Missbrauchsverdacht an zwei Hengsten

KLEINWALLSTADT (lt). Als A. Fenzl aus Großwallstadt die Videoaufnahmen des Offenstalls, in dem ihr Pferd untergebracht ist, sieht, ist sofort klar: Es ist etwas Schreckliches passiert. Was die Kameras festhalten, erschüttert nicht nur die Besitzerin, sondern sorgt auch weit über den Stall hinaus für Entsetzen und große Verunsicherung unter Pferdehaltern.
Mitten in der Nacht bricht ein Mann in ein Koppelgelände in Kleinwallstadt ein. Am darauffolgenden Tag bemerken die Besitzer einen beschädigten Zaun und kontrollieren daraufhin die installierten Kameras. Den Aufnahmen nach zu urteilen, ist der Mann betrunken gewesen, während er das Gelände des Stalls betritt und zwei Wallache auf verstörende Art sexuell missbraucht. Der Täter wird immer noch gesucht und die Betroffene A. Fenzl ist besorgt, dass er unbestraft davonkommen könnte.
Ermittlungen laufen
Dass es sich bei dem Vorfall um eine Straftat handelt, steht auch für die Polizei außer Frage. In erster Linie sei der Hausfriedensbruch Grund genug für den Beginn der Ermittlung. In welcher Form der Täter zusätzlich gegen das Gesetz verstoßen hat, wird in der laufenden Ermittlung anhand des Videomaterials und der getroffenen Aussagen der Betroffenen überprüft. „Stand jetzt können weitere Straftaten nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bejaht werden“, informiert die Polizei. Möglich wären zusätzliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz oder Sachbeschädigung. Das Wichtigste ist jedoch eine gute Nachweisbarkeit, um den Täter als schuldig zu bekennen. „Die erste Prämisse ist, den Täter ausfindig zu machen“, so ein Polizeikommissar des Polizeipräsidiums Unterfranken. Sobald das gelingt, erfolgt in der Regel eine sogenannte Gefährderansprache - selbst dann, wenn sich nicht alle Straftatbestände zweifelsfrei nachweisen lassen. Ziel ist es, dem Täter deutlich zu machen, dass er im Fokus der Polizei steht.
Wie kann man Täter abschrecken?
Die gesamte Pferdegemeinschaft ist durch diesen Vorfall aufgebracht. „Die Leute machen sich Riesensorgen. Meine Nachrichten sind explodiert“, erzählt uns die betroffene Pferdebesitzerin. Jetzt heißt es für die Pferdeleute: Zusammenhalten und die Tiere bestmöglich schützen. Doch wie kann man die Sicherheit seiner Pferde garantieren, ohne die Vierbeiner vollkommen wegsperren zu müssen? „Wir haben jetzt zum Beispiel auch Flutlichter angebracht“, rät die Betroffene allen Besorgten. Das helle Licht würde mögliche Straftäter abschrecken, genau wie Kameraüberwachungswarnschilder, die A. Fenzl zusätzlich aufgehangen hat. Auch die Polizei empfiehlt einen allgemeinen Schutz von großen Anlagen mit Videoüberwachung. Ziel ist es vor allem, Präsenz zu zeigen und potenzielle Täter abzuschrecken. Orte, die gut einsehbar sind und regelmäßig überprüft werden, gelten als deutlich weniger anfällig für solche Vorfälle. Doch die ganzen Sicherheitsmaßen reichen leider nicht immer aus: „Wir müssen da alle die Augen offen halten und müssen da alle zusammenarbeiten“, beharrt A. Fenzl. Sobald man etwas Auffälliges beobachtet sollte, ist keine Zeit mehr, um zu zögern. Direkt melden und somit das Wohlbefinden der Tiere schützen.