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„Die fahren einfach Leute um!“

12.09.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
E Scooter Collage 800x500px

BAYER. UNTERMAIN (mg). „Sie schneiden einen einfach den Weg ab und sind viel zu schnell unterwegs!“, so eine Bürgerin, der das Thema gehörig auf die Nerven geht. Für andere sind E-Scooter einfach praktisch, schnell und unkompliziert. Doch am bayerischen Untermain stieg die Zahl der registrierten Unfälle drastisch an - von 2024 auf 2025 um rund 49 Prozent. Erst Ende August ist in Aschaffenburg ein E-Scooter-Fahrer mit mehr als 50 km/h vor der Polizei geflüchtet - 30 km/h schneller als für zugelassene E-Scooter im Straßenverkehr erlaubt. Der 22-Jährige ignorierte eine Kontrolle auf der Willigisbrücke und fuhr davon. Bei seiner Festnahme stieß er mit einem Polizisten zusammen und verletzte ihn - außerdem soll er kurz davor in einen Unfall mit einem Radfahrer verwickelt gewesen sein. Und dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall, wie uns das Polizeipräsidium Unterfranken berichtet. 

2023 registrierte die Polizei am Bayerischen Untermain noch 30 Verkehrsunfälle mit E-Scootern. 2024 waren es bereits 41, im vergangenen Jahr kletterte die Zahl auf 61. Und auch 2026 geht die Entwicklung weiter: Allein in den ersten sechs Monaten wurden bereits 35 Unfälle mit E-Scootern gezählt. Bei den meisten Unfällen wurden Menschen verletzt - Todesopfer waren bei den registrierten Vorfällen am Bayerischen Untermain bisher nicht zu verzeichnen. Doch was man bei der Statistik beachten muss: Die Zahlen zeigen nicht automatisch, dass E-Scooter selbst immer gefährlicher werden. Denn wie viele Menschen tatsächlich mit den kleinen Rollern unterwegs sind, wird in der Statistik nicht erfasst. 

Kein Sharing, aber freie Fahrt in der Fußgängerzone

In größeren Städten gibt es die E-Scooter an jeder Ecke zum Ausleihen – Aschaffenburg geht hier seinen eigenen Weg: Der Stadtrat lehnte 2022 einen gewerblichen Verleih ab. Befürchtet wurden unter anderem Verkehrsprobleme, herumliegende Roller und Vandalismus. Doch die Stadt kommt den E-Scooterfahrern auch entgegen: Ab März 2027 dürfen diese in Aschaffenburg grundsätzlich dort fahren, wo auch Fahrräder in der Fußgängerzone erlaubt sind. Bislang ist das verboten und wird mit einem Bußgeld von 55 Euro geahndet. Die Stadt will die bestehende „Miteinander-Zone“ beibehalten und setzt statt eines Verbots auf Kontrollen und eine Aufklärungskampagne. Auch in Miltenberg gibt es derzeit ebenfalls kein öffentliches E-Scooter-Sharing-Angebot, sodass die Roller auch dort nicht einfach per App ausgeliehen werden können.

Allein, nüchtern und vorsichtig

Abseits der Unfallzahlen haben die Beamten immer wieder mit anderen Problemen rund um den kleinen Roller zu tun: E-Scooter werden nicht selten zu zweit gefahren. Auch Alkohol spielt eine Rolle. Was die Sicherheit angeht, ist die Botschaft der Polizei eindeutig. Wer mit dem E-Scooter unterwegs ist, sollte nicht nur die Verkehrsregeln kennen, sondern auch entsprechend vorsichtig fahren. Eine angepasste Geschwindigkeit, ein vorausschauender Blick und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer seien entscheidend. Denn anders als im Auto gibt es auf dem E-Scooter keine Karosserie, die den Fahrer bei einem Sturz schützt. Und auch kleine Hindernisse können schnell gefährlich werden. Unebenheiten oder Bordsteinkanten können wegen der kleinen Räder dazu führen, dass der Roller abrupt stehen bleibt – ein Sturz auf den Kopf, eine Gehirnerschütterung oder sogar ausgeschlagene Zähne sind schnell die schmerzhafte Folge. Die Polizei empfiehlt deshalb, bei jeder Fahrt einen Schutzhelm zu tragen. Außerdem gilt: allein, nüchtern und mit angepasster Geschwindigkeit fahren.

Umfrage

David Rüsenberg aus Miltenberg:

„Ich sehe das sehr skeptisch, weil oft zu zweit darauf gefahren wird, es werden irgendwelche Gegenstände darauf transportiert und die sind einfach nur eine brutale Gefahr im Straßenverkehr.“ 

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David Rüsenberg aus Miltenberg

Stefan Grimm aus Miltenberg:

„Prinzipiell ist es eine gute Idee, aber wenn man die Strecke auch zu Fuß gehen könnte, dann ist es für den Umweltschutz keinen Unterschied. Aber natürlich, wenn man irgendwo ist als Tourist und sagt man möchte durch die Stadt, dann ist es praktisch.“ 

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Stefan Grimm aus Miltenberg

Martin und Marion Grünewald aus Hösbach:

Wir finden, dass sie teilweise viel zu schnell fahren. Da sollte man, wie beim Fahrradfahren, einen Helm aufsetzen und nicht zu zweit oder zu dritt fahren. Es ist kein Wunder, dass es da Unfälle gibt. Mittlerweile ist es ja so, dass die Motorradfahrer weniger Verletzungen haben, wie die E-Scooter-Fahrer.“

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Martin und Marion Grünewald aus Hösbach

Burkhart Schöfer aus Eichenberg und Monika Schnabel aus Niedernberg

Burkhart Schöfer:
„Ich sehe das sehr skeptisch, weil oft zu zweit darauf gefahren wird, es werden irgendwelche Gegenstände darauf transportiert und die sind einfach nur eine brutale Gefahr im Straßenverkehr.“ 

Monika Schnabel:
In der Innenstadt müssen Sie nicht unbedingt rumfahren. Ich würde mir keinen zulegen und einen Helm würde ich befürworten.“

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Burkhart Schöfer und Monika Schnabel

Leon Englert aus Aschaffenburg und Marianne Englert aus Groß-Umstadt

Leon Englert:
„Ich habe selbst keinen. Ich finde es aber nicht ganz so gut, dass die so schnell fahren.“ 

Marianne Englert:
Ich habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich kann nur Positives sagen.“

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Leon Englert und Marianne Englert