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MKK: Landrat Stolz verleiht Rettungsmedaille

13.07.2022, 16:50 Uhr in Lokales
130722 MKK Landrat Stolz verleiht Rettungsmedaille an Maurice Cox

MAIN-KINZIG-KREIS. Es war ein schwerer Unfall auf der A66 mit zahlreichen beteiligten Fahrzeugen, von denen zwei in Brand gerieten, es gab mehrere Verletzte, ein junger Mann starb. Mittendrin im Unfallchaos: Maurice Cox aus Linsengericht. Diesen 1. Juni 2021 wird der 31-Jährige wohl nie vergessen. Für sein vorbildliches Verhalten am Unfallort, wo er sich zusammen mit anderen Ersthelferinnen und Ersthelfern um verletzte Unfallopfer kümmerte, überreichte ihm Landrat Thorsten Stolz nun die Rettungsmedaille des Landes Hessen. „Diese Auszeichnung wird nicht sehr oft verliehen, in den zurückliegenden drei Jahren wurden damit im Schnitt 27 Personen im Jahr in besonderer Weise geehrt, Sie sind eine davon“, sagte Landrat Stolz zu dem jungen Mann. Die Hessische Rettungsmedaille würdigt Menschen, die in Gefahrensituationen beherzt handeln, Menschen aus Lebensgefahr retten und dabei das eigene Leben in Gefahr bringen. Bereits im April hatte Landrat Stolz sechs weiteren Ersthelfenden die Rettungsmedaille für ihr herausragendes Verhalten an diesem Unfallort überreicht, Maurice Cox war zu diesem Termin verhindert. Nun wurde dies im Beisein des Linsengerichter Bürgermeisters Albert Ungermann und des Landtagsabgeordneten Max Schad, der die Auszeichnung angeregt hatte, nachgeholt.

Maurice Cox war damals am 1. Juni auf der A66 unterwegs und hatte den Unfall direkt vor sich gesehen. Ein mit Schotter beladener Lastwagen war nahezu ungebremst in einen Stau gefahren. Dieser war offenbar entstanden, weil zuvor zwei Autos beim Spurwechsel zusammengestoßen waren. „Maurice Cox fand sich plötzlich und unerwartet in einer Ausnahmesituation wider. Und dann hat er zusammen mit anderen Menschen, die ebenfalls zufällig in diesen Unfall geraten sind, an der Unglücksstelle dafür gesorgt, dass schnell Rettungskräfte herbeigerufen wurden und die Verletzten versorgt werden“, sagte Thorsten Stolz. Insbesondere half Maurice Cox dabei, eine Rettungsgasse frei zu machen und eine Frau aus Büdingen aus der Gefahrenzone zu tragen, die sich bei dem Unfall das Bein gebrochen hatte. „Bei einem solch schweren Unfall direkt und unmittelbar zu handeln, ist nicht leicht. Die Ersthelfenden haben dennoch vorbildlich reagiert und Nervenstärke in dem Moment bewiesen, als es am Nötigsten war. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte der Landrat. Maurice Cox und die weiteren Ersthelferinnen und Ersthelfer Alina Hüttner, Michelle Okrusch, Isabel Acker, Fabian Just, Christian Slowik und Björn Herber stehen seit diesem Tag im Juni 2021 in Kontakt – auch mit ein paar der Menschen, denen sie damals während des Unfalls geholfen haben.

Das Erlebte im vollem Umfang zu begreifen und zu verarbeiten, war für die Ersthelferinnen und Ersthelfer nicht leicht, so auch für Maurice Cox. Er verlor als Folge davon seinen Job und ist nun auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit im Fahrbereich. Landrat Stolz sicherte dem beherzten Unfallhelfer Unterstützung über das Kommunale Center für Arbeit bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen, die in einer solch unübersichtlichen Lage und belastenden Ausnahmesituation geholfen haben, vielleicht selbst auch Unterstützung benötigen, weil sie Zeit brauchen, um das Erlebte einzuordnen. Das fällt selbst unseren erfahrenen Einsatzkräften mitunter schwer“, so Landrat Stolz. Für den 31-jährigen Maurice Cox steht fest: „Es ist wichtig, weiterzumachen und nicht aufzugeben.“

Bürgermeister Ungermann dankte Maurice Cox für seinen tatkräftigen Einsatz, er habe geholfen, noch größeres Leid zu verhindern. Der Landtagsabgeordnete Schad, der über einen Pressebericht auf das vorbildliche Verhalten der sieben Ersthelferinnen und Ersthelfer aufmerksam geworden war, hatte sie für die Hessische Rettungsmedaille vorgeschlagen. Denn die Gruppe von Menschen, die sich vorher nicht kannte, arbeitete Hand in Hand, leistete Erste Hilfe, setzte erste Notrufe ab, hielt die Unfallopfer davon ab, zurück zu ihrem Auto zu laufen und brachte sie in Sicherheit. „Das alles ist außergewöhnlich und verdient unseren Dank und unsere Anerkennung“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Wo andere vielleicht ihr Handy gezückt hätten, um Bilder und Videos zu machen und im Weg gestanden hätten, habe Maurice Cox zusammen mit sechs anderen Helferinnen und Helfern das Richtige getan.

Quelle: Main-Kinzig-Kreis