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Der Großheubacher Elfer-Schreck

27.08.2023, 06:30 Uhr in PrimaSonntag
Kolke
Foto: Hansa Rostock

GROSSHEUBACH/ROSTOCK (jm). „Im Elfmeterschießen kann man als Torwart nur gewinnen“ - auf kaum einen Torhüter trifft diese Phrase so zu wie auf Markus Kolke von Hansa Rostock. In PrimaSonntag spricht der Großheubacher über seinen Werdegang und den Spaß am Fußball.

„Das wichtigste ist mit Leistung und als Vorbild in der Kabine voranzugehen.“ Markus Kolke wuchs in Großheubach auf und kickte bis zur U15 bei seinem Heimatverein. „Als kleiner Junge ist es natürlich das Schönste mit seinen Freunden Fußball zu spielen.“ Danach folgte der nächste Schritt in die Jugend von Viktoria Aschaffenburg. Dort durchlief der Torwart alle Jugendmannschaften und kam in seinem letzten Jugendjahr sogar zu einem Einsatz bei den Herren. „Das war sehr überraschend“, erinnert sich der 33-Jährige. „Der Trainer hat dann in der Ansprache raus gehauen, dass ich spiele. Ich glaube das haben sie extra gemacht, damit ich nicht so nervös bin.“ Über die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt zog es den Großheubacher dann allerdings zu Waldhof Mannheim. „Da war ich direkt Feuer und Flamme, ein großer Traditionsverein.“ Nebenher leistete Kolke noch seinen Zivildienst im Kinderheim. „Die Arbeit dort mit den Kindern war für mich sehr prägend.“ Auch sportlich lief es für den Torwart: Als gesetzte Nummer eins wurde er mit Mannheim Meister und stieg in die Regionalliga auf.

Ungeduld und Glück
Im Sommer kam dann ein Angebot von Wehen Wiesbaden. Dort musste der Großheubacher allerdings erstmal auf der Bank Platz nehmen. „Gerade als junger Spieler ist man oft ungeduldig. Ich hatte mir auch eine Altersgrenze gesetzt bis wann ich es geschafft haben muss. Ansonsten wäre ich in eine Lehre gegangen. Es braucht auf jeden Fall Glück.“ Und das war offenbar auf Kolkes Seite: 2013 wurde er Stammtorhüter und war zeitweise sogar Kapitän. In acht Jahren absolvierte der Torhüter über 200 Spiele für Wiesbaden. „Ich habe dort viel erlebt, gute und schlechte Dinge. Es prägt einen auch mal gegen den Abstieg zu spielen und sich in allerletzter Sekunde zu retten.“ In seiner letzten Saison schaffte Markus Kolke dann endlich den Aufstieg in die zweite Liga. „Ich habe allerdings einfach mal eine Luftveränderung gebraucht. Zum Glück steht meine Frau da zu 100 Prozent hinter mir.“

Der Elfer-Killer
Markus Kolke zog es in den Norden zum Drittligisten Hansa Rostock. „Wir wussten, was für eine unglaubliche Wucht der Verein hat und haben uns für diesen großen Schritt entschieden.“ Und das sollte sich auszahlen: Markus Kolke wurde Rekordtorhüter der dritten Liga sowie absoluter Führungsspieler und Kapitän der Kogge. 2021 schaffte der Großheubacher in seiner neuen Heimat endlich den Sprung in die zweite Bundesliga. Dazu ist er mittlerweile als echter Elfer-Killer gefürchtet. Vor einigen Wochen hielt Kolke im DFB-Pokal gegen den FSV Frankfurt im Elfmeterschießen alle drei Strafstöße vom Punkt. „Man kennt die Schützen, es gehört allerdings auch viel Bauchgefühl und Glück dazu. Das bringt natürlich alles nichts, wenn meine Jungs ihre Elfmeter nicht so souverän verwandeln.“ Der Großheubacher fühlt sich beim Zweitligisten pudelwohl und hat mittlerweile seinen Vertrag bis 2026 verlängert. „Ich will erstmal einfach Spaß haben. Das Kabinen-Leben, der Fußball – es ist ein Traumjob. Was danach kommt, wird sich zeigen, weil der Fußball so schnelllebig ist.“ In der Heimat ist Markus Kolke nur noch selten. „Wir haben hier zwei kleine Kinder, aber meine Eltern kommen uns oft besuchen. Meine Ex-Vereine verfolge ich allerdings noch. Da bleibt die Verbindung natürlich bestehen.“