"Er nimmt den Kampf jeden Tag tapfer an"

ASCHAFFENBURG (lt). Er wollte seine Leidenschaft für Autos zum Beruf machen und eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer beginnen – doch für den 17-jährigen Miles aus Aschaffenburg kommt alles anders. Letzten September bekommt er die Schock-Diagnose: Tumor im Rückenmark. Für Miles und seine Familie ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Plötzlich muss der Teenager seine Nachmittage mit Chemotherapien, statt mit seinen Freunden verbringen. Trotz OP wächst der Tumor immer weiter. Jetzt kann nur noch eine Spezialtherapie helfen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt wird. Die Kämpfer-Familie hat mit uns über ihr Gefühlschaos gesprochen und uns ihr Herz geöffnet.
Mit starken Rückenschmerzen kam Miles ins Klinikum. Die Ärzte gingen zunächst von einer Dehydrierung aus. Vier Wochen später musste er erneut ins Krankenhaus, weil er seine Beine nicht mehr richtig ansteuern konnte. Dann die erschütternde Diagnose: Krebs. Ende September 2025 folgte die erste Operation. Danach stand fest: Der Tumor ist bösartig und hochgradig aggressiv. Eine vollständige Entfernung war nicht möglich, da er bereits stark in das Rückenmark eingedrungen war. „Uns wurde mitgeteilt, dass der Tumor auf jeden Fall wieder wachsen wird“, erinnert sich Miles Mama Claudia Sievers schmerzerfüllt an die Zeit nach der Diagnose. Seit der Operation ist Miles linkes Bein stark eingeschränkt.
Tumor größer denn je
Anfang Juni dann der nächste Schock: Der Tumor ist erneut gewachsen und größer als je zuvor. Zusätzlich haben sich bösartige Tumorzellen in den Hirnhäuten ausgebreitet. Für Miles begann nun der größte Kampf seines Lebens. Nach seiner zweiten Operation verbrachte er einige Tage auf der Intensivstation, inzwischen ist er wieder zu Hause. Trotz der überwältigenden Gefühle bleibt Miles tapfer. Mit seiner Leidenschaft zu Lego-Modellen versucht er sich abzulenken. Die Bausteine aufeinanderzusetzen, sind für den Teenager eine der wenigen Möglichkeiten, durch die er die Krankheit für einen Moment vergessen kann. „Durch die Behandlungen und die starken Belastungen braucht Miles viel Ruhe“, sagt seine Mutter Claudia. An manchen Tagen ist da Hoffnung und ein kleines Lachen und an anderen überwiegt wieder die Verzweiflung und die innere Stimme, die alles hinterfragt. „Miles beklagt sich nie. Er nimmt diesen schweren Kampf jeden einzelnen Tag tapfer an“, erzählt Claudia.

Miles Schwester Line:
„Als Miles das erste Mal im Krankenhaus lag habe ich mir Urlaub genommen, um mit ihm im Krankenhaus zu übernachten. Nach seiner Bestrahlung sind wir nach Ägypten geflogen. Diese Reise hat mir sehr viel bedeutet und ich war stolz, dass ich ihm das ermöglichen konnte. Als die Prognosen schlechter wurden, fühlte ich mich auf der Arbeit nicht mehr wohl und hoffte auf Verständnis meines Arbeitgebers – doch stattdessen kam die gegenteilige Reaktion. Ein Satz hat sich bei mir stark eingeprägt: ‚Wenn du das emotional nicht packst, müssen wir die Reißleine ziehen.‘ Der Druck führte zu körperlichen Symptomen: Z.B. baute ich einen Autounfall aus Unkonzentriertheit. Schlussendlich entschied ich mich für die Kündigung. Ich werde und möchte mich nicht von dem Umstand befreien, dass mein kleiner Bruder schwer erkrankt ist. Die Kraft und Unterstützung gilt jetzt meiner Familie und an erster Stelle natürlich Miles.“

„Wir schenken ihm all unsere Kraft“
Drei Kinder zieht Claudia Sievers alleine groß. „Seine Geschwister stehen ihm bei dem Kampf fest zur Seite – wir halten als Familie enger zusammen denn je, um ihm all unsere Liebe und Kraft zu schenken“, erzählt uns Claudia. Doch einfach ist es für seine Geschwister nicht, vor allem für seinen jüngeren Bruder belastet die Diagnose sehr. Doch die gesamte Familie versucht für Miles stark zu bleiben.
Mama Claudia Sievers:
„In erster Linie versuche ich zu jeder Zeit ihm den nötigen Halt zu geben und stütze seinen Mut immer weiterzumachen. Manchmal sind da Schockstarre und offene Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Das kann lähmen, aber man darf es nicht zulassen und muss weiter gehen und positiv bleiben. Wir haben intensive Gespräche und Miles teilt seine Gefühle mit mir. Alle in der Familie halten zusammen. Bei jeder neuen Nachricht, die uns zurückwirft, machen wir weiter. Miles ist ein absoluter Kämpfer und das ist mehr als bewundernswert.“

Trotz allem gibt es Hoffnung
Eine Therapie, die auf Miles maßgeschneidert wird. Das braucht jedoch Zeit, Geduld und vor allem viel Geld-Kosten im 7-stelligen Bereich sind möglich und sie werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Hinzu kommen hohe Fahrtkosten zu den Spezialkliniken – eine finanzielle Belastung, die Claudia Sievers allein nicht tragen kann. „Miles hat einen Wunsch und das ist, gesund zu werden. Dafür kämpft er seit der Diagnose“, erzählt seine Mutter. Deshalb hat sie auf GoFundMe einen Spendenaufruf unter „Hilfe für Miles im Kampf gegen den Krebs“ gestartet: „Miles kämpft weiter und verliert seinen Lebensmut nicht. Bitte helft ihm, seinen schweren Weg zu unterstützen, damit er sich ganz auf seine Behandlungen und die wertvolle Zeit mit seinen Liebsten konzentrieren kann. Wir danken euch unendlich für eure Solidarität, eure Hilfe und jedes liebe Wort für meinen Sohn und unsere Familie.“ Miles hat gezeigt, wie viel Kraft in ihm steckt – jetzt braucht er den Zusammenhalt und die Unterstützung, um weiterzukämpfen.