TV Grosswallstadt istz zurück auf der Erfolgsspur

GROSSWALLSTADT (jdw). Gut Ding will Weile haben. Das scheint das Motto des TV Großwallstadt in dieser Saison zu sein. Nach einem holprigen Saisonstart der Wällster mit drei Niederlagen läuft es jetzt rund: Seit fünf Spielen in Folge ungeschlagen - der Handball-Zweitligist zeigt nun, was in der neu zusammengestellten Mannschaft steckt. Wie kam die Wende? Wir haben mit Teammanagerin Nina Mattes darüber gesprochen.
Normalerweise kommt eine gewisse Unruhe auf, wenn eine Mannschaft die ersten drei Spieltage verliert. In der Fußball-Bundesliga wackelt nach solche einem Fehlstart oft schon der Trainerstuhl. Beim TV Großwallstadt blieb das Vertrauen bestehen – auch, weil der TVG mit einer der jüngsten Mannschaften seit Langem antritt. Der Altersdurchschnitt liegt bei 24 Jahren. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, setzte der Verein auf die Qualität des Kaders. „André hat immer versucht, die Jungs auf ihr Können hinzuweisen“, erzählt Mattes. Trainer André Lohrbach habe der Mannschaft immer wieder Mut gemacht und ihr vermittelt, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Und die Geduld macht sich bezahlt.
Verletzungsgeplagte Mannschaft
Auch wenn die Mannschaft seit fünf Spielen ungeschlagen ist – das Verletzungspech bleibt. Direkt am ersten Spieltag hat sich Ben Horlebein einen Kreuzbandriss zugezogen. „Das ist natürlich bitter für so einen jungen Spieler. Ben ist noch Schüler, der will dieses Jahr sein Sport-Abi machen, das ist natürlich der Worst Case“, sagt Mattes über den 19-Jährigen. Aber solche Verletzungen gehören beim Handball dazu. „Das sieht man immer wieder und das wird auch immer wieder passieren. Da kann man noch so viel trainieren, sich optimal verhalten, das bleibt nicht aus. Und wir haben damit ja auch unsere Erfahrungen.“ Nicht nur der junge Ben Horlebein hat gerade zu kämpfen. Auch Abwehrchef Sebastian Trost hat sich im vergangenen November einen Kreuzbandriss zugezogen, ist aber schon auf dem Weg zurück aufs Spielfeld. „Wir wollen ihn auf keinen Fall zu früh aufs Parkett schicken und deswegen sind wir mit der Prognose dann tatsächlich bei Januar, dass er da in die Vorbereitung einsteigt und in der Rückrunde zur Verfügung steht“, sagt Mattes.

Die nächsten Kracher warten
Mit dem VfL Eintracht Hagen (26.10.) und dem VfL Potsdam (31.10.) warten zwei starke Gegner, die beide mit zwölf zu vier Punkten aus acht Spielen gut in die Saison gestartet sind. Der TVG geht dabei zwar nicht als Favorit ins Rennen, wird sich aber auch nicht verstecken. „Eintracht und Potsdam, die wollen beide vorne um den Aufstieg mitspielen. Die müssen punkten und wir würden denen gerne ein Bein stellen. Hagen ist wirklich sensationell in die Saison gestartet und hat eine ganz starke Mannschaft, die uns auch das Leben schwer machen wird. Da wir dezimiert in die Partie gehen werden, wird das für uns eine schwierige Sache. Aber wir haben einen Flow, wir gehen mit fünf ungeschlagenen Spielen da hin und versuchen, unser Bestmögliches auf die Platte zu bringen. Vielleicht können wir dann auch Hagen ärgern“, blickt Mattes auf das kommende Spiel. Vor allem auf das Heimspiel gegen Potsdam setzt der TVG. „Wir haben die Fans im Rücken und was mit den Fans im Rücken möglich ist, haben wir letztes Wochenende gezeigt, wo wir erst sechs Minuten vor Schluss praktisch das Ergebnis drehen konnten und mit der Halle im Rücken den Sieg erreicht haben. Und das wollen wir uns natürlich auch für Potsdam vornehmen, weil wir uns zu Hause schon vorgenommen haben, unsere Spiele zu gewinnen“, erzählt Nina Mattes im PrimaSonntag-Interview. Bei aller Euphorie bleibt das Saisonziel jedoch realistisch. Nach mehreren Jahren, in denen der Verein gegen den Abstieg kämpfen musste, soll diesmal möglichst früh der Abstand zu den unteren Tabellenplätzen wachsen. Die jüngste Serie macht Mut.