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Aschaffenburger Golfer steigen in die Landesliga auf

29.08.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
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ASCHAFFENBURG. (wk)Golf gilt eigentlich als klassischer Einzelsport. Bei der ersten Herrenmannschaft des Golfclubs Aschaffenburg zeigt sich gerade aber, wie wichtig eine starke Mannschaft sein kann. Das Team hat seine Gruppe in der Deutschen Golf Liga als Erster abgeschlossen und damit den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Für die jungen Aschaffenburger ist das der bisher größte Erfolg der letzten Jahre. Schon in der vergangenen Saison war die Mannschaft nah dran. 2025 landete sie in ihrer Gruppe auf Rang zwei und verpasste damit den direkten Aufstieg. In diesem Jahr hat es nun geklappt. Nach vier Spieltagen stand Aschaffenburg ganz oben in der Tabelle. Dabei funktioniert der Ligabetrieb im Golf etwas anders als bei vielen klassischen Mannschaftssportarten. 

Der Weg an die Tabellenspitze
Vier Teams treten innerhalb einer Gruppe gegeneinander an, insgesamt gibt es vier Spieltage. An jedem Spieltag sind alle Mannschaften auf dem Platz eines der teilnehmenden Clubs zu Gast. Acht Spieler gehen für jedes Team an den Start, die sieben besten Ergebnisse fließen anschließend in die Wertung ein. Der Sieger eines Spieltags erhält vier Punkte, der Zweite drei, der Dritte zwei und der Viertplatzierte einen Punkt. Nach dem letzten Spieltag werden alle Punkte zusammengerechnet. „Es steigt immer nur der Gruppenerste auf“, erklärt Finn Lehmann, der Kapitän der ersten Herrenmannschaft. Genau diesen ersten Platz konnten sich die Aschaffenburger in diesem Jahr sichern. Zu den Gegnern gehörten unter anderem die Mannschaften aus Seligenstadt, Sandenhof und vom Golfclub Donnersberg. In der kommenden Saison geht es für Aschaffenburg nun eine Etage höher. Voraussichtlich startet die Mannschaft dann in der Landesliga Mitte. Welche Clubs dort genau auf das Team warten, steht allerdings noch nicht endgültig fest.

Neuer Ehrgeiz 
Ein wichtiger Grund für den sportlichen Aufschwung ist die Entwicklung des Kaders. Die Aschaffenburger Mannschaft ist vergleichsweise jung. Mehrere Spieler sind Anfang 20, gleichzeitig rücken immer wieder Talente aus der eigenen Jugend nach. Einige von ihnen sind gerade einmal zwischen 14 und 18 Jahre alt. Trotz ihres jungen Alters bringen viele schon reichlich Erfahrung mit. „Die meisten haben vor ihrem zehnten Lebensjahr angefangen und spielen teilweise schon zehn, 15 oder sogar 20 Jahre“, erzählt der Kapitän. Gerade diese Mischung aus jungen Talenten und Spielern mit vielen Jahren Erfahrung habe der Mannschaft in den vergangenen Jahren einen Schub gegeben. Finn selbst spielt seit rund sieben Jahren Golf. Inzwischen führt er die Mannschaft in seiner zweiten Saison. Auf dem Platz steht er bei den Ligaspielen allerdings nicht selbst. Seine Rolle findet vor allem rund um die Spieltage statt.

Mehr als nur acht Namen aufstellen 
Als Kapitän entscheidet er gemeinsam mit dem Team, wer an den einzelnen Spieltagen zum Einsatz kommt. Aus dem gesamten Kader müssen jeweils acht Spieler ausgewählt werden. Gleichzeitig kümmert er sich um viele organisatorische Dinge im Hintergrund. Besonders groß ist der Aufwand beim eigenen Heimspieltag. Dann müssen nicht nur sportliche Abläufe koordiniert, sondern auch das Drumherum geplant werden. Dazu gehören beispielsweise Absprachen mit der Gastronomie und das gemeinsame Essen der Mannschaften nach dem Spieltag. Auch abseits der eigentlichen Saison versucht das Team, sich weiterzuentwickeln. Im vergangenen Winter organisierte die Mannschaft etwa gemeinsames Fitnesstraining. Dabei half ein Physiotherapeut, der selbst zum Team gehört. Dass er überhaupt Kapitän geworden ist, habe sich eher entwickelt, erzählt der Aschaffenburger. Sein Vorgänger wollte sich wieder stärker auf das eigene Spiel konzentrieren und suchte deshalb einen Nachfolger. Da der heutige Kapitän selbst bereits für die Mannschaft gespielt hatte und einen engen Draht zum Team besaß, fiel die Wahl schließlich auf ihn.

„Sehr eng und zusammengeschweißt“
Und genau dieser Zusammenhalt spielt beim Erfolg eine entscheidende Rolle. Denn obwohl beim Golf jeder Spieler allein seinen Ball über den Platz schlägt, zählt in der Deutschen Golf Liga am Ende das gemeinsame Ergebnis. „Wir sind eine sehr enge und zusammengeschweißte Truppe“, sagt der Kapitän. Gerade deshalb sei der Teamgedanke enorm wichtig. Nicht jeder könne an jedem Spieltag eingesetzt werden. Trotzdem müssten auch diejenigen, die gerade nicht spielen, weiter voll hinter der Mannschaft stehen. Auf dem Platz selbst verändert die Liga zudem die Art, wie die Spieler ihr eigenes Ergebnis wahrnehmen. Bei klassischen Golfturnieren geht es vor allem um die persönliche Runde. In der Liga kann dagegen jeder Schlag Auswirkungen auf die gesamte Mannschaft haben. „Man spielt eben nicht nur für sich selbst, sondern für alle anderen, die mit in der Mannschaft sind“, erklärt der Kapitän.

Der Druck kann dadurch durchaus größer werden. Gleichzeitig sorgt genau das aber auch dafür, dass die Spieler stärker miteinander mitfiebern und sich gegenseitig unterstützen.
Drei Worte beschreiben das Aschaffenburger Team für seinen Kapitän deshalb besonders gut: jung, ambitioniert und mit viel Spaß dabei.

Aus Spaß wird sportlicher Ehrgeiz
Vor allem der Ehrgeiz ist in den vergangenen ein bis zwei Jahren deutlich gewachsen. Lange sei der Kader nicht breit genug gewesen, um regelmäßig um die Spitzenplätze mitzuspielen. Durch die Entwicklung mehrerer Spieler und neue Talente habe sich das inzwischen verändert. „Mittlerweile haben wir durchaus die Aussicht, sportlich erfolgreich zu sein“, sagt der Kapitän. Und das spüre man innerhalb der gesamten Mannschaft. Die Spieler wüssten inzwischen, dass mehr möglich ist, und wollten diese Chance auch nutzen. Dabei soll der Spaß am Golf trotzdem nicht verloren gehen. Gerade die gute Stimmung im Team sei ein wichtiger Teil des Erfolgs. Gemeinsames Training, die Spieltage und die Zeit danach hätten aus den einzelnen Golfern eine echte Mannschaft gemacht. Der Aufstieg in die Landesliga ist deshalb für den Kapitän vor allem eine Belohnung für viele Stunden Arbeit. 

Als Team in die Landesliga
Golf sei ein Sport, bei dem Training, Wiederholung und Geduld eine enorme Rolle spielen. Schnelle Erfolge gibt es nur selten. „Das Schönste ist, dass sich die Arbeit von jedem Einzelnen in den vergangenen Monaten und Jahren gelohnt hat“, sagt er. Jeder Spieler, der in dieser Saison auf dem Platz gestanden habe, habe seinen Anteil daran. Mit dem Aufstieg soll die Entwicklung aber noch nicht beendet sein. In der Landesliga warten stärkere Gegner und neue Plätze auf die Mannschaft. Gleichzeitig wollen die Aschaffenburger ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen und die vielen jungen Spieler weiter an das Team heranführen. Nach Platz zwei im vergangenen Jahr und dem Aufstieg in dieser Saison zeigt die Richtung jedenfalls nach oben. Und ausgerechnet in einer Sportart, in der am Ende eigentlich jeder für sich selbst schlägt, ist der größte Trumpf der Aschaffenburger derzeit offenbar das Team.

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