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Kommt die Lösung für das Tauben-Problem?

23.05.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Tauben Collage

ASCHAFFENBURG (ld). Für die einen sind sie die „Ratten der Lüfte“, die in der Stadt zu einer echten Plage geworden sind. Ladenbesitzer versuchen die Tiere mit Vogelabwehrspitzen loszuwerden, Passanten ärgern sich über von Tauben verschmutze Gehwege wie beispielsweise am Hauptbahnhof. Andere, darunter auch Tierschützerin Alexandra Kieser, kümmern sich um die Tauben und setzten sich jetzt für eine Lösung ein.

Bislang gab es für die Vögel in der Stadt Aschaffenburg zwei Taubenhäuser. Eines steht aktuell noch am Herstallturm, wenige Meter davon entfernt gibt es ein weiteres am Schöntalpark. Doch es gibt ein gravierendes Problem, so Tierschützerin Alexandra Kieser: „Da die beiden aus Holz gebaut sind, sind sie mittlerweile recht marode und werden von den Tauben auch gar nicht mehr angenommen.“ Auch für die Tierpfleger sind sie inzwischen eine echte Herausforderung. Um die Taubenpopulation einzudämmen, müssen die Eier in den Taubenhäusern regelmäßig gegen Attrappen ausgetauscht werden, aber das ist aus Sicherheitsgründen seit einem Dreivierteljahr nicht mehr möglich. Kurz darauf beginnen Gespräche mit dem Ordnungsamt – und jetzt könnte es tatsächlich eine Lösung geben

Hässlicher Container oder Luxus?

Schon länger spekulierten die Tierpfleger auf ein Taubenloft. Das kann man sich als umgebauten Schiffscontainer vorstellen, der in zwei Räume aufgeteilt ist. Im Vorderraum ist Platz für diejenigen, die die Tauben mit Futter und Wasser versorgen - im hinteren Raum befindet sich der Taubenschlag mit Brutstellen. Über kleine Fenster können die Vögel jederzeit rein- und wieder rausfliegen. Nächste Woche Dienstag ist es so weit: Am Hauptbahnhof wird das erste Taubenloft aufgebaut. Dabei handelt es sich sogar um das neuste Modell mit wärmeabschirmenden Wänden. Im Schöntalpark stießen die Tierschützer hingegen zunächst auf Skepsis: Der Container sei zu hässlich. Nach etwas Überzeugungsarbeit kann das Taubenloft aber wahrscheinlich auch hier errichtet werden, erzählt Alexandra Kieser: „Wir haben schon drei bis vier Leute, die sich ehrenamtlich darum kümmern wollen, machen jetzt aber nochmal einen Aufruf.“

KW21 Taubenloft 1
KW21 Taubenloft 2
KW21 Taubenloft 4

Selbst schuld am Taubenproblem?

Das Bild der Taube hat sich im Laufe der Zeit stark verändert: „Ganz früher waren es ja Brieftauben, im ersten Weltkrieg haben sie hauptsächlich Nachrichten hin und hergeschickt und irgendwann waren sie nutzlos und dann hat sich auch keiner mehr darum gekümmert.“, erklärt die Tierschützerin. An den Vorurteilen sei zum Teil auch der Mensch schuld – durch falsches Füttern bekommen die Tauben beispielsweise Verdauungsprobleme: „Im Prinzip kriegen sie jeden Tag nur Junk-Food zu essen: Brötchen, Pommes – was sie halt so finden.“, bedauert Alexandra Kieser. Durch die neuen Taubenlofts gibt es Hoffnung, dass sich das Problem in Aschaffenburg so eindämmen lässt und nicht per Genickbruch wie in Limburg oder in der Schweiz.