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Trainer bleibt Trainer - auch beim eigenen Sohn

11.04.2026, 08:30 Uhr in PrimaSonntag
Daniel Baier

Trainer Jürgen Baier über Daniels „Verpflichtung“ bei Niedernberg

NIEDERNBERG (wk).Prominenter Name in der Kreisliga, aber kein klassischer Neuzugang: Daniel Baier hat zwar einen Spielerpass bei der SpVgg Niedernberg, doch ob und wann der ehemalige Bundesliga-Profi wirklich aufläuft, hängt vor allem von einem Faktor ab: seiner Zeit. Trainer ist ausgerechnet Papa Jürgen Baier.

Die Geschichte begann eher zufällig als geplant. Bei einem Besuch in Niedernberg sah er die zweite Mannschaft spielen und meinte spontan, er würde auch gerne mal wieder auf dem Platz stehen. Daraufhin wurde entschieden, den Pass zu holen. Das passierte bereits im August, allerdings durfte er wegen seines Profi-Status erst ab dem 1. Januar wieder spielen. Parallel machte die Mannschaft daraus einen Aprilscherz, der schnell die Runde machte. Das Thema sei aber eher locker: „Er hat seinen Pass bei uns und wenn er einfach mal hier ist und die Möglichkeit sich ergibt, dann kann er bei uns spielen“, erzählt Vater Jürgen. 

Klare Rollen trotz besonderer Situation
So besonders die Konstellation auch ist: Auf dem Platz gelten klare Regeln. Der Coach sieht seinen Sohn in erster Linie als Spieler - ohne Sonderstatus. „Der ist ja alt genug und da ist einfach auch der Respekt da, was er kann.“ Die Herausforderung: die Rollen sauber trennen. Zuhause Vater, auf dem Trainingsplatz Trainer. Gleichzeitig soll der Spaß nicht zu kurz kommen. „Das soll einfach auch nur Spaß sein, sollte er mal bei uns mitspielen.“ Für Daniel Baier selbst wäre ein Einsatz vor allem eines: ein spontaner Ausflug zurück auf den Platz. Verpflichtungen im Profibereich lassen regelmäßige Einsätze kaum zu.

Impulsgeber mit großer Strahlkraft
Der Effekt auf die Mannschaft ist trotzdem schon jetzt spürbar. Allein die Präsenz eines ehemaligen Bundesliga-Spielers sorgt für Aufmerksamkeit – intern wie extern. „Alleine von der Aura her - wenn einer so viele Bundesligaspiele hat, das wäre natürlich schon ein absoluter Kracher.“ Gerade für jüngere Spieler kann Baier damit zum Vorbild werden – auch ohne jede Woche auf dem Platz zu stehen. Für Jürgen Baier überwiegt neben dem Sportlichen vor allem ein persönlicher Aspekt: die gemeinsame Zeit. „Dann sehe ich ihn - das hat es in den letzten Jahren auch nicht so oft gegeben.“ Ob es tatsächlich zu gemeinsamen Einsätzen kommt, bleibt offen. Klar ist aber: Allein die Möglichkeit sorgt in Niedernberg für Gesprächsstoff – und für eine besondere Geschichte zwischen Vater und Sohn.