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Flaute unter unseren Weihnachtsbäumen?

14.11.2021, 06:00 Uhr in Lokales
Einkaufswagen leer

BAYER. UNTERMAIN (jm). „Advent, Advent - wo bleibt mein Geschenk?“ Derzeit sorgen Lieferengpässe für Verzögerungen in der ganzen Welt. Auch unser Einzelhandel ist von den Auswirkungen betroffen. Nun steht die Weihnachtszeit kurz bevor. Sind also unsere Weihnachtsgeschenke ernsthaft in Gefahr? PrimaSonntag hat bei den Läden aus unserer Region nachgefragt …

„Es gibt sehr große Lieferengpässe!“, berichtet Petra Muschick. Sie ist Leiterin des Einkaufs und Verkaufs beim Spielzeugladen „Holzwurm“ in Aschaffenburg. „Diese sind zwar von Lieferant zu Lieferant unterschiedlich, ziehen sich aber Querfeld durch.“ Dabei spielt auch der Standort keine Rolle. Egal ob aus Deutschland oder aus Asien - Verzögerungen herrschen überall. Zusätzlich haben sich auch die Preise für die Ladenbesitzer geändert. „Die Frachtgebühren haben sich teilweise verzehnfacht“, erzählt uns Muschick. Hiervon ist aber weitaus nicht nur die Spielzeugindustrie betroffen: auch Elektronik-, Bekleidungs- und Bücherbetriebe spüren die weltweiten Veränderungen. „Einige Lieferanten haben uns signalisiert, dass es in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit einzelner Produkte kommen könnte“, verrät eine Sprecherin des „MediaMarktSaturn Deutschland“. Dazu könnten dann Smartphones, Tablets, Drucker, Geschirrspüler und Kühlgeräte gehören. Das genaue Ausmaß und in welchem Rahmen das tatsächlich eintritt, ist momentan noch nicht abzusehen. Geht es für manche Geschäfte, die ihren Hauptumsatz aus dem Weihnachtsgeschäft ziehen, sogar um ihre Existenz? „Kleinere Verlage haben schon ziemlich zu kämpfen“, erklärt Yngve Diekmann, Junior-Chef des gleichnamigen Buchladens in Aschaffenburg. Bei größeren Buchverlagen könne man zwar nachbestellen, jedoch würden sich die Lieferzeiten hier teilweise verdoppeln.

Ursachen für
die Lieferprobleme

Worauf sind diese Probleme zurückzuführen? Zum einen haben viele Industrien mit der seit Monaten anhaltenden Rohstoffknappheit zu kämpfen. Besonders Holz und Papier sind so knapp wie schon lange nicht mehr. Auch müssen viele Lieferanten mit neuen Routen arbeiten. „Viele frühere Importwege aus England und den USA sind dicht“, weiß Diekmann. Das Pandemiegeschehen habe die Lage auch nicht gerade vereinfacht. In einigen Produktionsländern wie zum Beispiel Indien, Vietnam oder Bangladesch wurde ein genereller Lockdown verhängt. „Über einen längeren Zeitraum konnte dort gar nicht oder nur eingeschränkt produziert werden“, fürchtet Johanna Krips, Sprecherin der Bekleidungsfirma „Adler“ in Haibach. Da die Industrie gerade erst wieder hochfährt, fehlt es dort an Beständen. Darüber hinaus sorgt auch die weltweite Containerknappheit zu teils eingeschränkten Liefermöglichkeiten. Reduzierte Slots und hohe Frachtraten sorgen für große Herausforderungen bei der Buchung von Transporten.


Keine Panik?

Trotz all dieser Umstände sehen sich die meisten befragten Ladenbesitzer gut aufgestellt für die Weihnachtszeit. Die Bestände seien größtenteils aufgefüllt. Jedoch wird es wohl zu einer zeitlichen Verschiebung des Weihnachtsgeschäfts kommen. „Wir sind jetzt mitten in der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts“, berichtet Muschick. „Jetzt gerade haben wir die meiste Auswahl. Die Leute sollten auf gar keinen Fall lange warten!“ Auch zahlreiche andere Läden beobachten das gleiche Phänomen. Die Läden seien teilweise jetzt schon täglich voll, da die Menschen sich früher um die Geschenke kümmern. Jedoch ergeben unsere Umfragen auf den Straßen, dass weitaus nicht alle diese Veränderungen auf dem Schirm haben. „Tatsächlich kümmere ich mich viel zu oft erst auf den letzten Drücker und habe mich noch gar nicht mit Weihnachtsgeschenken beschäftigt“, erzählt Max Littmann aus Kleinostheim. Auch viele andere gestehen sich noch nicht allzu viele Gedanken über Weihnachtsgeschenke gemacht zu haben. „Ich habe das mit den Engpässen schon mal gehört, aber der 24. Dezember ist ja schon noch eine Weile hin“, erwidert Rebecca Kratoska aus Alzenau auf unsere Fragen. „Ich dachte, ich habe noch Zeit!“ Diesem Irrtum könnten einige Weihnachts-Shopper auf den Leim gehen. „Man sollte auf alle Fälle auch einen Plan B haben“, rät Marc-Eric Ohnesorge, Filialleiter des Adler Modemarkts in Haibach. Wenn man nicht unbedingt flexibel ist oder ein bestimmtes Produkt sucht, sollte man sich früh kümmern“, warnt Muschick. „Shopping auf den letzten Drücker wird es nicht geben!“

Fazit:

Unsere Weihnachtsgeschenke sind bei bestimmten Produkten in Gefahr, wenn wir uns nicht rechtzeitig kümmern. Im Moment dürften alle Wünsche noch erfüllbar sein, aber wie es in ein paar Wochen genau aussieht, weiß niemand. Auch preislich erwarten die Händler noch keine allzu drastischen Preissteigerungen. Jedoch könnte sich das aufgrund der steigenden Container- und Transportpreisen im neuen Jahr ändern …