus- unbequeme Arbeitszeiten, geringer Nachwuchs und schlechte Standorte sind häufig die Gründe. Andere Läden auf unseren Dörfern versuchen, mit neuen Konzepten die Kunden zu begeistern. In den Stadtteilen von Aschaffenburg sieht die Sache teilweise anders aus.

„Mich regt es auf, dass es so wenige Einkaufsmöglichkeiten bei uns gibt. Nur den Nettomarkt am Anfang in Obernau, aus der Stadt kommend, und dann gibt es im ganzen Stadtteil keine Möglichkeit mehr nahe einzukaufen. Da tun sich vor allem auch Senioren oder Mamas mit Kindern, die eher fußläufig unterwegs sind, echt schwer“, sagt Birgit Taudte aus Obernau.

Bewohner sollen Initiative zeigen

Auf Nachfrage erklärt uns die Stadt Aschaffenburg, wieso das Problem doch etwas komplizierter ist, als es scheint: „Die Grundversorgung in Obernau ist über den Supermarkt grundsätzlich gesichert. Aber leider besteht in vielen abgesetzten Stadtteilen oder auch Gemeinden das Problem, dass kleine Läden schließen. Die Gründe sind oft fehlende Nachfolger oder fehlendes Kundeninteresse.“ Die Stadt Aschaffenburg betont, dass nun die Bewohner selbst die Initiative ergreifen müssen, um die Lebendigkeit und Flexibilität in Obernau zu erschaffen. „Viele Menschen kaufen ihre Waren gerne an einem einzigen zentralen Ort ein. In Gailbach sehen wir aber, dass kleine Läden funktionieren können. Das liegt dort aber an der Initiative der Einzelhändler und der Menschen vor Ort. Sollten Einzelhändler oder Menschen in Obernau die Initiative für neue Einzelhandelsgeschäfte ergreifen, unterstützen wir als Stadt gerne.“ Wenn sich also etwas ändern soll, müssen die Bewohner handeln und Einzelhandelsgeschäfte eröffnen und vor allem nicht mehr zum Handy für die Onlinebestellung greifen, sondern sich lieber auf den Weg in die kleinen Geschäfte machen.