Glattbacher Waldkinder schleudern ihren ersten eigenen Honig

GLATTBACH. Waben entdeckeln, die Honigschleuder drehen und anschließend natürlich auch probieren: Die Kinder des Waldkindergartens Kinderinsel Glattbach haben am Montag ihren ersten eigenen Honig gewonnen. Dafür besuchten sie Imker Manfred Rothenbücher, bei dem die vier Bienenvölker des Projekts untergebracht sind.
Bereits bei einem ersten Termin hatten die kleinen Entdeckernasen die Bienen aus nächster Nähe kennengelernt. Sie durften die Tiere beobachten und erfuhren, wie ein Bienenvolk lebt und welche Aufgaben ein Imker übernimmt. Beim zweiten Besuch ging es nun an die Honigernte. Die Kinder halfen dabei, die Wachsdeckel von den Waben zu entfernen, und konnten anschließend beobachten, wie der Honig aus den Waben geschleudert wurde. Rothenbücher beschäftigt sich bereits seit mehr als 40 Jahren mit Bienen. Die Imkerei hat er von seinem Großvater übernommen. Auf dem Grundstück seiner Familie werden nach seinen Angaben schon seit fast 80 Jahren Bienenvölker gehalten. Als der Waldkindergarten im vergangenen Jahr mit der Projektidee auf ihn zukam, sagte er sofort seine Unterstützung zu. „Man muss sich nur die Kinder anschauen, wie sie sich freuen“, sagte der Imker. Vielleicht werde durch das Projekt sogar der Grundstein dafür gelegt, dass später einmal eines der Kinder selbst Imker oder Imkerin werde.
Die Planungen für das Bienenprojekt begannen im September des vergangenen Kindergartenjahres. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Glattbach konnten im März die vier Bienenvölker angesiedelt werden. Unterstützt wird das Projekt außerdem vom Träger der Kinderinsel, dem Johanniszweigverein. Für Sabrina Schmitt, Bereichsleitung Wald, passt das Projekt besonders gut zur Arbeit des Waldkindergartens. Die Kinder sollen Natur und Nachhaltigkeit nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst erleben. „Wir wollen den Kindern vermitteln, dass Nachhaltigkeit extrem wichtig ist“, sagte Schmitt. Eine Biene liefere schließlich nicht nur Honig, sondern bestäube auch Blumen und Bäume. Auch die weiteren Erzeugnisse der Bienen sollen genutzt werden. Aus dem übrig gebliebenen Wachs können die Kinder beispielsweise Kerzen oder Lippenpflege herstellen. So erleben sie den gesamten Weg von der Arbeit der Bienen bis zum fertigen Produkt.Das Projekt zeigt bereits Wirkung: Sind die Kinder außerhalb des Kindergartens unterwegs, erzählen sie nach Angaben von Schmitt stolz von ihren Bienenvölkern – und erklären anderen, warum die Tiere für die Natur so wichtig sind.



