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Ekel-Funde in unseren Altkleider-Containern

22.08.2026, 07:00 Uhr in PrimaSonntag
Muell

BAYER. UNTERMAIN. Kurz die Pullis in den Kleidercontainer werfen, die den Kindern zu klein geworden sind oder die Hose, die einem einfach nicht mehr gefällt. Doch wenn man die Klappe des Kleidercontainers öffnet, kommt einem oft ein übler Gestank entgegen - Babywindeln und Essenreste liegen zwischen den Kleidersäcken im Container, der aber alles, aber keine Müllabladestation sein sollte. Nach der fehlenden Abholung der gelben Säcke und der überquellenden Glascontainer im Kreis Aschaffenburg sorgen nun immer noch unsere Altkleidersammelstellen für Kopfschütteln. Die Stadtwerke Aschaffenburg und der BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg beobachten eine zunehmende Vermüllung der Altkleidercontainer am Untermain. PrimaSonntag hat mit den Betreibern über die Ursachen und Folgen gesprochen.

„Leider passiert es immer öfter, dass die Altkleidercontainer für Hausmüll genutzt werden“, berichtet Christiana Berdami, Meisterin im Entsorgungsbetrieb der Stadtwerke Aschaffenburg.  Etwa 20 Prozent in den Containern seien inzwischen Restmüll. Besonders schlimm seien volle Windeln, aber auch Essensreste, zum Beispiel ganze Fleischstücke, werden in die Container geworfen. Und das sorgt für einen üblen Gestank. Auch der BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg muss Ähnliches feststellen. Geschäftsführer Edwin Pfeifer berichtet, dass immer wieder Gegenstände im Container landen, die dort absolut nichts zu suchen haben. „Teilweise sind das Fahrzeugteile, Schlachtabfälle, Elektrogeräte oder auch Bildschirme. In einem Fall hatten wir sogar Bauschutt im Container“, erklärt Geschäftsführer Edwin Pfeifer. Grund dafür sei zum Beispiel eine volle schwarze Mülltonne zu Hause, der lange Weg zum Wertstoffhof oder ein Umzug, bei dem der Container oft als zusätzliche Entsorgungsmöglichkeit genutzt wird. Man könne dagegen leider nicht viel tun. 

Menschen müssen mit Konsequenzen rechnen 

„Die rund 120 Altkleidercontainer im Landkreis Miltenberg sollen trotzdem weiterhin bestehen bleiben“, erklärt Pfeifer. Denn grundsätzlich halten sich die allermeisten Menschen an die Vorgaben. Laut Pfeifer handelt es sich um Einzelfälle, die derzeit allerdings häufiger auftreten. Die Betreiber haben deshalb bereits erste Maßnahmen ergriffen: „Wir haben den Standort eines Containers aus einem unbeaufsichtigten Bereich in ein Wohngebiet verlegt, wo die Beobachtung des Umfelds größer sein kann als am Rand eines Gewerbegebietes.“ Wer die Container dagegen zur illegalen Müllentsorgung nutzt, muss mit Konsequenzen rechnen: „Wir behalten uns vor, eine illegale Müllentsorgung das zur Anzeige zu bringen“, berichtet der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Miltenberg-Obernburg.

Kleidung ein zweites Zuhause schenken

„Wichtig ist, die Menschen über die Folgen ihrer Taten aufzuklären“, betonen auch die Stadtwerke Aschaffenburg. Denn durch den vielen Müll werden die Kleidungsstücke so stark verschmutzt, dass sie nicht mehr verwendet werden können. „Sie müssen dann mit dem Restmüll verbrannt werden. Das ist sehr schade, denn unser Ziel ist es, die Kleidung zu sammeln und so viel wie möglich davon wiederzuverwenden“, erklärt Christiana Berdami. Hinzu kommt, dass Kleidung oft in einem sehr schlechten Zustand ist. Oft werden auch Kleiderfetzen in den Containern oder dreckige Wäsche entsorgt. Die Container sind jedoch eine Sammelstätte, um Kleidung ein zweites Zuhause zu schenken. Unbedingt sollten die Kleidungsstücke in einer Tüte regen- und reißfest verpackt werden, um eine Ankunft an ihrem neuen Zuhause sicherzustellen.