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„Die Mannschaft zieht hervorragend mit!“

17.10.2026, 00:00 Uhr in PrimaSonntag
KW42 Jochen Seitz

WIESBADEN/HEIMBUCHENTHAL (le). Erst der Rücktritt bei Lok Leipzig nach zwei verpassten Aufstiegen, jetzt der Neustart in Liga drei: Jochen Seitz ist zurück im Trainergeschäft! Mit dem SV Wehen Wiesbaden hat der Heimbuchenthaler direkt einen 4:2-Sieg in Ingolstadt gefeiert. Doch noch gibt es wenig Grund zur Euphorie: Erst einmal muss Wiesbaden raus aus dem Tabellenkeller. Über seine ersten Wochen in der hessischen Landeshauptstadt spricht Seitz im Interview mit PrimaSonntag.

Herr Seitz, im Sommer sind Sie als Trainer von Lok Leipzig zurückgetreten. Was waren die Gründe für diese Entscheidung?

„Ich habe mich in Leipzig eigentlich sehr wohlgefühlt. Wir haben in dieser Zeit unglaublich viel investiert und mussten vieles neu aufbauen. Das war extrem zeitintensiv, ich war selten zu Hause und hatte wenig Zeit für mich selbst. Nach dem verpassten Aufstieg in die dritte Liga war die Enttäuschung entsprechend groß. Ich habe einfach nicht mehr die Kraft verspürt, nur drei Wochen später wieder auf dem Fußballplatz zu stehen und die Mannschaft neu zu motivieren. Deshalb habe ich entschieden, zurückzutreten. Jetzt habe ich nochmal analysiert: Was ist gut gelaufen, was weniger gut? Natürlich habe ich auch die verschiedenen Ligen beobachtet und geschaut, wo sich möglicherweise eine neue Aufgabe ergeben könnte.“

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Alle Fotos in diesem Artikel: SVWW
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Und die ergibt sich jetzt eine Liga höher: Sie sind neuer Cheftrainer beim SV Wehen Wiesbaden. Mit Nico Wegmann haben Sie Ihren Co-Trainer aus Leipzig auch hier an Ihrer Seite. Wie kam es zu dem Engagement?
„Nachdem Wiesbaden den Trainer freigestellt hatte, war ich einer von vier oder fünf Kandidaten. Es gab zunächst ein Gespräch mit der sportlichen Leitung. Dabei haben wir uns über meine Spielidee und meine Einschätzung der Situation beim Verein ausgetauscht. Unsere Vorstellungen haben gut zueinander gepasst. Für mich war zudem klar, dass ich Nico gerne mitnehmen würde. Eine Garantie gibt es im Trainergeschäft natürlich nie, denn manche Vereine möchten keinen zusätzlichen Co-Trainer verpflichten. In Wiesbaden hat sich die Gelegenheit ergeben.“

Mit dem 4:2-Sieg in Ingolstadt ist Ihr Einstand mehr als gelungen. Wie blicken Sie auf die Partie zurück?
„Die ersten 70 Minuten haben wir sehr gut gespielt. Wir standen defensiv kompakt und hatten viele gute Umschaltmomente. Außerdem haben wir einen Elfmeter verschossen. Eigentlich hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon höher als 2:0 führen müssen. Wie es im Fußball manchmal läuft, hat Ingolstadt anschließend alles nach vorne geworfen – und wir haben den Ausgleich zum 2:2 kassiert. Glücklicherweise haben wir am Ende noch zwei wunderschön herausgespielte Tore erzielt.“

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Welche Ziele haben Sie sich für die laufende Saison in Wiesbaden gesetzt?
„In den ersten sieben Spielen hat die Mannschaft nur fünf Punkte geholt. Deshalb wäre es jetzt nicht sinnvoll, große Ziele auszurufen. Wir müssen zunächst so schnell wie möglich aus der Abstiegszone herauskommen. Dafür brauchen wir jeden Punkt und denken nur von Spiel zu Spiel. Alles andere interessiert uns momentan erst einmal nicht. In den dreieinhalb Wochen, in denen ich jetzt hier bin, hat die Mannschaft hervorragend mitgezogen. Die Spieler nehmen unsere Vorgaben gut an.“ 

Sieben Jahre lang haben Sie Viktoria Aschaffenburg trainiert. Der Verein spielt inzwischen in der Bayernliga. Verfolgen Sie weiterhin, wie es dort läuft?
„Natürlich. Mein Sohn spielt inzwischen in der ersten Mannschaft, deshalb drücke ich der Viktoria weiterhin fest die Daumen. Der Verein ist für mich ein zweiter Heimatverein, und ich fiebere nach wie vor mit. Es ist schade, dass die Viktoria im vergangenen Jahr abgestiegen ist. Ich glaube aber, dass der Verein mit seinem Jugendkonzept auf einem guten Weg ist. Viele junge Spieler sind dabei und können sich entwickeln. Dafür müssen sie die nötige Zeit bekommen. Dann hoffe ich, dass es mittelfristig wieder in Richtung Regionalliga geht.“