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Hier haben unsere Kinder das Sagen!

20.09.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Weltkindertag

BAYER. UNTERMAIN. In einer Welt, in der sich Erwachsene meist nur noch mit ernsten und unschönen Themen auseinandersetzen, hoffen und setzen wir auf die Unbeschwertheit und die Lebensfreude derjenigen, denen die Welt noch offensteht. Aber auch nicht alle Kinder haben das Glück, mit Leichtigkeit und völlig gesund aufzuwachsen. Zum Weltkindertag an diesem Sonntag richten wir unseren Blick auf alle Kinder und Jugendliche. Dieser Tag soll an ihre Rechte und Bedürfnisse erinnern. Im ganzen PrimaSonntag-Land gibt es Angebote, die sich mit unseren Jüngsten beschäftigen, ihnen eine Stimme geben und sich für ihre Belange einsetzen. Ein paar dieser besonderen Projekte stellen wir Ihnen vor. 

Der Knochengarten in Haibach – einfach Kind sein

Ein Ort, an dem Kinder einfach Kinder sein dürfen: Im Knochengarten in Haibach geht es ums Entdecken, Ausprobieren und Spielen wie früher. Der Abenteuerspielplatz zeigt, wie wichtig Freiräume für Kinder sind. Er ist ein gemeinnütziger Spielplatz und finanziert sich vor allem durch Spenden. Auf dem großen Waldgelände dürfen die Kleinsten bauen, matschen, werkeln und ihre eigenen Ideen verwirklichen. „Unser Motto ist: behütet wild sein – Spielen wie früher“, sagt Leiterin Lisa Roth. Der Knochengarten ist kein klassischer Spielplatz mit fertigen Geräten:„Die Kinder können einfach ganz viel entdecken, ausprobieren, können auch mal scheitern und wieder neu anfangen.“ Gerade in einem Alltag voller Termine und Vorgaben sei es wichtig, Kindern Raum für eigene Erfahrungen zu geben. „Oft fehlt einfach der Raum, in dem niemand vorgibt, was jetzt zu machen ist“, erklärt Roth. Im Knochengarten können Kinder eigene Ideen entwickeln, Risiken einschätzen und gemeinsam Lösungen finden. Besonders beliebt ist das Hüttendorf: Dort dürfen Kinder mit Hammer, Nägeln und Sägen ihre eigenen Bauwerke erschaffen. Aber auch der Bobby-Car-Hügel und gemeinsame Abende an der Feuerstelle mit Stockbrot gehören zu den Highlights. Am Weltkindertag können Kinder dort von 10 bis 14 Uhr auf Entdeckungstour gehen und den großen Spielplatz mitten in der Natur erleben.

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Radio Klangbrett Aschaffenburg - eine Stimme für Kinder und Jugendliche

Bei Radio Klangbrett entscheiden nicht Erwachsene, sondern Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 27 Jahren, was im Radio läuft. Dreimal in der Woche können Ehrenamtliche, FSJler und Praktikanten auf der Frequenz von Radio Galaxy senden: „Als Jugendradio sind wir in einer sehr einzigartigen Situation in Bayern, denn wir können live senden“, erzählt die pädagogische Leitung Kerstin Günther. Das Format „Brennglas“ nimmt dienstags ein Thema, das sich die jungen Menschen selbst aussuchen dürfen, ganz genau unter die Lupe. Mittwochs wird eine Stunde „Aufgedreht“ - innerhalb dieser Stunde dürfen verschiedene Formate ausprobiert werden. Am Donnerstag gibt es „Bunte Töne - Bunte Themen - Bunte Gäste“. Wie der Name erahnen lässt, sind sowohl Musikprogramm als auch Themenauswahl der Sendung bunt gemischt. In der zweiten Stunde kommen dann lokale Musiker oder interessante Persönlichkeiten in einem Interview zu Wort. „Menschen, die einfach Lust haben, ihre Themen einzubringen, die sind hier herzlich willkommen. Nebenbei ist die Redaktion aber auch eine Art Jugendtreff, daher ergeben sich Themen oft aus dem Gespräch heraus. „Im nächsten Jahr werden wir tatsächlich 25 Jahre alt, was echt eine coole Sache ist.“ Die Bayerische Landesmedienzentrale und die Stadt Aschaffenburg machen Radio Klangbrett durch Fördermittel möglich, aber die Idee kam ursprünglich von Jugendlichen selbst, die Radio machen wollten. Ab Herbst ist zum Beispiel ein Hörprojekt mit Grundschulkindern geplant. Die Kinder und Jugendlichen lernen dabei auch, offen auf Leute zuzugehen, neugierig zu sein und Fragen zu stellen. 

070926 AB Klangbrett Studio
070926 AB Klangbrett Redaktionssitzung

Kindertheater 12 Stufen Theater - eine Bühne für große Träume

Zum Weltkindertag zeigen Agnieszka und Torsten Kleemann, dass Kindertheater weit mehr ist als reine Unterhaltung: Es schafft gemeinsame Erlebnisse für Familien, lädt zum Staunen ein und vermittelt spielerisch wichtige Werte wie Zusammenhalt, Respekt und einen achtsamen Umgang mit der Welt. „Für uns ist Kindertheater mehr als nur Unterhaltung – es ist ein Impuls für die Kinder und auch für die ganze Familie, den man mitnehmen kann“, sagen die beiden Theatermacher. Mit spannenden Geschichten, liebevollen Figuren und viel Fantasie nimmt das Kindertheater junge Zuschauer mit in neue Welten. Ob lustige Abenteuer, märchenhafte Erzählungen oder Stücke zu Themen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen beschäftigen – Theater fördert Kreativität und regt zum Nachdenken an. Die Idee von Agnieszka und Torsten Kleemann: Theater soll nicht nur auf einer klassischen Bühne stattfinden, sondern direkt zu den Kindern kommen – zum Beispiel in Kindergärten, die sonst nur selten Zugang zu solchen Angeboten haben. Passend zum Weltkindertag wird das Theaterstück „Herr Kleemann und sein Fisch“ aufgeführt. Es zeigt einmal mehr, wie wichtig Räume sind, in denen Kinder träumen, entdecken und staunen können.

Kindertheater

Zirkus Blamage aus Erlenbach – Manege frei für junge Künstler

Während viele Schüler die Ferien zum Faulenzen nutzen, geht es im Zirkus Blamage innerhalb der schulfreien Zeit hoch her. Der Jugendzirkus aus Erlenbach lädt Kinder ab neun Jahren ein, sich dem Zirkus-Camp in den Oster-, Pfingst- oder Sommerferien anzuschließen. Alle Teilnehmer können dabei gemeinsam ein Programm erarbeiten, das am Ende der Woche vor Freunden und Familie aufgeführt wird. Der Auftritt wird zweimal wöchentlich in einer Manege vor 250 Zuschauern gespielt. Die Kinder können sich während des Zirkus-Camps in jeweils zwei Disziplinen üben. Zur Auswahl stehen unter anderem Clownerie, Drahtseil, Trapez, Trampolin und Seilspringen. Trainiert wird eine Stunde vormittags und eine Stunde nachmittags. Gemeinsam überlegen sich die Kinder Themen und übernehmen sogar die Rolle des Zirkusdirektors. Die Trainingsstunden werden dabei von Trainern organisiert, die selbst einmal Teilnehmende des Camps waren. In einer speziellen Schulung bildet der Zirkus so seine eigenen Teamer aus. Vorsitzende Laura Spielmann, genannt „Lotte“, schätzt an diesem Projekt vor allem das Familiengefühl. „Diese Gemeinschaft ist eine zweite Familie, die ich ins Herz geschlossen habe. Ich möchte den Kindern hier mitgeben, was ich gelernt und erfahren habe.“ Das große Ziel des Vereins ist es, auch ein inklusives Angebot für Menschen mit Behinderung zu schaffen. 

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Die Bärenfamilie in Kahl - ein Zuhause für kleine Kämpfer

Für viele Kinder sind ein eigenes Zimmer, gemeinsames Essen und Zeit mit der Familie selbstverständlich. Für schwerstkranke und intensivpflegebedürftige Kinder sieht der Alltag oft anders aus. In Kahl gibt es deshalb die „Bärenfamilie“ - eine Einrichtung, die medizinische Versorgung und ein möglichst normales Zuhause verbindet. Bis zu zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von wenigen Monaten bis 18 Jahren leben dort. Manche nur vorübergehend, andere über viele Jahre. Rund 42 Pflegekräfte und pädagogische Fachkräfte kümmern sich rund um die Uhr um sie. Trotz Beatmungsgeräten und Notfallmaterial soll sich die Einrichtung nicht wie eine Klinik anfühlen. „Es wird gemeinsam gekocht und gespielt, die Kinder können ihre Zimmer persönlich gestalten und auch Ausflüge gehören zum Alltag“, sagt Lina Seibel, die Leiterin der Einrichtung. Die Eltern bleiben dabei eng eingebunden - „sie können regelmäßig vorbeikommen, bei der Pflege mithelfen und nach Absprache auch übernachten.“ Die „Bärenfamilie“ zeigt damit, dass neben medizinischer Versorgung vor allem eines wichtig ist: den Kindern ein Stück Normalität und ein Zuhause zu geben.

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