• Frequenzen: 100,4 & 99,4 & 90,8
  • Funkhaus Tel 06021 – 38 83 0
  • Stauhotline 0800 – 66 66 400
  • Kontakt

On Air

Jetzt anhören

„Wir lieben eure Heimat“

19.07.2026, 06:00 Uhr in PrimaSonntag
Collage Touristen

BAYER. UNTERMAIN (wk). Für die einen ist es der Blick auf den Main. Für andere sind es die Weinberge, die Wälder im Spessart, die kleinen Altstädte oder einfach das Gefühl, für ein paar Tage raus zu sein. Wer als Gast ins PrimaSonntag-Land kommt, sucht meistens nicht den großen Trubel. Viele suchen Natur, Ruhe, gutes Essen – und Orte, die sich schnell nach Urlaub anfühlen.

Genau das hört auch Michael Seiterle vom Tourismusverband Spessart-Mainland e.V. immer wieder. „Was unseren Gästen besonders gut gefällt, ist dieser Mix aus Wald, Naturpark und schönen Laubwaldlandschaften - und gleichzeitig die Mainlandschaft mit Weinbergen und Uferbereichen“, sagt er. Besonders beliebt ist bei den Gästen das Wandern. Dabei geht es oft nicht um lange, anstrengende Touren, sondern eher um kürzere Strecken oder Halbtagestouren mit Einkehr. Danach komme das Kulinarische: „Wein, Wild, Einkehren, Gasthäuser.“ Auch Radtouren seien gefragt, vor allem gemütliche Strecken entlang der Flüsse. Viele Gäste kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Für sie ist unsere Heimat schnell erreichbar, fühlt sich aber trotzdem nach Urlaub an. 

Comeback nach Corona

Nach Angaben des Tourismusverbands gibt es in der Region rund 20 Millionen Tagesgäste pro Jahr. Dazu kommen Übernachtungsgäste: Für 2025 wurden offiziell rund 2,3 Millionen Übernachtungen und etwa 850.000 Gästeankünfte gezählt. Die Zahlen beziehen sich auf Betriebe mit mindestens zehn Betten. Nach dem Einbruch durch Corona hat sich der Tourismus wieder erholt. Seit 2023 sei die Region fast wieder auf dem Vor-Corona-Niveau, sagt Seiterle. Gleichzeitig verändern sich die Wünsche der Gäste. E-Bikes werden wichtiger, auch Camping und Wohnmobilreisen sind stärker gefragt. Der Kern bleibt aber gleich: „Der Spessart war schon immer ein Ziel für sanften, aktiven Naturgenuss.“ Vielleicht ist genau das etwas, das Einheimische manchmal gar nicht mehr so bewusst wahrnehmen. Wer hier lebt, fährt oft an Weinbergen, Burgen, Aussichtspunkten und Fachwerkorten vorbei, ohne groß darüber nachzudenken. Gäste sehen das anders. „Vieles hat man jahrelang direkt vor der Nase - und besucht es vielleicht trotzdem nicht, weil man denkt: Ich kenne hier sowieso schon alles“, sagt Seiterle. Aber was sagen die Gäste selbst? Wir haben Touristen getroffen und sie gefragt, woher sie kommen, warum sie hier sind und was sie an unserer Region besonders lieben.

Sie machen Urlaub, wo wir wohnen

Sophia aus Britannien

„Ich wollte die Architektur sehen”

Meine Familie lebt hier in Ansbach. Ich bin zum ersten Mal zu Besuch hier. Ich bin hierhergekommen, weil mir die Stadt gefällt und ich mir die Architektur ansehen wollte. Und wegen des schönen Flusses.

Sophia aus Britannien
Sophia aus Britannien

Kristina und Hartmut Gräning aus Berlin

„Wir sind hier im Grunde mitten in der Stadt“

Wir sind über das Internet auf Miltenberg gestoßen. Wir sind öfter unterwegs und suchen uns Orte aus, die uns als Basis gefallen. Meine Frau hat Miltenberg ausgesucht, weil die Stadt so schön aussah. Wir bleiben rund zwei Wochen. Mit Wohnwagen und Vorzelt lohnt es sich nicht, ständig weiterzuziehen. Wir wollen lieber die Gegend sehen und von hier aus Ausflüge machen. Die Altstadt gefällt uns sehr gut. Schon als wir angekommen sind und die Brücke gesehen haben, war das ein schöner erster Eindruck. Besonders gut ist auch die Lage des Campingplatzes. Oft liegen Campingplätze ein paar Kilometer außerhalb. Hier ist man im Grunde mitten in der Stadt und kann direkt loslaufen. Und es gibt hier noch richtige Bäcker und Metzger. Wer aus Berlin kommt, kennt das nicht mehr überall. Deshalb ist das hier schon etwas Besonderes.

Kristina und Hartmut Graening aus Berlin
Kristina und Hartmut Gräning aus Berlin

Renate Gieger aus Bad Nauheim

„Die Altstadt ist sehr schön“

Wir sind zum Camping nach Miltenberg gekommen. Mein Mann war hier schon einmal zum Wandern und hat damals den Campingplatz unter der Brücke gesehen. Dann war für uns klar: Da fahren wir mal hin. Es ist nicht so weit von uns entfernt – und wir wollten unseren Hund an den Campingurlaub gewöhnen. Wir bleiben insgesamt zwei Wochen hier. Angeschaut haben wir uns schon die Altstadt, die uns sehr gut gefällt. Außerdem waren wir frühmorgens auf der Mildenburg, als es noch nicht so heiß war. Auch das Kloster Engelberg haben wir besucht. Das war besonders schön – und bei dem Wetter auch angenehm, weil es dort Schatten gab.

Reante Gieger aus Bad Nauheim
Renate Gieger aus Bad Nauheim

Regina und Jürgen Wolf aus Rot am See

„Das Flair am Main gefällt uns“

Wir sind heute als Tagestouristen in Miltenberg. Von Rot am See fährt der Zug direkt bis hierher, ohne, dass wir umsteigen müssen. Das war für uns der Grund, einfach mal herzukommen. Wir haben eine Schifffahrt gemacht und uns die Altstadt angeschaut. Uns gefallen vor allem das Wasser, die alten Häuser und das Flair am Main. Es ist schön, hier direkt am Fluss unterwegs zu sein. Am Abend fahren wir dann mit dem Zug wieder zurück. Das dauert zwar etwas, aber ohne Umsteigen ist es sehr angenehm.

Regina und Juergen Wolf aus Rot am See
Regina und Jürgen Wolf aus Rot am See

Rudolf Englisch aus Hanau und Norbert Richter aus Heilbronn

„Wir suchen uns immer einen Platz in der Mitte“

Wir kennen uns schon seit rund 40 Jahren und treffen uns immer wieder für gemeinsame Auszeiten. Einer von uns kommt aus Hanau, der andere aus dem Raum Heilbronn. Deshalb suchen wir uns meistens einen Ort aus, der für beide ungefähr in der Mitte liegt. Unsere Frauen sind beide an Demenz erkrankt. Meine Frau lebt noch, befindet sich aber im Endstadium der Krankheit. Die Frau meines Freundes ist verstorben. Seitdem fahren wir regelmäßig gemeinsam weg. Ein Bekannter hatte uns Miltenberg empfohlen, weil er es hier sehr schön fand. Die Altstadt ist wirklich sehenswert. Früher hätten wir uns noch mehr angeschaut und wären mehr gewandert. Heute geht das zu Fuß nicht mehr so gut, deshalb sind Fahrräder für uns besser. Ein schönes Erlebnis hatten wir in der Touristinfo: Wir haben uns Fahrradbroschüren geholt, und dann hat uns jemand ganz ausführlich alles erklärt. Erst später haben wir gemerkt, dass das der Bürgermeister war. Das war wirklich nett.

Rudolf Englisch und Norbert Richter
Rudolf Englisch aus Hanau und Norbert Richter aus Heilbronn

Familie Hepperle aus Los Angeles/USA

(aus dem Englischen übersetzt)

„Ich komme, um diese Schönheit zu sehen“

„Ich komme aus den USA, habe aber eine Verbindung zu Deutschland, weil ich in Hamburg geboren wurde. Wir besuchen Familie, die hier in der Nähe wohnt. Wenn ich hier bin, fühlt sich Deutschland für mich ein Stück weit wie zuhause an. Was mir hier besonders gefällt, ist das Grün. Der Wald, diese Natur und das Gefühl, dass hier noch viel erhalten geblieben ist. Ich mag es, durch die Region zu fahren und all diese Schönheit zu sehen.

Für mich ist es beeindruckend, wie viel Natur es hier gibt. Ich hatte von manchen Orten vorher noch nie gehört – und entdecke sie jetzt erst.“

Familie Hepperle aus Los Angeles
Familie Hepperle aus Los Angeles/USA

Janos Itzel und Colleen Über aus Frankfurt

„Eigentlich war es Zufall“

Wir sind auf dem Weg in die Heimat zu meinen Eltern nach Tauberbischofsheim. Miltenberg lag genau auf der Strecke. Ich war schon ein paar Mal mit dem Fahrrad hier und fand die Stadt mit dem Fachwerk immer sehr schön. Deshalb haben wir einfach einen Zwischenstopp gemacht. Eigentlich war es Zufall, aber es passt sehr gut. Wir wollten ein bisschen durch die Stadt schlendern und ein Eis essen. Mehr braucht es manchmal gar nicht.

Janos Itzel und Colleen Ueber aus Frankfurt
Janos Itzel und Colleen Über aus Frankfurt

Matina Krause aus Weiterstadt und Matthias Lohrom aus Darmstadt

„Viel Natur, viel Wald - und ein Schloss“

Wir haben spontan nach einem Ausflugsziel gesucht. In einem Wanderführer für Odenwald und Spessart sind wir dann auf Schloss Mespelbrunn gestoßen. Also sind wir einfach losgefahren. Eigentlich wollten wir noch einen Wanderweg machen, aber in der Sonne war uns das dann doch zu viel. Jetzt schauen wir, ob wir den Räuberwanderweg machen. Das passt ja auch gut, weil hier das ‚Wirtshaus im Spessart‘ eine Rolle spielt. An der Region gefällt uns vor allem die Natur. Es gibt viel Wald, und es wirkt alles sehr grün. Außerdem interessieren wir uns für Schlösser. Deshalb war Mespelbrunn für uns genau das richtige Ziel. Dass wir das Theaterstück ‚Das Wirtshaus im Spessart‘ schon einmal in Darmstadt gesehen haben, macht das Ganze für uns noch ein bisschen lustiger.

Matina Krause aus Weiterstadt und Matthias Lohrom aus Darmstadt
Matina aus Weiterstadt und Matthias aus Darmstadt

Wim Dufraing und Sophie Stevens Antwerpen/Belgien

„Erst die Natur, dann der Wein“

Dass wir jetzt hier sind, ist eigentlich durch Zufall entstanden. Im vergangenen Jahr waren wir in München und in den Alpen. Auf dem Rückweg nach Belgien sind wir durch diese Region gefahren und haben schon von der Autobahn aus gesagt: Hier ist es wunderschön, hier müssen wir noch einmal hin. Also haben wir uns einen Pin auf Google Maps gesetzt – und jetzt sind wir zurückgekommen. Was uns an der Region besonders gefällt? Zuerst die Natur. Und dann der Wein. Heute ging es für uns vor allem in den Wald. Wir sind ungefähr 20 Kilometer gewandert. Morgen soll es dann um den Wein gehen. Wir wollen nach Miltenberg fahren, uns die Stadt anschauen und vielleicht auch Wein kaufen. Genau diese Mischung gefällt uns: erst Natur, dann Genuss.

Wim Dufraing und Sophie Stevens Antwerpen Belgien
Wim Dufraing und Sophie Stevens Antwerpen/Belgien