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Wetten, dass..? wir die schönsten TV-Schauplätze haben

12.04.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
KW15 Filmdrehs der Region Collage

PRIMASONNTAGLAND (ld). Sie waren und sind teils nach wie vor absoluter Kult in den letzten Jahrzehnten und unterhielten Millionen Haushalte im ganzen Land: TV-Serien, -Filme und -Shows im deutschen Fernsehen. Im Laufe der Zeit war auch unsere Region schon häufiger in Film und Fernsehen vertreten. Schon in den 1950ern wurden echte Leinwand-Klassiker bei uns gedreht, die heute immer noch Spuren hinterlassen und unter anderem den Spessart weltweit bekannt machten. Auch große TV-Sendungen wurden bei uns schon produziert – sei es die Serie „Mit Leib und Seele“ in Großostheim oder "Wetten, dass..?" aus der damaligen Unterfrankenhalle in Aschaffenburg.

Ende der 1950er Jahre, zur Hochzeit des Kinos in Deutschland, war die Region um Aschaffenburg ein sehr gefragter Drehort. So machte die italienische Schauspielerin Giuletta Masina im Schöntalpark Aufnahmen für den Film „Das kunstseidene Mädchen“. Das Aschaffenburger Volksblatt beschreibt die Dreharbeiten im Oktober 1959 folgendermaßen: „Unerbittlich überwacht der französische Meisterregisseur Julien Duvivier vom geräuschlos auf Gummirädern fahrenden Kamerawagen aus jede Bewegung der Filmstars. Nahezu 20 Probespaziergänge und fast zehn echte vor der Optik der laufenden Kamera mussten Giuletta Masina und Agnes Fink absolvieren, bis Duvivier zufrieden war.“ Giuletta Masina selbst war vor allem vom Schöntal angetan: „Aschaffenburg ist eine bezaubernde Stadt, mit reizenden, romantischen Ecken, wie ich auf der Durchreise bemerkte. (…) Es wäre aber schön, wenn es ein bisschen wärmer wäre.“ Premiere hatte der Film Anfang 1960.

KW15 Wirthaus im Spessart Dreh Collage

Filmkomödie macht Spessart berühmt

Eine Komödie, die mit der Region verwurzelt ist, wie keine andere ist „Das Wirtshaus im Spessart“. Im Herbst 1957 wurde sie rund um Miltenberg, Rohrbrunn und Mespelbrunn gefilmt - basierend auf Räubergeschichten, die Wilhelm Hauff bei seiner Reise durch den Spessart aufgeschrieben hat. „Damals in der Nachkriegszeit hier im Spessart war jeden Tag am Set einiges los und es sind viele Zuschauer gekommen, die die Dreharbeiten mitverfolgen wollten“, erzählt Günther Köstler. Sein Vater konnte damals viele Fotos vom Set und den Stars Liselotte Pulver und Carlos Thompson machen. Er selbst war zwar noch ein Kind, erinnert sich aber noch an manche Details: „Dieser Eselswagen vom Parucchio und vom Räuberhauptmann war bei uns in der Scheune untergestellt. Und auch an den Bären, der dabei war, kann ich mich ein bisschen entsinnen. Die haben mit ihm drehen wollen, aber er war zu bösartig. Ich glaube, Jugendliche haben den im Käfig den Berg runtergerollt.“ Das Wirtshaus im Spessart gibt es in dieser Form übrigens nicht mehr – historisch gesehen handelt die Geschichte wahrscheinlich im heutigen Gasthaus „Zur Post“. Später ging der Film um die ganze Welt und wurde mehrfach ausgezeichnet - etwa mit dem Deutschen Filmpreis und dem Ernst-Lubitsch-Preis.

KW15 Musik im Mai

Staraufgebot zwischen Miltenberg und Mespelbrunn

Auch für Fernsehsendungen diente der Spessart schon mehrfach als Kulisse – so 1981 für den Musikfilm „Musik im Mai“. An gleich mehreren Schauplätzen konnten die damaligen Top-Stars aktuelle Titel und Volkslieder präsentieren – darunter Cindy und Bert und das Duo Kollmannsberger. Tony Marshall war zusammen mit Hoffmann und Hoffmann unterwegs. Fröhlich singend zogen die Drei im Frühling durch den Wald – begleitet von einem Kamerateam. Ein paar Kilometer weiter fuhr Rex Gildo mit einem Oldtimer durch die Gassen von Miltenberg, tanzte über den Markt am Schnatterloch und besang die klappernde Mühle am Mühlhaus in Mespelbrunn. Scheinbar wurde die Sendung aber erst am 1. Mai 1986 unter dem Namen „Der Mai ist gekommen“ ausgestrahlt. Günther Hoffmann war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.

KW15 Mit Leib und Seele

Als aus Großostheim „Eberfeld“ wurde

Zwischen 1989 und 1993 flimmerte Großostheim über die Bildschirme in ganz Deutschland. Das ZDF drehte dort über 50 Folgen der Serie „Mit Leib und Seele“ - mit Günter Strack in der Hauptrolle als Pfarrer Dr. Dr. Adam Kempfert. Eines Tages klopfte der Filmarchitekt Jürgen Kötter bei Karlheinz Ostheimer an, der heute im Heimat- und Geschichtsverein tätig ist: „Er hat gesagt, dass die Fernsehserie geplant ist und sie sich schon verschiedene Städte angesehen haben. Auf dem Weg nach Miltenberg ist er zufällig nach Großostheim gefahren und über den Marktplatz.“ Damit war der perfekte Ort gefunden. Gefilmt wurde vor allem rund um und in der Kirche St. Peter und Paul. Auch das damals noch unrestaurierte Nöthigsgut diente als Kulisse für den fiktiven Vorort von Frankfurt „Eberfeld“. Doch auch Privathäuser waren in der Serie zu sehen: „Bei meinen Schwiegereltern hatten sie einmal eine Szene im Wohnzimmer gedreht. Viele haben als Statisten mitgewirkt“, so Karlheinz Ostheimer. „Nach jeder Staffel haben sie ein kleines Fest gemacht mit den Schauspielern, die da mitgewirkt und auch den Leuten, die außenherum ein bisschen geholfen haben.“ Mit den Stars kam er ebenfalls ins Gespräch: „Der Herr Strack war sehr leutselig - er war so ein richtiger Kumpel.“ Neben ihm waren auch andere namhafte Stars dabei, darunter erneut Liselotte Pulver, Liesel Christ oder Hannelore Elstner, die später übrigens in unmittelbarer Nähe nochmal als „Kommissarin“ in Schaafheim ermittelte. 

KW14 Wetten Dass Foto Unterfrankenhalle

"Wetten, dass..?" Stadträte Lambada tanzen?

Ende 1992 wurde dann eine der erfolgreichsten TV-Sendungen aller Zeiten aus Aschaffenburg gesendet. 16 Tage war die Unterfrankenhalle für „Wetten, dass..?“ reserviert. In der Live-Sendung kam es zu einer außergewöhnlichen Saalwette: Mindestens zehn Stadträte sollten zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister Willi Reiland in Bermudashorts Lambada tanzen - noch während der Sendung. Der damalige Bürgermeister Werner Elsässer war dabei - wenn auch sehr kurzfristig. Er und seine Frau kamen aus einem Urlaub in der Bretagne zurück und hörten schon fast am Ziel im Radio von der Wette. Die Kleidung mussten sich die beiden aber erst von Freunden borgen: „Meine Frau und ich zogen uns in aller Eile zu Hause um und kamen noch rechtzeitig in die Unterfrankenhalle. (…) Es war eine ganz lustige Angelegenheit und wir waren alle guter Stimmung.“ Etwas überrascht waren sie allerdings, dass Wolfgang Lippert die Sendung moderierte. Auch Stadtrat Karl-Heinz-Stegmann kann sich noch an den Abend erinnern: „Die Halle war voll, es war alles ein großes Abenteuer. Man hat laut geschrien, als wir da reingehopst sind. Anschließend gab es noch was zu trinken und alle waren fröhlich - und Oberbürgermeister Reiland war glücklich, dass er sich auf seine Leute verlassen konnte.“