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"Diese Einbußen gibt uns keiner zurück!"

31.10.2026, 00:00 Uhr in PrimaSonntag
KW44 Markt Collage

ASCHAFFENBURG (wk). Der Aschaffenburger Wochenmarkt gehört für viele Menschen fest zum Stadtbild. Doch ob Weinfest, Fischmarkt oder Weihnachtsmarkt: Finden größere Veranstaltungen auf dem Schlossplatz statt, muss der Wochenmarkt auf eine Ausweichfläche umziehen. Das sorgt zunehmend für Unmut. Auch ein Primasonntag-Leser, der selbst regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkauft, hat sich deshalb bei unserer Redaktion gemeldet. Er kritisiert, dass der Markt bei anderen Veranstaltungen immer wieder zurückstecken muss. 

Die Stadt rechtfertigt sich wie folgt: „Die Wochenmarktverlegungen werden immer Ende November im Stadthallensenat beschlossen. Die Kongress- und Touristikbetriebe legen die geplanten Veranstaltungen für das Folgejahr dem Stadtrat vor, der dann darüber entscheidet, wie oft der Wochenmarkt verlegt werden soll. In diesem Jahr ist dies an 17 Markttagen der Fall. Diese Zahl ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Abgesehen von den Corona-Pandemie-Jahren wurde der Wochenmarkt zwischen 2012 und 2022 jedes Jahr an 16 oder 17 Tagen verlegt. Der Platz vor dem Schloss und der Steinmetzschule ist zwar ein wenig kleiner, aber noch die beste Alternative zum Schlossplatz. Ein anderer Alternativstandort ist in unmittelbarer Nähe nicht zu finden.“ Weiter entfernt würde er von den Marktbesuchern nicht angenommen werden.

Das sagen die Marktbetreiber:

KW44 Aufreger Markt 1
Sebastian Engelhard aus Alzenau

Sebastian Engelhard aus Alzenau

„Wir haben bei jeder Verlegung des Marktes Umsatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent. Man fühlt sich von der Stadt überhaupt nicht wertgeschätzt. Dabei gibt es den Wochenmarkt schon seit Jahrzehnten und er zieht sogar Kunden aus Hessen nach Aschaffenburg. Vor dem Weinfest haben wir erst vier Wochen vorher Bescheid bekommen. Da kann man kaum noch reagieren.“

KW44 Aufreger Markt 2
Sebastian Engelhard aus Alzenau

Sebastian Engelhard aus Alzenau

„Das Problem sind vor allem unsere älteren Kunden. Für Menschen mit Rollator können die zusätzlichen 150 Meter vom Parkhaus bis zum Markt schon eine große Entfernung sein. Gerade schwere Waren wie Kartoffeln oder Kohl verkaufen sich dann deutlich schlechter. Unsere Umsätze gehen zurück, aber die Personalkosten bleiben gleich. Und wenn wir erst drei oder vier Wochen vorher von der Verlegung erfahren, können wir kaum noch planen.“

KW44 Aufreger Markt 3
Wolfgang Ball aus Aschaffenburg

Wolfgang Ball aus Aschaffenburg

„Wir haben bei einer Verlegung 20 bis 30 Prozent weniger Umsatz. Das gibt uns keiner zurück. Gerade ältere Menschen können ihre schweren Einkäufe nicht einfach über den ganzen Schlossplatz tragen. Wir müssen leider viel zu oft anderen Veranstaltungen weichen. Mittlerweile ist es kein Miteinander mehr, sondern nur noch ein Gegeneinander.“

KW44 Aufreger Markt 4
Ilona Schindler und Maurice Bonners aus Babenhausen

Ilona Schindler und Maurice Bonners aus Babenhausen

„Wenn der Markt verlegt wird, finden uns manche Kunden nicht mehr und wir haben erhebliche Umsatzeinbußen. Natürlich verstehen wir auch, dass die Stadt andere Veranstaltungen organisieren möchte. Aber es wäre schön, wenn solche Entscheidungen frühzeitig mit uns abgesprochen würden. Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist nicht schön.“

KW44 Aufreger Markt 5
Anita Schotte aus Aschaffenburg

Anita Schotte aus Aschaffenburg

„Ich finde die Atmosphäre auf der Ausweichfläche nicht so schön, weil die Stände dort viel weiter verteilt sind. Hier kennt man die Wege, dort muss man erst einmal suchen, wo welcher Händler steht. Außerdem ist der Weg zum Parkhaus kürzer. Gerade wenn man älter ist und schwere Sachen wie Kartoffeln trägt, macht das einen Unterschied.“

KW44 Aufreger Markt 6
Anne und Heinz Moser aus Aschaffenburg

Anne und Heinz Moser aus Aschaffenburg

„Für uns persönlich macht es keinen großen Unterschied, ob der Markt hier oder auf der Ausweichfläche stattfindet. Wir kommen regelmäßig mittwochs und samstags zum Einkaufen. Aber wir verstehen schon, dass der längere Weg gerade für ältere Menschen schwierig sein kann.“

KW44 Aufreger Markt 7
Lothar Sartory aus Rottenburg

Lothar Sartory aus Rottenburg

„Ich habe auch die Petition der Marktbetreiber unterschrieben, damit der Wochenmarkt an seinem gewohnten Platz bleibt. Ich finde es schlecht, dass er immer wieder verlegt wird. Wir wohnen direkt um die Ecke und für uns ist es sehr praktisch, dass wir schnell zum Markt kommen können.“

KW44 Aufreger Markt 8
Albert Rooker aus Aschaffenburg

Albert Rooker aus Aschaffenburg

„Ich finde es schrecklich, dass der Wochenmarkt wegen solcher Veranstaltungen dauernd umziehen muss. Der Markt gehört einfach hierher und sollte nicht ständig anderen Veranstaltungen weichen müssen.“