Rothenbuchs große Rom-Reise!

ROTHENBUCH/ROM (acm). Das erlebt ein Musikverein nicht alle Tage: Die Spessartklänge Rothenbuch sind in dieser Woche nach Rom gereist – und standen plötzlich dort, wo sonst die Kameras aus aller Welt hinzeigen. Ganz vorne bei der Papstaudienz. Und das nicht nur als Zuschauer, sondern als musikalische Begleitung in der ersten Reihe für Papst Leo, der auf dem Papamobil vorbeifuhr. Ein Moment, der die Spessarter noch lange prägen wird.
Die Reise nach Rom war für den Musikverein schon länger geplant. Vor zwei Jahren hatte Bürgermeister Markus Fäth den örtlichen Pfarrer auf eine Rom-Reise angesprochen. „Pfarrer Augustin ist ein paarmal im Jahr in Rom und macht Pilgerreisen. Da hab‘ ich ihn einfach mal gefragt, ob das auch mit unserem Musikverein geht“, sagt Bürgermeister Fäth. Neben dem Vatikan-Besuch war natürlich noch mehr geplant: Große Stationen wie die Vatikanischen Museen, das Kolosseum oder das Pantheon standen auf dem Besichtigungsplan. Und zunächst war auch unklar, ob das mit der Papstaudienz überhaupt was wird. Die entscheidende Nachricht kam erst am Vorabend. Pfarrer Augustin hat im Vatikan die Akkreditierung bekommen! „Wir haben erst um 20 Uhr erfahren, dass der Musikverein in erster Reihe spielen darf“, so Markus Fäth. Spessartklänge-Vorstand Markus Englert erinnert sich an die Reaktion der Musikerinnen und Musiker: „Natürlich war man erst mal baff, dass wir es geschafft haben. Aber wir waren dann alle wahnsinnig begeistert.“

Geprobt für den großen Moment
Ganz unvorbereitet ging es für die Musikgruppe natürlich nicht nach Rom. Schon im Vorfeld musste Pfarrer Augustin angeben, welche Lieder der Verein spielen will. „Wir haben natürlich vor der Reise schon geprobt“, erzählt Markus Englert, „und wir haben das dann noch mit weiteren Kirchenliedern ergänzt.“ Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man daheim im Spessart übt – oder plötzlich im Vatikan steht, die Instrumente in der Hand, den Papst vor Augen und die Kameras aus aller Welt drumherum. Denn die Papstaudienz ist nicht irgendein Termin. Sie wird im Fernsehen übertragen, Menschen aus vielen Ländern schauen zu. Für die Spessartklänge hieß das: Der Auftritt war nicht nur ein Erlebnis für die eigene Reisegruppe, sondern auch ein Moment vor weltweitem Publikum. „Wir sind quasi live on air für die ganze Welt“, sagt Englert.

Ein Stück Spessart für den Papst
Die Rothenbücher hatten aber nicht nur ihre Instrumente dabei. Auch ein Geschenk aus der Heimat ging mit nach Rom. „Wir haben aus Eichenholz aus dem Spessart ein großes Vesper-Brett gemacht“, erzählt Bürgermeister Fäth. Darauf wurden unter anderem die Wappen und Logos der Gemeinde, des Musikvereins und der Pfarrkirche St. Nikolaus eingelasert. Die Spessartklänge brachten also nicht nur Musik in den Vatikan, sondern auch ein Stück Rothenbuch. Für den Verein war die Rom-Reise damit viel mehr als ein schöner Ausflug. Es war ein Moment, der in der Vereinschronik ganz weit vorne landen dürfte. Vorstand Markus Englert bringt es auf den Punkt: „Sowas kommt nie mehr in der Vereinsgeschichte.“ 50 Menschen aus dem Spessart, Kirchenlieder im Vatikan, Papst Leo im Papamobil – und die Spessartklänge mittendrin. In Rothenbuch wird man sich an diesen Mittwoch sicher noch lange erinnern. Denn wenn ein Musikverein aus dem Spessart beim Papst spielt, dann ist das ein Kapitel fürs Heimatbuch.
