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Goldbacher Niko Iličević schreibt Bundesliga-Geschichte!

07.11.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Niko Ilicevic Trikot 1
Mit gerade einmal 16 Jahren und einem Tag feiert Niko Iličević sein Bundesliga-Debüt

GOLDBACH/FRANKFURT (to/le). Es ist die 90. Minute, als für Niko Iličević der bislang größte Moment seiner Fußballkarriere gekommen scheint. Der gerade einmal 16-Jährige steht gemeinsam mit Weltmeister Mario Götze an der Seitenlinie und wartet auf seine Einwechslung. Eintracht Frankfurt führt gegen den Hamburger SV mit 3:1. Doch dann wird es hektisch. Während Götze problemlos aufs Feld darf, lässt sich Can Uzun bei seiner Auswechslung zu viel Zeit, woraufhin Schiedsrichter Florian Exner den Wechsel stoppt. Nach einer neuen Regel muss der junge Goldbacher jetzt mindestens eine Minute warten und darf erst bei der nächsten Spielunterbrechung auf den Platz. In der zweiten Minute der Nachspielzeit ist es dann endlich soweit: Iličević betritt den Rasen. Begleitet von lautstarkem Jubel und den Rufen der Frankfurter Fans. 

Mit seiner Einwechslung stellt Niko Iličević einen historischen Bundesligarekord ein. Mit gerade einmal 16 Jahren und einem Tag ist der Goldbacher gemeinsam mit Youssoufa Moukoko der jüngste Spieler der Bundesligageschichte. Viel Zeit, um auch sportlich auf sich aufmerksam zu machen, bleibt Iličević allerdings nicht. Doch die wenigen Minuten nutzt der Teenager: Kaum auf dem Platz, dribbelt er durch die Verteidigung der Rothosen, zieht aus rund 18 Metern ab und verfehlt das Hamburger Tor nur knapp. Wenig später folgt der nächste Abschluss. Seine ersten Aktionen werden von den Frankfurter Anhängern, den Mitspielern und auch dem Trainerteam mit großen Augen und Applaus gefeiert. Nach dem Abpfiff steht Iličević dann noch einmal im Mittelpunkt: Seine Mitspieler schicken den Goldbacher Jungen vor die Frankfurter Fankurve, wo er von Tausenden Fans bejubelt wird. 

Die Anfänge beim VfR Goldbach

Dass Niko Iličević schon früh zu Höherem berufen war, zeigte sich bereits in seiner Jugend. Das Fußballtalent scheint dem 16-Jährigen dabei regelrecht in die Wiege gelegt worden zu sein. Sein Onkel Ivo Iličević war selbst Bundesligaprofi, spielte unter anderem für den Hamburger SV und absolvierte sogar Länderspiele für Kroatien. Schon als kleiner Junge begleitete Niko seinen Onkel zu dessen Spielen und konnte dabei erste Eindrücke vom Leben eines Profifußballers sammeln. Seine eigenen fußballerischen Anfänge machte der Offensivspieler beim VfR Goldbach, bevor er 2018 im Alter von sieben Jahren zu Eintracht Frankfurt wechselte. „Wenn jemand aus der eigenen Jugend den Sprung in den Profibereich schafft, ist man als Verein natürlich stolz“, erzählt Manuel Emmel, Verwaltungsvorstand beim VfR. Für Iličević ging es bei der Eintracht dann im Eiltempo durch die Nachwuchsmannschaften. Schon mit 13 Jahren durfte er in der U17 ran, mit 14 spielte er bereits in der U19. Auch international durfte der junge Goldbacher Erfahrungen sammeln. In der UEFA Youth League traf er mit dem Frankfurter Nachwuchs unter anderem auf den FC Barcelona. Doch selbst das schien den Verantwortlichen bei den Frankfurtern irgendwann nicht mehr zu reichen. 

Zwei Treffer mit teurem Nachspiel

Mit gerade einmal 14 Jahren durfte Iličević im Mai 2025 schon bei den ganz Großen mitspielen. Bei zwei Freundschaftsspielen der Eintracht-Profis stand der Goldbacher auf dem Rasen und steuerte jeweils einen Treffer bei. Doch dann schaltete sich der DFB ein: Laut Jugendordnung hätte Iličević in diesem Alter noch gar nicht bei den Herren spielen dürfen. Die Eintracht musste deshalb 20.000 Euro Strafe zahlen. Sportvorstand Markus Krösche übernahm die Verantwortung für den Fehler. Diese schnelle Entwicklung überrascht Emmel jedoch gar nicht: „Sein damaliges Trainerteam um Birkan Yasak hat bei uns schon in der Jugend gesehen, dass er zum einen das Talent hat, zum anderen aber auch die Begeisterung und die Freude am Sport.“

Behutsam Richtung Profifußball

Trotz seines Rekorddebüts soll sich für Iličević zunächst nicht allzu viel ändern. Die Frankfurter Verantwortlichen wollen den 16-Jährigen weiterhin gezielt fördern und ihm die nötige Zeit für seine Entwicklung geben. Auch Trainer Adi Hütter betonte bereits, dass man mit dem Nachwuchstalent behutsam umgehen müsse. Weitere Einsätze bei den Profis sind damit nicht ausgeschlossen, ein fester Platz im Bundesligakader aber noch keineswegs garantiert. Bei der U-21 soll der Goldbacher deutlich mehr spielen. Mit seinem Jugendverein ist er weiterhin in Kontakt: „Seine Familie ist immer mal wieder auf dem Sportgelände und trainiert dort auch mal im kleinen Rahmen“, erzählt Emmel, der mit Vater Jakov Iličević schon gemeinsam auf dem Platz stand. Für den Junior ist jetzt mit dem ersten Bundesliga-Einsatz ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Und vielleicht wird aus dem Jungen, der einst beim VfR Goldbach das Fußballspielen lernte, eines Tages ein fester Bestandteil der Frankfurter Bundesligamannschaft.