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"Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten!"

28.06.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
KW26 Collage Rente

BAYER. UNTERMAIN (lt). „Tor!“, schallt es derzeit wieder aus Kneipen, Wohnzimmern und Fanmeilen. Und wie so oft, während ganz Deutschland gebannt auf den Ball schaut, grätscht die Politik blutig dazwischen. Grund dafür: die neuen Vorschläge der Rentenkommission. Auf der einen Seite finden sie großen Zuspruch, auf der anderen Entsetzen. Die entscheidende Frage bleibt deshalb: Ist die Reform nötig, um den Sozialstaat zu sichern oder belastet sie vor allem die jüngeren Generationen? Wie kontrovers die Vorschläge wahrgenommen werden, zeigte sich auch in Gesprächen mit Passanten am Bayerischen Untermain. Die Meinungen gingen dabei ähnlich weit auseinander wie die Einschätzungen zu den Chancen auf den diesjährigen WM-Titel.

Das Renteneintrittsalter soll künftig an die Lebenserwartung angepasst werden. Der Renteneintritt soll alle zehn Jahre – ab 2041 – um ein halbes Jahr erhöht werden. Mit 70 Jahren in Rente gehen müssten nach diesen Berechnungen alle nach 2021 Geborenen. Doch das ist nur ein vorläufiger Plan. Falls das Durchschnittsalter schneller ansteigt als geplant, wird das Ganze noch einmal korrigiert. Die Arbeitsjahre sollen mit den Rentenjahren im 2:1-Verhältnis stehen. Auch die Altersteilzeit soll von 55 auf 58 Jahren angehoben werden. Auch die Frühverrentung ab 63 Jahren soll abgeschafft werden. Angeblich würde dieses Angebot nur von Leuten mit mittlerem bis hohem Einkommen in Anspruch genommen werden. Durch eine Abschaffung der Frührente könnten 10 Milliarden Euro im Jahr gespart werden. Jedes Jahr würden durch die Frührente 125.000 Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt verloren gehen.

Mehr Geld für die Rentenkasse 

Auch mehr Menschen sollen künftig in die Rentenkasse einzahlen müssen, um die jetzigen Rentner zu unterstützen - darunter Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften. Beamte sind bis jetzt noch nicht im Gespräch, jedoch soll die Zahl der Verbeamtungen stark reduziert werden. Von der Schwarz-Rot-Regierung bekommt die Rentenkommission große Zustimmung. Sie möchte die Vorschläge vollständig umsetzen. Bei den Gewerkschaften wie ver.di trifft die Reform auf große Kritik Sie denken, dass die Vorschläge nicht der Realität der meisten arbeitenden Menschen entsprechen würde.

Das sagen die Menschen am Bayerischen Untermain:

Klaus Herd aus Leider

„Ich bin selbst schon in Rente und halte nichts von den neuen Vorschlägen. Ich höre solche Vorschläge schon seit 40 Jahren. Mit meiner Rente komme ich aber bis jetzt sehr gut zurecht. Ich mache mir für die Zukunft auch keine Sorgen.“

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Klaus Herd aus Leider

Karina Wolfram aus Kleinkahl

„Mir tun die Jugendlichen leid, die können dann erst mit 70 oder so in Rente gehen. Ich finde das genau richtig so, dass in die Rentenkasse eingezahlt wird, da die Diäten heutzutage auch ständig erhöht werden. Mein Mann war ebenfalls Beamter und aufgrund dessen zieht der Staat mir jeden Monat 100 Euro von meiner eigenen Rente ab. Im Grunde genommen komme ich mit meiner Rente aber ganz gut klar.“

Helmut Wolfram aus Kleinkahl

„Also Beamten zahlen ja auch schon für ihre eigene Rente. Und jetzt auch noch für die jetzigen Renter zu bezahlen, davon halte ich nichts. Man könnte das auch anders regeln."

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Karina und Helmut Wolfram aus Kleinkahl

Doris Wilsch aus Aschaffenburg

„Ich bin der Meinung, dass alle in die Rentenkasse einzahlen sollen. Für jeden sollte das gleiche Recht gelten. Ich gehe in fünf Jahren in Rente. Bei mir wird es gerade so noch okay sein. Um meine Rente in 5 Jahren mache ich mir aber keine Sorgen."

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Doris Wilsch aus Aschaffenburg

Karl Heinz aus Stockstadt

„Ich gehe eh bald in Rente, mich betrifft das nicht. Aber das wäre richtig so, wenn Selbständige und Beamte auch mit einzahlen müssten.“

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Karl Heinz aus Stockstadt

Özkan Berber aus Aschaffenburg

„Ich bin selber angestellt und selbstständig und sehe nicht so den Sinn dahinter, dass wir länger arbeiten müssen und noch mehr einzahlen müssen. Was sollen wir dann nach der Rente machen, wenn wir erst mit 70 Jahren in Rente gehen dürfen - was haben wir dann noch vom Leben. In meiner Erfahrung leben die Menschen nach Eintritt nur noch so 3 bis 5 Jahre, bevor sie krank werden oder so.“

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Özkan Berber aus Aschaffenburg