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Emilia Bergerhoff (23) hat sich in wenigen Jahren vom Hobbylaufen zu Marathon und Ultradistanzen gesteigert

26.09.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
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ASCHAFFENBURG.Alle 60 Minuten beginnt das Rennen von vorne. Wieder an die Startlinie. Wieder 6,706 Kilometer laufen. Kurz durchschnaufen und dann wieder los. Genau 32-mal hat Emilia Bergerhoff das beim Last Soul Ultra in Bornheim geschafft. Am Ende standen 214,6 Kilometer und Platz drei bei den Frauen. Dabei läuft die 23-Jährige noch gar nicht so lange ambitioniert. Vor wenigen Jahren waren zehn Kilometer für sie eine Herausforderung. Heute läuft sie Distanzen, für die andere mehrere Tage einplanen würden. Und trotzdem musste Emilia jetzt ausgerechnet bei einem klassischen Marathon sagen: Stopp.

Erste Berührungspunkte mit der Leichtathletik hatte Bergerhoff schon als Kind. Richtig für sich entdeckt hat sie das Laufen aber erst kurz vor und während der Corona-Zeit. Damals ging es vor allem darum, zehn Kilometer zu laufen und dabei immer ein bisschen schneller zu werden. Einen festen Trainingsplan hatte sie zunächst nicht. Dass mehr nicht automatisch besser bedeutet, musste Emi allerdings früh lernen: Nach einem Ermüdungsbruch begann sie, strukturierter zu trainieren. 2024 folgte in Nürnberg ihr erster Halbmarathon. Im April 2025 stand sie in Hamburg erstmals über die kompletten 42,195 Kilometer an der Startlinie. Nur wenige Wochen später lief sie bereits den nächsten Marathon in Würzburg. Und damit war längst nicht Schluss. Triathlon kam dazu – und schließlich die Frage: Wie weit kann ich eigentlich laufen?

32-mal dieselben 6,7 Kilometer
Die Antwort darauf lieferte Emilia im August beim Last Soul Ultra in Bornheim. Das Rennen ist ein sogenannter Backyard Ultra und funktioniert völlig anders als ein normaler Marathon. Die Läufer müssen jede Stunde eine 6,706 Kilometer lange Runde absolvieren. Wer rechtzeitig zurückkommt, darf zur nächsten vollen Stunde wieder starten. Wer es nicht schafft, ist raus. Eine klassische Ziellinie gibt es nicht. Gelaufen wird so lange, bis nur noch einer übrig ist. Emilia hielt 32 Runden durch. 214,6 Kilometer. Insgesamt war sie über viele Stunden immer wieder auf der Strecke und schaffte es damit auf Platz drei der Frauenwertung. Noch erstaunlicher: Speziell auf diese Distanz vorbereitet hatte sie sich nicht. Eigentlich steckte Bergerhoff im Training für eine Triathlon-Mitteldistanz. Für den Ultra hatte sie lediglich einen längeren Lauf zusätzlich eingebaut. Trotzdem lief es erstaunlich lange erstaunlich gut. Selbst nach rund 160 Kilometern habe sie noch einmal ein richtiges Hoch erlebt. Musik auf den Ohren, kaum größere Schmerzen und plötzlich rückte die Marke von 200 Kilometern näher. Erst danach wurde jede weitere Runde zum Kampf.

Berlin? Diesmal nicht
Nach 214,6 Kilometern beim Ultra sollte eigentlich ein ganz anderes Highlight folgen: der Berlin-Marathon. Doch diesmal entschied sich Bergerhoff gegen die nächste Startlinie. Eine leichte Überbelastung im Knie machte sich bemerkbar – und die 23-Jährige will kein unnötiges Risiko eingehen. „Ich wäre unglaublich gerne an der Startlinie gestanden, aber zum Sport gehört auch, auf den eigenen Körper zu hören. Wegen einer leichten Überbelastung im Knie denke ich lieber langfristig – denn ich freue mich schon auf viele neue Herausforderungen im nächsten Jahr“, sagt Emilia. Eine Entscheidung, die bei ihrer bisherigen Entwicklung fast ungewöhnlich wirkt: Statt immer weiter, immer länger, immer schneller heißt es diesmal erst einmal Pause.

Zahnmedizin, Social Media und Kilometer-Sammeln
Denn Laufen ist längst nicht alles in Emis Alltag. Während ihres Studiums lebt sie in Erlangen und studiert dort Zahnmedizin. Ihre Familie wohnt seit ihrem siebten Lebensjahr in Aschaffenburg. Gerade in den Semesterferien ist sie deshalb regelmäßig zurück am Untermain und trainiert auch hier.Wie viel Sport inzwischen zu ihrem Alltag gehört, zeigt Bergerhoff auch auf Social Media. Auf ihrem Instagram-Account „emi.onpace“ nimmt sie ihre mittlerweile rund 14.200 Follower mit ins Training, zu Wettkämpfen und durch die Vorbereitung auf ihre nächsten sportlichen Herausforderungen. Dabei zeigt sie nicht nur die großen Erfolge, sondern immer wieder auch den Alltag zwischen Studium, Training und Regeneration. Das Zahnmedizinstudium hat für Emilia Priorität, Sport und Instagram laufen daneben weiter.

214 Kilometer - offenbar noch nicht genug
Dass ihr gerade die extrem langen Distanzen liegen könnten, zeichnet sich inzwischen deutlich ab. Schon bei ihrem ersten Backyard Ultra schaffte Emilia 148 Kilometer und wurde Zweite der Frauen. Beim Last Soul Ultra folgte mit 214,6 Kilometern der nächste große Sprung. Und ausgerechnet dieses Rennen will sie wiederholen. Im kommenden Jahr möchte sie sich erstmals gezielt auf einen Backyard Ultra vorbereiten. Mehr Erfahrung, spezielleres Training und wieder Runde für Runde zurück an dieselbe Startlinie. Der Berlin-Marathon muss deshalb erst einmal warten. Viel spannender ist für Emilia inzwischen ohnehin eine andere Frage: Wie weit geht es, wenn 214 Kilometer noch nicht das Limit waren?

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Last Soul Ultra in Bornheim
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