Öffi-Experiment im PrimaSonntag-Land!

PRIMASONNTAG-LAND (le).Ohne Handy und Auto von einem Ort zum anderen reisen – gerade für viele Senioren gehört das zum Alltag und wird auf dem Land oft zum echten Problem. Vor allem, wenn man merkt, wie schnell man von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig ist. Aber wie zuverlässig sind Bus und Bahn am Bayerischen Untermain tatsächlich? Wir haben unseren Reporter Lean Ebus in Alzenau-Albstadt, am Rande des PrimaSonntag-Landes, abgesetzt - mit der Ansage: Komm schnellstmöglich nach Bürgstadt, ans andere Ende unserer Region - und das ohne Smartphone. Eine Chronologie der Öffi-Odyssee quer durchs PrimaSonntag-Land…

12:00 Uhr
Los geht es mitten im Alzenauer Stadtteil Albstadt! Kein Handy, keine digitale Fahrauskunft, nur ein Ziel: möglichst schnell nach Bürgstadt. Doch bevor die Reise überhaupt starten kann, muss erst einmal eine Haltestelle her. Der erste Orientierungspunkt ist die Kirche mitten im Dorf.

12:09 Uhr
Volltreffer! Direkt an der Kirche befindet sich tatsächlich eine Bushaltestelle. Ein Blick auf den Fahrplan verrät: Die Linie 31 fährt in Richtung Aschaffenburg Hauptbahnhof. Abfahrt um 12:12 Uhr. Besser könnte das Timing kaum sein! Jetzt muss nur noch der Bus pünktlich kommen…

12:12 Uhr
Bitte einsteigen! Nach einem freundlichen Plausch mit dem Busfahrer wartet noch ein kleines Hindernis: das richtige Ticket. Der Automat streikt kurz, spuckt dann aber doch noch das AufAchse-Ticket für 6,50 Euro aus. Die Ankunft am Aschaffenburger Hauptbahnhof ist für 13:17 Uhr geplant. Es geht los!

12:40 Uhr
Die Fahrt zieht sich - Zeit für einen Zufriedenheitscheck unter den Mitreisenden. Wie schlagen sich Bus und Bahn im PrimaSonntag-Land? Das Fazit: Mit dem Bus fährt man gerne, bei der Bahn müsse man aber häufiger mit Verspätungen rechnen. Doch welche Verbindung schnell und direkt nach Bürgstadt führt, weiß zunächst keiner…

13:23 Uhr
Mit sechs Minuten Verspätung erreicht die Linie 31 den ROB in Aschaffenburg. Immerhin: Die erste Etappe ist geschafft! Doch wohin geht es jetzt? Eine Nachfrage beim Busfahrer bringt keine konkrete Verbindung ans Licht. Immerhin verweist er freundlich auf das Info-Center der Deutschen Bahn und wünscht eine gute Weiterreise. Ein Pluspunkt für den Service - die Suche geht trotzdem weiter.

13:40 Uhr
Im Service-Center gibt es einen konkreten Vorschlag: Mit der Buslinie 55 soll es nach Obernburg-Elsenfeld gehen. Der Haken? Die nächste Abfahrt ist erst in anderthalb Stunden. Und bis nach Bürgstadt wären noch drei weitere Umstiege nötig! Vielleicht wäre ein Umstieg auf die Bahn jetzt sinnvoll…

14:23 Uhr
Zweite Etappe, neuer Anlauf! Mit dem Regionalzug Richtung Wertheim geht es von Gleis 2 nach Miltenberg. Fünf Minuten vor der Abfahrt steht der Kurzzug bereit. Und tatsächlich: Pünktlich auf die Minute rollt er los. Da kann man nicht meckern! Zeit für ein paar Kreuzworträtsel. Wenn das so weitergeht, könnte das mit dem entspannten Reisen doch noch etwas werden.

14:58 Uhr
Pünktlich los - pünktlich angekommen! Die Bahn zeigt sich heute von ihrer besten Seite. Doch am Miltenberger Bahnhof wartet schon die nächste Herausforderung: der richtige Busfahrplan. Der erste Aushang zeigt die falschen Linien, der zweite die Ankunftszeiten. Erst beim dritten Versuch gibt es den Durchblick: Um 15:45 Uhr soll die Linie 85 Richtung Bürgstadt fahren. Das Ziel rückt näher!

15:25 Uhr
Moment mal - da fährt doch schon ein Bus vor! Die Linie 80 zeigt eine Haltestelle in Bürgstadt als Endstation an. Jetzt heißt es schnell sein: kurzer Sprint, kurze Nachfrage beim Fahrer - und tatsächlich, auch dieser Bus bringt uns ans Ziel! Eine willkommene Überraschung. Doch warum ist der Fahrplan dieser Linie am Miltenberger Bahnhof so schwer zu finden?

15:42 Uhr
Geschafft! An der Haltestelle „Alte Kirche“ in Bürgstadt endet die Öffi-Odyssee. Die Fahrt von Albstadt bis zum Ziel hat exakt dreieinhalb Stunden gedauert. Mit dem Auto wäre die rund 70 Kilometer lange Strecke in weniger als einer Stunde zu schaffen. Ein deutlicher Unterschied!

Fazit
Über 200 Minuten für 70 Kilometer? Das ist definitiv zu lang! Es fehlen schnelle Anschlüsse und direkte Verbindungen. Wer ohne Auto unterwegs ist, braucht auf dieser Strecke vor allem eines: Zeit und Geduld. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Am Testtag sind Bus und Bahn zuverlässig und nahezu pünktlich unterwegs. Dazu kommen freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter, die bei Fragen weiterhelfen. Und auch der Preis stimmt: Mit dem AufAchse-Tagesticket kostet die gesamte Reise gerade einmal 6,50 Euro. Kurz: Die Öffis bringen uns ans Ziel - nur eben nicht besonders schnell. Experiment erfolgreich abgeschlossen! Für die nächste Fahrt darf es dann aber gerne etwas direkter sein.