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„Die erste Nacht war die schlimmste“

08.03.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Einbruch Einbrecher tuer

Martha* ist auf der Arbeit, als sie einen Anruf der Kriminalpolizei erhält – bei ihr zuhause wurde eingebrochen und das am helllichten Tag. „Die Polizei war quasi vor mir da.“, berichtet Martha. Als sie daheim ankommt, werden noch die letzten Spuren gesichert. Dann bleibt sie alleine und mit einem Schock in ihrem verwüsteten Zuhause zurück. „Die Täter haben anscheinend meine Wohnungstür aufgebrochen, sind rein und haben alles durchwühlt, den ganzen Kleiderschrank rausgeholt. Sie waren offensichtlich auf der Suche nach Wertsachen, höchstwahrscheinlich Schmuck und Geld. Sie haben aber nichts gefunden - Gott sei Dank.“, so Martha. 

Wir schließen unsere Türen ab, verlassen das Haus und machen uns auf den Weg zur Arbeit – die wenigsten rechnen damit, dass sie am helllichten Tag Opfer eines Einbruchs werden könnten. So auch Martha, sie wollte einfach ihrem Alltag nachgehen, doch nur kurze Zeit, nachdem sie aus dem Haus ist, kommt die schockierende Nachricht: „Also ich habe um 20 vor 9 die Wohnung verlassen und wurde dann, ich glaube gegen halb zwei auch schon angerufen.“ Entdeckt wurde der Einbruch von einem Mitarbeiter eines Netzanbieters, der Glasfaseranschlüsse verkaufen wollte. Die Betroffene wohnt ganz oben im letzten Stock. Sie fragt die Polizei, warum sich jemand entscheidet ganz oben einzubrechen: „Dann hatten sie erklärt, Einbrecher suchen sich entweder gezielt die unterste oder die letzte Wohnung aus, weil unten man eben schnell flüchten kann und oben kommt keiner mehr runter.“ Hinzu kommt, dass ihre Wohnungstür vom Flur aus nicht einsehbar war.

Wenn Einbrecher tagsüber kommen

Wir haben bei der Polizei nachgefragt, wie typisch Einbrüche mitten am Tag sind: Von Oktober bis März werden die meisten Einbrüche verzeichnet. „Und dann fallen die Taten auch schwerpunktmäßig in den Bereich der Dämmerung. Wir haben aber immer auch wieder Fälle, die tagsüber sind. In ein Mehrfamilienhaus zum Beispiel geht man in der Masse an Menschen vielleicht auch eher unter.“, so Philipp Hümmer, Pressesprecher der Polizei Unterfranken. Die Polizei berichtet uns: Über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen. „In Wirklichkeit dürfte die Zahl aber auch höher liegen - da bei Wohnungseinbrüchen etwa aufgrund einer urlaubsbedingten Abwesenheit der Inhaber - die genaue Tatzeit meist nicht feststellbar ist.“, so Hümmer.

Gelegenheit macht Diebe

Die Wohnungstür wurde aufgebrochen, doch wie haben sich die Einbrecher Zugang zum Hauseingang verschafft? „Da war dann die Erklärung, dass unser Schnapper in der Eingangstür unten offen war und sie somit einfach reinkommen konnten.“ So hätte sich auch der Mitarbeiter, welcher den Einbruch meldete, Zutritt verschafft. „Die Polizisten meinten, dass es sein kann, dass da jemand Vorarbeit geleistet hat und vielleicht schon am Tag davor oder eben eine Stunde vorher, als ein Postbote oder irgendjemand rein ist den Schnapper bewusst hochgemacht hat.“, so Martha. 

„Vielleicht wurden sie gestört“

Die Einbrecher hinterlassen besonders im Schlafzimmer ein großes Chaos, erzählt uns Martha: „In der Wohnung wurde nicht jedes Zimmer durchsucht, also die haben Wohnzimmer und Küche ausgelassen. Jetzt ist die Frage, ob sie es eben bewusst gemacht haben. Das hätte sein können, weil mein Wohnzimmer komplett einsehbar war, also die Nachbarn hätten alles sehen können. Es ist auch die Vermutung, dass sie gestört wurden und frühzeitig abbrechen mussten.“ Auch der Badschrank wurde komplett ausgeräumt. „Die haben wirklich überall reingeschaut, wo sie reinschauen konnten. Eine noch verpackte Deodose haben sie rausgeholt und geguckt, ob da was in der Verpackung drin ist.“ 

Die erste Nacht nach dem Einbruch

Der Schock sitzt tief bei Martha: „Also meine erste Reaktion war Panik. Ich habe mir auch im ersten Moment gar nicht vorstellen können, da jetzt nochmal alleine zu sein.“ Doch Martha möchte sich Ihr Zuhause nicht nehmen lassen: „Das waren so die ersten Gedanken, die halt dann kommen. Aber ich habe mir vorgenommen, sobald ich meine Tür wieder verschließen kann, dort alleine zu schlafen, weil Vermeidung macht es nur schlimmer. Aber die erste Nacht war wirklich komisch.“ Nach dem ersten Schock folgt die Bürokratie. „Ich habe bei meiner Versicherung angerufen und die waren auch ganz überrascht, weil sie dann meinten, ich wäre schon die vierte Person in der Woche, die einen Einbruch im Landkreis Aschaffenburg meldet.“

*Der Name wurde von der Redaktion geändert.

Wie man sich am besten vor einem Einbruch schützt, lesen Sie unter:
www.polizei-beratung.de