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„Ich habe nie aufgehört zu kämpfen“

04.07.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
KW28 Schlemmerscheune 10

SCHAAFHEIM (lt). Für Melanie Kraft aus Schaafheim-Mosbach geht endlich ihr großer Traum in Erfüllung. Die Wiedereröffnung ist terminiert: Im August will sie die Türen der Schlemmer-Scheune wieder öffnen. Kisten voller Staub verwandeln sich in eine urige Gastro-Scheune mit Alpenflair. Lange hat sie dafür kämpfen und bangen müssen, endlich wieder ein Stückchen Österreich in Mosbach aufleben zu lassen. Vergangenen Sommer hat PrimaSonntag schon über ihren Fall berichtet und damit für große Anteilnahme bei unseren Lesern gesorgt…

In der Scheune stecken über 100 Jahre Geschichte. Seit 1906 ist das Gebäude in Melanies Familienbesitz und war ursprünglich Abstellort für Landwirtschaftsgeräte. 2024 eröffnete die Schlemmer-Scheune dann zum ersten Mal. Jedoch war schnell klar, dass Melanie die Türen wieder zumachen muss, denn der erste Widerspruch kam schon vor der offiziellen Eröffnung. „Dass sich das dann zwei Jahre hinzieht, war mir nicht bewusst“, erzählt Melanie. 

Formfehler und Lärmbelästigung

Doch wieso musste sie überhaupt schließen? Nach Lärmbeschwerden der Nachbarn stellte das Bauamt „Formfehler“ an der Scheune fest. Angeblich hätte ein Lärmgutachten von Melanie vorgelegt werden müssen, jedoch wusste sie davon nichts. Ein nachträgliches Lärmgutachten stellte dann das Unglaubliche fest: Die Nachbarn, die sich am lautesten über die Gastbetriebsgeräusche echauffiert haben, waren letztlich gar nicht betroffen. Die Bedingungen des Bauamts für eine Wiedereröffnung waren klar: Ein Türriegel muss angebracht werden, um den Lärm zu mindern und ein geplanter Rauchertisch im Außenbereich darf nicht umgesetzt werden. Melanie ist gerade daran, die zwei Punkte umzusetzen, die Scheune zu renovieren und schön zu dekorieren. 

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100 Jahre Tradition treffen auf Gemütlichkeit.

Stark durch die Familie

Melanie muss die letzten zwei Jahre aus eigener Tasche meistern. „Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft“, hält sie fest. Auch psychisch war die Zeit eine große Herausforderung. Immer wieder wurde ihr Hoffnung gemacht, dass die Anzeige der Geschichte angehört – doch dann kommt schon die nächste.  Auch ihre 15 Mitarbeitenden musste sie freistellen, nun beginnt sie die Suche nach neuen Arbeitskräften. Doch etwas Gutes hatten die letzten zwei Jahre auch: „Ich war viele Jahre im Produktmanagement und Design tätig und konnte mich in der Zeit wieder komplett in meiner Kunstwelt verlieren.“ Und das mit vollem Erfolg: Melanies Kunstwerke sind in Schaafheim ausgestellt und auch in ihrer Schlemmer-Scheune hängt eines ihrer Leinwandbilder.

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Auf Leinwänden zeigt Melanie Kraft ihre zweite Heimat.

„Melanies Schlemmer-Garten“ in Planung

Das Schlemmer-Scheunen-Konzept ist absolut einzigartig: „Ich wollte unbedingt ein Stückchen Österreich herholen, weil mein Herz quasi in zwei Heimaten lebt“, erzählt sie. Somit wird hauptsächlich kalte Küche aus zwei Regionen - Hessen und Österreich - aufeinandertreffen. Doch nicht nur Ortschaften treffen in der Wohlfühlscheune aufeinander: „Da sitzen 90-Jährige zwischen den 15-Jährigen, das ist eine total coole Stimmung.“ Auch für die Zukunft ist schon einiges geplant: „Ich habe mir jetzt einen neuen Garten angemietet, bei dem ich das Permakultur Garten-Konzept umsetzen werde. Und das wird in zwei Jahren, hoffe ich, zu ‚Melanies Schlemmer-Garten‘.“